Moin
Einige wenige persönliche Beobachtungen, noch etwas ungeordnet,
die der weiteren Ergänzung bedürfen.
Everflex ist ein sog. Struktur PVC (Polyvinylchlorid)
Dinge die man vermeiden sollte:
Oberflächliches Behandeln mit pflanzlichen Ölen, oder gar Produkten mit "schwefliger" Beimengung
sollte man vermeiden.
Im ersten Fall kommt es über die Zeit zu Porenbildung, die in nicht öligem Zustand mit einer etwas
porösen Anmutung imponieren kann.
Die Bespannung wird allmählich, zunächst nicht erkenntlich, undicht.
Im zweiten Fall wird sich das PVC schlicht auflösen.
Einige Versuche meinerseits, PVC-Elemente, so etwa Stutzen, Hüllen, Rohrartiges,
jeweils ohne weitere Elemente wie anhaftendes Gewebe oder Metalle,
wieder die ursprüngliche Einsatzbreite zurückzugeben waren nicht,
jedenfalls bezogen auf den Aufwand, empfehlenswert.
Der die PVC-Verbindung geschmeidig machende, jedoch mit der Zeit diffundierende Weichmacher,
hier im allgemeinen, oder am häufigsten anzutreffende Weichmacher Phtalsäureester u. Analoga lässt sich zwar (zu horrenden Kosten) beschaffen und auftragen, jedoch ohne irgendein positives Resultat zu zeitigen.
Auch Tauchbäder über 6 Monate blieben ohne praktischen Nutzen.
Rediffusion muss stattgefunden haben, jedoch ohne Einnahme des Weichmachers am notwendigen Platz.
Also ohne fühlbaren Erfolg.
Versuche einer Retrosynthese am jeweiligen Objekt sind sehr umfangreich, kostenintensiv, im Ergebnis
nur bedingt brauchbar, bis unbrauchbar.
Am Vinyldach quasi undurchführbar.
Kleinere Schäden lassen sich gut mit einfachem PVC-Kleber z.B. aus dem Campingzubehör kleben,
man könnte diesen sogar einfärben.
Das Abziehen der Klebehügelchen mit einem dünnblattigem Skalpell ist nicht zu empfehlen, da es dann
zu konkavem Erscheinungsbild der Klebefläche kommt.
Hier empfiehlt sich eine dickere Klinge aus weicherem Material, die sich gut schärfen lässt.
Wahrscheinlich ließe sich das Everflex, wohl unter Vorauftrag eines Primers (Haftvermittler),
ansonsten nach genau gleichem Vorgehen wie bei der Ledergarnitur möglich.
"Nachlackieren"
Die für die Ledergarnitur angebotenen Produkte (wahrscheinlich Acrylfarben) ließen sich ebenso mit der Lackierpistole auftragen.
Nach entsprechendem polymerisieren des Auftrages mittels Rotlicht hätte das Struktur-PVC dann ein
Verhüterli, mit eben Latexanmutung.
Ich würde das Vinyl erneuern oder ganz weglassen.
(Ein wenig verwundert bin ich denn doch, da ich über 30ig Jahre ein Vinyldach begleiten konnte, ohne
daß an selbigem irgendein Mangel offenbar wurde)
Stefan