Lutz, nur um das richtigzustellen: Ich habe bzgl. Mercedes nicht meine persönliche Meinung wiedergegeben, sondern zitiert, was der Verband der Deutschen Automobilindustrie gesagt hat. Den Link, um das (inhaltliche) Zitat nachzulesen, hatte ich angegeben. Die Aussage, daß Fahrzeuge von Mercedes seit 1970 - mit gewissen Differenzierungen, die angegeben sind - E10 vertragen, muß also wohl vom Hersteller selbst stammen.
Ob andere sich gegen die Empfehlung oder den Rat des Herstellers wenden, ist dann wohl deren eigene Sache. Möglicherweise ist man an anderer Stelle ja kompetenter.
Was mir so stinkt an der Sache, ist der Umstand, daß dem Verbraucher kaum Erklärungen gegeben werden. Ich habe Deine Links nicht nachgesehen, weiß aber mittlerweile, daß eines der Hauptprobleme die sog. Alkoholat-Korrosion ist, die, einmal begonnen, nicht mehr gestoppt werden kann. Aber ich habe noch nicht gefunden, daß davon Motoren selbst betroffen sind, sondern nur Nebenaggregate, die aus unbeschichtetem Aluminium bestehen. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Agressivität von Ethanol gegenüber den Weichmachern in vielen Kautschuk- und Kunststoffmaterialien. Über die betroffenen Materialien gibt es Listen.
Zumindest Fahrzeuge der SZ-Serie, die keine zentrale Einspritzung mehr haben, können offenbar problemlos auf E85 umgerüstet werden, und zwar für relativ wenig Geld. Mit E10 sollten die dann eher keine Probleme haben. Für meinen TurboR und gar den Shadow würde mir das freilich nicht weiterhelfen.
Bleibt die Randbemerkung, daß mich das hier am Rande der Dritten Welt vorläufig wohl (oder hoffentlich?) nicht wirklich betrifft. Aber wer weiß schon, was wird. Ganz abgesehen davon, halte ich die Idee des Biokraftstoffs eh für Widersinn, der nur eine kurze Phase darstellen dürfte. Aber das wäre ein eigenes Thema.
Gruß - Udo