Autor Thema: Bremsdosierung  (Gelesen 277 mal)

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Offline turbofreund

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Bremsdosierung
« am: Sa.23.Jan 2021/ 14:57:26 »
Hallo, aus Mangel an Vergleichbarkeit frage ich mich ob das bei unserem Turbo R von 1990, normal ist das die Bremse bei Langsamfahrt schlecht dosierbar ist, erst wenig und dann bei etwas mehr Pedaldruck zu stark anzieht. Das fühlt sich an als wenn man nicht fahren kann, man muss unheimlich gefühlvoll bremsen. Warnleuchten sind aus, Ölstände gut, Bremse ist entlüftet, bremst auch bei schneller Fahrt sehr gut.
Bentley Turbo R   1990 CH-Modell
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Offline Udinho

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #1 am: So.24.Jan 2021/ 23:12:22 »
Deine Beschreibung des Bremsverhaltens bringt mich auf den Gedanken, daß die Hebelei der Betätigung der Bremsventile schlecht eingestellt ist. Das Einstellen ist vertrackt, wenn da jemand rumgefummelt hat, ohne davon genug zu verstehen, kommt so was dabei heraus.

Die andere Möglichkeit wäre, daß der Gummiblock, der das Bremsgefühl erzeugt, abgenutzt, gealtert, verstellt ist. Den kann man ersetzen, was aber auch keine ganz so einfache Sache ist, weil man ihn nicht einfach so rausnehmen und einen neuen reinsetzen kann, die Zugänglichkeit ist bescheiden und erfordert einiges an Kenntnis, die Beschreibung im Werkstatthandbuch macht einem nicht unbedingt Mut.

Fragt sich halt, ob dieses Verhalten, wie von Dir beschrieben, schon immer so war oder plötzlich da war oder im Laufe einer langsamen Veränderung nach und nach so geworden ist oder nach einer Arbeit an den Bremsen aufgetreten ist. Wenn an den Bremsventilen nie jemand herumgebastelt hat, dann wird dieser Effekt auch nicht von dort kommen. Von allein verstellt sich die Hebelei des Betätigungsmechanismus der Ventile nicht. Wenn Du das Auto so mit diesem Bremsgefühl übernommen hast, kann natürlich vorher jemand sich unsachgemäß an der Sache zu schaffen gemacht haben.

Mit der Hydraulik selbst, also Flüssigkeit, Pumpen, Druckspeicher pp kann das nach meiner Vorstellung nichts zu tun haben.

Bei unserem TurboR hat übrigens jeder, der damit fährt, den Eindruck, ungewöhnlich kräftig auf die Bremse treten zu müssen, unser ContiR bremst sich dagegen federleicht. Aber da wir den TurboR nahezu als Neuwagen bekommen haben (hatte keine 10.000 km gelaufen und Werksgarantie), kamen wir nicht auf die Idee, daß das Bremsgefühl etwas außerhalb der Norm war. Aber es war halt immer so und ist nach weit über 300.000 km immer noch so. Du mußt Dir vor Augen halten, daß der tatsächliche Weg zum Öffnen des Ventils kaum 5 mm weit ist. Wenn da die Einstellung der Hebelei, die den vergleichsweise langen Pedalweg umlenkt und übersetzt, nur um 1/2 mm nicht stimmt, und das für die beiden Ventile auch noch unterschiedlich, dann ahnst Du, wie fummelig eine exakte Einstellung wird.

Gruß - Udo
SSI SRH17687
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Offline turbofreund

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #2 am: Di.26.Jan 2021/ 21:04:13 »
Hallo , und vielen Dank Udo.
Deine Tipps und Hinweise haben uns schon viel geholfen.
Wir haben den Turbo R , vor 1,5 Jahren gekauft schon mit Bremsdruckproblemen (Lampe war immer mal wieder an). Die Bremsen an sich sind davor gemacht worden, jedenfalls die Mechanik. Sieht auch alles gut aus,
Aber ein Behälter war fast leer, wir haben entlüftet nach Anleitung und war auch Luft drin. Seit dem keine Probleme mehr mit der Druckanzeige . Bremst auch soweit gut bloß dieses Feingefühl ist nervig.
Der Wagen hat 70 tkm gelaufen , scheint auch so hinzukommen, und ist wirklich aus der Schweiz.
Ist fast wie bei den großen Citroen-Modellen, ist ja auch ähnliches System. vielleicht ist es auch normal so.
Schaue mir aber mal die Pedalansteuerung an.

Gruß Frank
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Offline Udinho

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #3 am: Di.26.Jan 2021/ 22:38:56 »
Wenn beim Shadow I der Masterbremszylinder defekt ist, hast Du diesen Citroen-Effekt in Reinform. Man tritt das Bremspedal ohne Gefühl bis nahezu zum Anschlag durch, erst auf den letzten Millimetern kommt die Bremswirkung, dann aber so heftig, daß das Bremsen kaum zu dosieren ist. Man kann Gefühl dafür entwickeln, ich habe auf diese Weise mal eine Urlaubsreise zu Ende durchgestanden und konnte damit schließlich schön umgehen, nur der lange Leerweg des Bremspedals ist bedenklich. Zwei ordentliche Bremskreise hat man ja immer noch.

Bei den SZ-Fahrzeugen  kann dieser Citroen-Effekt eigentlich nur durch einen defekten Gummi vor dem Anschlag des Bremspedals entstehen. Was beim Shadow I der Masterbremskreis an Gefühl vermittelt, leistet bei den SZ-Fahrzeugen der Gummiklotz. Wenn Du tatsächlich dieses Citroen-Gefühl hast, schau nach dem Gummi, vielleicht ist der längst zerbröselt oder gebrochen oder so.

Gruß - Udo
SSI SRH17687
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Offline cferbrecht

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #4 am: Mi.27.Jan 2021/ 08:53:11 »
Ich meine, dass der Effekt auch auftritt, wenn ein System drucklos ist, weil dann der Kolben des Verteilventils keinen Widerstand hat - aber dann sollte auch eine Warnlampe an sein.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
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Re: Bremsdosierung
« Antwort #5 am: Mi.27.Jan 2021/ 09:51:12 »
Klar, aber dann bremst er nicht oder beträchtlich und spürbar schlechter.

Davon war aber in der Vorstellung des Problems nicht die Rede. Dort heißt es lediglich, daß das Dosieren schwierig bzw. blöd und lästig war und eher anfängerhaft wirkte, nicht aber, daß die Bremswirkung nachgelassen hätte.

Gruß - Udo
SSI SRH17687
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Offline cferbrecht

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #6 am: Mi.27.Jan 2021/ 10:38:43 »
Das ist richtig - aber viele Menschen merken gar nicht, wenn nur noch ein Bremskreis arbeitet... Je nach Baujahr und Verteilung der Systeme auf die Achsen fällt das manchmal nicht einmal auf dem Bremsprüfstand auf, weil die Wirkung immer noch gut ist.

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Offline turbofreund

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Re: Bremsdosierung
« Antwort #7 am: Do.28.Jan 2021/ 20:51:46 »
Hallo, und Danke für das Feedback.

Es war in der Tat so nach dem Kauf bei der Heimfahrt , das immer mal wieder eine Warnlampe anging.
Wie oben gesagt war auch Luft im System, die Wirkung war noch ausreichend aber der Pedalweg zu lang.
Das ist jetzt nicht mehr der Fall und die Wirkung deutlich besser. Aber das Dosierproblem ist ja auch nur
beim langsam fahren ,wie beim einparken oder umdrehen.

Gruß Frank
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