Autor Thema: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III  (Gelesen 321 mal)

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Offline pahu

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Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« am: Di.27.Mär 2018/ 08:02:35 »
Ich unterstütze gerade jemanden bei der Fehlersuche an einem Silver Cloud III.
Dazu haben wir folgende Fragen bevor wir mit der Suche beginnen:
- Was für ein Gewinde hat der Oeldruckgeber
- Welche elektrischen Werte sollte der Oeldruckgeber aufweisen, wie können diese gemessen werden (Spannung an Abhängigkeit des Drucks...)

Wäre schön, wenn mir da jemand Tipps geben kann... Werde dann mal über die Arbeiten berichten...

Gruss
Patrick
« Letzte Änderung: Di.27.Mär 2018/ 08:29:48 von pahu »

Offline cferbrecht

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #1 am: Di.27.Mär 2018/ 08:31:23 »
Was ist denn eigentlich das Problem? Ist der angezeigte Öldruck zu niedrig? Im Zweifelsfall würde ich mal ein Manometer an den Messanschluß vorne oben mittig am Motor anschließen - das ist zuverlässiger. Bei nicht überholten Motoren ist der Öldruck häufig sehr niedrig - bei warmem Motor und im Leerlauf bewegt sich der Zeiger dann fast gar nicht vom unteren Anschlag weg.

Die ersten Verdächtigen sind die O-Ringe, in denen die Druckleitung hinterm Stirndeckel sitzt, und der Gummianschlag, der die Leitung gegen Herausrutschen sichert. Erstere werden hart und dichten nicht mehr, letzterer löst sich auf oder wird bei der Motorüberholung gern übersehen.

Ansonsten das Instrument testen, indem man die Leitung vom Geber ganz kurz auf Masse legt - dann muss das Instrument voll ausschlagen.

Über das Gewinde und die Werte weiß ich leider nichts - wir nehmen einfach einen neuen Geber, und wenn das nichts bringt, reparieren wir das Instrument.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
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Offline pahu

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #2 am: Di.27.Mär 2018/ 09:17:49 »
Sehr geehrter Herr Erbrecht

Besten Dank für die Infos.
Der Oeldruck ist im Leerlauf bei kaltem Motor gemäss Anzeige sehr niedrig. Bei warmem Motor wird gar nichts mehr angezeigt. Bei warmem Motor zeigt das Instrument bei Fahrt also mit ca 1500-2000 1/min einen leichten Ausschlag an.

Jetzt die Anschlussfrage, Welches Gewinde hat der Messanschluss?
Wie hoch sollte der Oeldruck bei kaltem / warmem Motor / bei welcher Drehzahl etwa sein...

Ich weiss, ich könnte die Gewinde auch selbst ausmessen, ich würde mich nur gerne vorbereiten, bevor wir mit der Suche beginnen...

Gruss
Patrick

Offline pahu

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #3 am: Di.27.Mär 2018/ 09:54:29 »
ok... Oeldrücke habe ich im TSD gefunden...

Gewinde ist noch unbekannt....

Offline pfl

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #4 am: Di.27.Mär 2018/ 13:48:57 »
Wenn ich richtig nachgesehen habe ist das 1/4 BSP. ich hatte mir seinerzeit einen externen Anschluss gebaut und das als Anschluss bestellt (bitte nochmal auf Plausibiliät prüfen)

Der Öldruck des Motors an sich ist sehr niedrig (ca. 1 Bar bei Leerlauf).
Das Problem habe ich bei meinem S2 auch.

Mess mal den Druck mit einer externen Uhr. am besten über eine Weiche an der auch der Geber dran ist.
Wenn der Druck passt (in den Grenzen des Handbuchs) dann gibt es verschiedene Möglichkeiten zu einer funtionierenden Anzeige zu kommen:

1: Geber prüfen - zum Instrument ist ein 60 PSI Geber erforderlich, der baugleiche aber gebräuchlichere 100 PSI Geber (wie etwa bei Jaguar verbaut) gibt falsche Werte

2: mittels Widerständen die Spannung so anpassen, dass die richtige Zeigerhöhe erscheint. Dabei ist zu wissen: je höher der Druck desto geringer der Widerstand im Geber (wird mechanisch dort an einem Drahtpoti abgegriffen) Vollausschlag am Instument = Widerstand 0
Der Geber selbst arbeitete mehr oder weniger linar vom drucklosen Zustand (ich meine nur 250 Ohm - kann man aber aktuell messen, finde gerade meine Aufzeichnungen nicht) bis 0Ohm bei der angegebenen Druck Grenze (100 psi oder 60 PSI). Ein paralleler Widerstand passt dann den Ohmwert an. Am besten mit einem Poti bei laufenden Motor so justieren, dass die sachlich richtige Anzeige (sachlich richtig zum extern gemessenen Wert! - nicht der Wunschwert) erscheint - Poti ausmessen und statt dessen passenden Widerstand einbauen

Was Du unbedingt unterlassen solltest ist zu versuchen das Instrument selbst zu justieren. Das geht zwar theoretisch, ich habe aber bereits 2 dabei zerstört.

Die Anmerkungen von Herrn Erbrecht zu tatsächlichen Verlusten an Öldruck sind natürlich richtig. Wenn der Druck wirklich fehlt hilft auch keine Justage.

Viel Erfolg
Peter
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Offline pahu

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #5 am: Di.27.Mär 2018/ 14:09:56 »
Hallo Peter

Danke für die super Infos...
Werde das mal Prüfen (bin aber erst nächste Woche da)...

Gruss

Patrick

Offline cferbrecht

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #6 am: Di.27.Mär 2018/ 14:40:01 »
Ich meine, es ist 3/8" UNF - das ist jedenfalls die Größe, die für den Shadow II-Motor angegeben ist. Bei früheren Motoren gibt es keine Größenangabe. Wir haben so einen Kasten mit diversen Adaptern zu unserem Manometer, und wir nehmen einfach immer den passenden, wenn wir die Schraube herausgedreht und in der Hand haben...

Zum Instrument noch ergänzend der Hinweis, dass es SEHR empfindlich ist und man nur daran manipulieren sollte, wenn man weiß, was man tut. Die Spulendrähte sind dünner als Barthaare...

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
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Offline pahu

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #7 am: Mi.28.Mär 2018/ 07:17:37 »
Besten Dank für die Infos... Werde jetz mal ein Manometer und ein paar Anschlusstücke organisieren...

Gruss

Patrick

Offline pahu

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Re: Gewinde / Oeldruckgeber Silver Cloud III
« Antwort #8 am: Mi.04.Apr 2018/ 13:46:52 »
So, die ersten Sichtungen haben stattgefunden...
Zur Ausgangslage, in das Fahrzeug wurde in den letzten Jahren ziemlich viel Geld investiert. Trotzdem konnten folgende Mängel bis jetzt nicht behoben werden:
- Unrunder Motorlauf, verrusste Zündkerzen
- Bei warmem Motor Anzeige von Oeldruck erst bei ziemlich flotter Fahrt
- Getriebe schaltet ziemlich ruppig
- Differential macht im Schiebebetrieb so laute Geräusche, dass der Nachrichtensprecher nicht mehr verständlich ist.
Der Besitzer hatte dann die Idee, mal jemand anders das Fahrzeug anschauen zu lassen (das waren dann mein Kollege und ich). Wir haben dann mal angefangen und folgende Feststellungen gemacht:
- Stehbolzen Zylinderkopf ausgerissen
- Diverse Oelspuren an bei Zylinderköpfen
- Elektrodenabstand bei 7 Kerzen bei 0.9mm (1 Kerze 0.7mm)
- 1 Kerzenstecker nicht richtig eingeschraubt (Kabel zeigt mit Multimeter Unterbruch an)
- entstörte Kerzenstecker (1.4kohm) montiert
- keine entsörten Kerzen montiert
- Zündzeitpunkt im Leerlauf bei 23°BTDC
- Schliesswinkel 20° (Pertronix IGNITOR montiert)
- Oeldruck bei warmem Motor bei 650 1/min = 0.1 Bar / 2000 1/min = 1.2 Bar

Wir haben bis jetzt nur die Kerzen ausgetauscht, den Kerzenstecker richtig montiert und eine Grundeinstellung der Zündung gemacht... Jetzt läuft es bedeutend runder
Wir haben das jetzt dokumentiert und dem Kunden zur Entscheidung des weiteren Vorgehens mitgeteilt...

Eventuell folgt eine Fortsetzung.

Danke für die wertvollen Tipps....

Patrick