Carl, ich hab da echt keinen Schmerz mit. Ist vielleicht bei manchen Dingen auch nur eine Frage des Alters. Bin ja 20 jahre älter als Ihr und in meiner Jugend fand man es schon toll, einen Walkman zu haben oder den Commodore 64. Selbst Fensterheber waren in den 1980er Jahren Luxus in den meisten Autos.
Und statt eines Navis fuhr ich damals noch nach Karte. Drum, mir als altem Mann von 42 sind elektronische Spielereien nicht so wichtig. Lieber hätte ich drehbare Kennzeichen wie Bonds Aston um mal richtig Gas geben zu können auf den leeren Landstraßen hier im Siebengebirge.
Sinnvolles habe ich aber immer umgebaut. Meine S1 und hatten z.B. moderne Gürtelreifen. Der Mk6 einen Adapter um einen vernünftigen, modernen Ölfilter anschrauben zu können usw.
Bei dem SW2 hatte ich auch überlegt, mir einen CD-Player einzubauen. Hab stattdessen nun aber einfach nur eine Adapterkassette im Kassettenfach mit einem Kabel zum USB-Stick. Mir reicht sowas und ich zerstöre nichts an dem Wagen, was dem nächsten Besitzer vielleicht wichtig sein könnte.
Stattdessen aber frage ich mich andere Dinge, wie z.B. welche Reifen ich nehmen soll, da ich denke, dass die AVON ggf. heute nicht dem Stand der Dinge entsprechen. Alles andere ist Luxus in dem Sinne dass erstmal alles andere komplett fertig und gemacht sein soll, bevor ich mir in den Kofferaum ggf. auch eine zweite Batterie und ein Kühlfach einbauen lasse, da wir den Wagen in erster Linie für Reisen benutzen wollen.
Es gibt eben nicht schöneres als ein Rolls der so fährt, wie er fahren sollte. Alles andere ist MIR total unwichtig.
Ansonsten: Es sind eben alte Kisten und RR selbst war nie eine Firma, die modern sein wollte, weil sie es mangels Masse schlichtweg auch nie konnte. Das kam erst mit BMW und mit deren Expertise und Geld wieder." The Best Car In The World" ist zwar also ein netter Spruch der gewiss auch für den Silver Ghost galt, aber der Reiz bei den Shadows & Co war eben ein ganz anderer für mich, nämlich dass es ur-englische Autos sind und liebenswert so wie sie sind trotz aller Macken und Versäumnisse des Herstellers.
Glaube aber auch, dass ein Shadow in den 1960 und 19710er Jahren schon nicht nur ein Hingucker war sondern viele Gimmicks hatte, die anderswo nicht zu finden waren. Die elektrischen Sitze vorn z.B. Oder auch die Klima die 75 mit dem Camargue und 77 in die anderen Modelle kam. Die war einmalig damals.
Eingangsfrage aber war ja, was die Leser von einer Coming-Home-Lösun halten. Meine Antwort ist, ICH bräuchte sie nicht. Und auch 'nen Kofferaumdeckel mache ich schnell mal von Hand auf. Und auch in einem Neuwagen wäre mir das egal zu haben. Lieber ist mir Leder, das lecker riecht und echte Hölzer die die Augen liebkosen. Diskutieren aber kann man darüber nicht, dnen die Frage ist ungefähr so wie welche Vorteile zerbrechliche und teure Porzelanteller von Wedgwood haben im vergelich zu günstigem Plastikgeschir oder ob wir Kernkraft brauchen oder nicht. Hier im Rheinland sagen wir deshalb "Jeder Jeck is anders und et is noch immä joot jejange"