Ich freu mich immer, wenn ich zu Mr. Wash fahre, um dort meinen anstehenden Ölwechsel machen zu lassen - Neuneinhalb Liter Öl plus Ölfilter für 30 Euro. Das kann ich selbst NIE zu diesem Preis erledigen, und das Altöl ist auch gleich entsorgt. Ich fahre seit Jahren in allen Autos 10 W40 - mit und ohne Winterbetrieb, je nach Fahrzeug. Nun frage ich mich, ob der 6,75 l-Motor nicht auch das 15 W40 mag. Wie halten das die anderen?
Gruß Lutz
Fand dieses Angebot auch immer recht attraktiv. Nun werden von einer TV-Sendung Vorwürfte gäußert.
12.01.2010 | 11:38 Uhr
ZDF-Magazin "Frontal 21": Lohndumping bei Autowaschanlagenkette "Mr. Wash"
Gewerkschaft: "Ausbeutung pur"
Mainz (ots) - Nach Recherchen des ZDF-Magazins "Frontal 21" verdienen Mitarbeiter der Autowaschanlagenkette "Mr. Wash" bisweilen gerade mal einen Euro am Tag. Der Grund: "Mr. Wash" bezahlt nicht nach Arbeitsstunden, sondern pro Auto. Das macht 2 Euro, geteilt durch alle, die am Fließband der Waschstraße arbeiten. Da bleiben für den Einzelnen oft nicht mehr als 20 Cent übrig.
An Schlechtwetter-Tagen verdienen die Mitarbeiter dann besonders wenig. Auch wenn nur wenige Autofahrer ihr Fahrzeug in die Waschanlage bringen, müssen einige Mitarbeiter arbeitsbereit vor Ort sein. Sie werden aber für die Wartezeit nicht entlohnt, kommen so nach acht Stunden Anwesenheit auf Hungerlöhne. Vor allem im Winter muss die Agentur für Arbeit in vielen Fällen deshalb die Gehälter auf Hartz IV-Niveau aufstocken. Jürgen Göppner von der Gewerkschaft ver.di spricht von "sittenwidrigen" Löhnen, von "Ausbeutung pur".
Zudem müssen die Mitarbeiter in einigen Niederlassungen auch noch mögliche Schäden selbst bezahlen. Nach Recherchen von "Frontal 21" kassierte "Mr. Wash" in Nürnberg von jedem Putzer täglich zwei Euro als angeblichen Beitrag für einen Schadenregulierungsfonds. In anderen Filialen werden Schäden aus der Trinkgeldkasse der Mitarbeiter beglichen - und das, obwohl das Unternehmen für solche Fälle versichert sein müsste, so die Gewerkschaft ver.di.
In den deutschlandweit 32 Filialen der Autowaschanlagenkette arbeiten etwa 500 Aushilfskräfte. Die haben keine Arbeitverträge. Man habe bisher geglaubt, mit Aushilfen keine formellen Arbeitsverträge schließen zu müssen, räumt Geschäftsführer Richard Enning gegenüber "Frontal 21" ein. "Wir werden das prüfen, und dann werden wir das gegebenenfalls ändern."
Die weiteren Vorwürfe weist Enning zurück. "Mr. Wash" verlangt von seinen Mitarbeitern anfangs bis zu drei Tage unbezahlte und unversicherte Probearbeit. Für Enning völlig normal. "Wenn ich die Aussicht habe, einen guten Job zu bekommen, würde ich dafür auch erstmal das tun", sagt er gegenüber "Frontal 21".
"Mr. Wash" ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Düsseldorf und einem Umsatz von 205 Millionen Euro im Jahr 2008. Die drei Firmenchefs kassieren laut Geschäftsbericht zusammen 1,4 Millionen Euro Gehalt im Jahr.
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Quelle:
http://www.presseportal.de/pm/7840/1542968/zdf______________
Dem entgegnet Mr. Wash auf seiner Website in einer Videoansprache:
http://www.mrwash.org/video.phpIch will das alles nicht werten. Aber es macht Sinn, vor Ort einmal zu fragen, wie die Arbeiter die Sache sehen. Lohndumping stößt mich zumindest ab.