Das ist unwahrscheinlich
Das dachte ich auch, als ich am zweiten Weihnachtstag 2005 zum Essen aufbrach und den RR nahm. Der Himmel war blau, die Temperaturen mild. Nichts deutete auf Schnee hin, weshalb wir nach dem Essen in Bonn einen kurzen Abstecher zum Kaffee nach Hennef unternahmen. Als wir auch Kaffee und Kuchen hinter uns hatten fuhren wir zurück. Hennef ist von unserem Wohnort auch nur ca 20 Km entfernt. Unterdessen war es leicht bewölkt. Auf halber Strecke wurden wir dann von plötzliche einsetzendem Schneefall überrascht! Die fette Schneewolke kam uns in einem Tal wie ein großer schwarzer Schatten einfach so entgegen. Auf der Kuppe des Berges den wir gerade noch so erklimmen konnten, konnten wir zum Glück halten und sicher gelegen etwas abseits der Straße das Geschehen beobachten. Und dort stand ich nun. Nur mit meinem Auto, meiner Frau (Reihenfolge ist zufällig!), Portemonait. Aber ohne Mantel, ohne Handy, ohne Schirm und ohne Winterreifen. Auch im Radio war am Vormittag keinerlei Rde davon gewesen, dass es schneien könnte.
Von unserem Stellplatz aus konnten wir nun prächtig beobachten, wie all die andere bergab fahrenden Wagen ins Schlingern gerieten und teils im Graben landeten. Derweil musste ich irgeneinen Wagen anhalten, damit für uns der Abschleppdienst angerufen werden kann... Wir hatten Glück, dass wir noch so früh strandeten, denn eine Stunde später wäre es gewiss nicht mehr möglich gewesen, uns abschleppen zu lassen. Das war Glück im Unglück!
Aber: Als ich in dem Rolls saß und auf den Abschlepper wartete und bei Dämmerlicht der Innenbeleuchtung im wohlig warmen Auto Musik hörte und meine Füße in die dicken Teppich tauchte dachte ich mir, dass jetzt nur noch das Kaminfeuer fehlt und dass nichts schöner sein kann, als in einem Rolls-Royce liegen zu bleiben (wenn man schon liegenbleiben muss).
However, Lehre ist, dass es immer wieder passieren kann, denn 1.) "unverhofft kommt oft" und 2.) man im Winter eben auf alles vorbereitet sein sollte, d.h. Winterreifen, warme Klamotten und das Handy.
Ich hatte später natürlich auf einem Silver Spirit M+S Reifen. Und vorher hatte ich solche auch schon auf meinem 1956er S1 (Ganzjahres Alltagsauto) und kam so total entspannt durch Winter und Schnee! Mein 1952er Mk6 hat übrigens auch M+S Reifen.
Hier im Siebengebirge (uns es ist mit ca 440 über Nm am höchsten Punkt nicht einmal besonders hoch) machen schon 10,15 oder 20 Höhenmeter oder wenige Kilometer zwischen den Dörfern einen ganz großen Unterschied. Während im Dorf A noch alles trocken ist, liegt nur 5 Kilometer im Dorf B schon hoch der Schnee!