Ah ... schöne Debatte :-)
Gasanlagen waren in den 70ern schon sehr verbreitet, insbesondere wurden sie in den Niederlanden und in Belgien eingebaut, weil man dort gerne großvolumige Autos fuhr - übrigens auch in der Schweiz. Es waren zwar in der Hauptsache US-Fahrzeuge, aber die Quintessenz: Gasanlagen waren schon sehr verbreitet!
Die Kernfrage ist, bei welchen Typen und Marken. Wo haben sie eine so große historische Bedeutung, dass das Auto mit Gasanlage als historisches Kulturgut betrachtet werden muss??
Hier bin ich überzeugt, dass dies bei Rolls Royce niemlas so gewesen ist und die Behauptung es sei so gewesen, erscheint mir völlig absurd.
"Gasanlagen sind irgendwie garantiert kein RR-typisches Zubehör" widerspricht sich. "irgendwie" - könnte vielleicht sein, ich behaupte es einfach mal oder "garantiert" - als unumstößliches Faktum anzusehen?
OK, ich streiche das "irgendwie" - eine Gasanlage ist niemals ein zeitgenössisch-typisches Zubehörteil von Rolls Royces gewesen in der 60ern und 70ern ... es wurden nie welche verbaut, es sei denn in extremen Einzelfällen, die hier für die Beurteilung keinerlei Rolle spielen können
"Ein historisch wertvolles, originales Fahrzeug, das zu Recht steuerlich suventioniert wird und Sonderrechte geniesst" kann in meinen Augen durchaus eine Gasanlage haben. Andernfalls hiesse es, einen RR darf nur fahren, wer bereit ist, jeden Spritpreis dafür zu bezahlen.
Nein nein - jeder darf RR fahren und jeder darf RRs genau so ausrüsten wie er möchte. Auch tiefer legen, Breitreifen aufziehen, den Motor tunen, ein 6-gang-getriebe einbauen usw.. Alles, was zuelassen wird in DE darf gemacht werden.
NUR: Ein H-Kennzeichen gibt es für das historische Kulturgut Auto. Kernanforderung ist: 30 Jahre alt, guter Zustand, weitgehende Originalität mit recht genau definierten Ausnahmen im Bereich Sicherheit. Damit muss ich mich also entscheiden, ob ich das akzeptieren will oder eben Sprit sparen. Wie kommt jemand bloss darauf, dass Sprit-Sparen, indem ich ein originales Fahrzeug mit modernem Kram im historischen Sinne verhunze, von Steuerzahler per H-Kennzeichen subventioniert werden sollte? Wir bekommen die Subvention, weil wir - ja auch mit viel Geld - ein historisches Kulturgut pflegen. Dafür steht doch das "H" ...
Ich kann mir gut vorstellen, dass von behördlicher Seite auch für Oldtimer die Schranken dahingehend fallen werden, wegen einer "SpritsparPFLICHT" nicht nur der spätere Einbau von alternativen Antrieben gestattet sein wird.
Das ist rein spekulativ und nichts deutet darauf hin, Deuvet, ADAC und andere würden sicher dagegen angehen. Unter dem Aspekt, dass wertvolle automobile Kultur erhalten bleibt, werden unsere "Stinker" nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert bislang.
Fazit: Die Argumentation, das wäre doch irgend wie auch OK mit der Gasanlage ist rein sophistisch, dito die es wäre ja umweltfreundlich. Absurd. KEIN Auto ist umwelt"freundlich" und unsere schon mal gar nicht. Auch nicht mit Kat, Gas oder sonstwas. Umweltfreundlich werden die evtl. wenn sie im Museum stehen ;-).
Geld sparen und Reichweite verlängern, das sind die Beweggründe, da wird schon der break even ggü. Benzin berechnet. Ist OK - aber dafür gibt's nun mal kein "H". Und das ist auch gut so ... und insofern man dann ja wirklch Geld spart auch gar nicht nötig.
Wer mit Gasanlage im RR/B ein "H" will ist wie einer, der am Schachbrett sitzt und Elfmeter verlangt ... und leider leider gibt's die Regel da so nicht. Da muss er schon auf den Fussballplatz. Die meisten dieser Art werden vermutlich dort eine Rochade machen wollen, tja ...

Gruss JimKnopf
... und Gruss zurück ;-)
Peter