Autor Thema: Längere Übersetzung Shadow  (Gelesen 1438 mal)

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Offline damichi

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Längere Übersetzung Shadow
« am: Mi.01.Apr 2020/ 10:45:14 »
Hallo liebes Forum,

in letzter Zeit habe ich ich wieder öfter in der Werkstatt einsperren können und endlich mein leckendes Getriebe in Angriff genommen, welches jetzt vor dem Auto liegt und komplett überarbeitet wird. (TH400)
Der Gedanke mit dem ich schon lange spiele ist, dem Shadow irgendwie eine längere Übersetzung zu geben.

Darauf gekommen bin ich, als ich meine Kennfeldzündung eingestellt habe. Da habe ich im Programm nun einen Drehzahlmesser, der bei 110 kmh etwa um die 3000 U/min anzeigt. Bei 130 auf der Autobahn sind das dann schon 3500 U/min. Rechnerisch deckt sich das bei etwa sinnvollen 12% Wandlerschlupf.

Es gibt nun drei Möglichkeiten, die vielleicht schon mal jemand gemacht hat.

Entweder der Einbau eines Getriebe mit Overdrive - GM700R4, 4L80 oder ein Mercedes 5G-Tronic kommen mir hier in den Sinn, weil es für die Stand-Alone Steuergeräte gäbe. Man hätte hier eine tolle Gangspreizung und Overdrive sowie einen Wandler Lock-Up. Leider geht hier am meisten Originalität verloren und der Umbau ist denke ich am kompliziertesten.

Das Zweite wäre ein Hang-on Overdrive wie die Gear Vendors Einheiten. Da der Shadow eine sehr lange Getriebeausgangswelle hat, müsste da stattdessen vor den Querträger reinpassen so eine Einheit reinpassen. So könnte man das originale Getriebe behalten und hätte einen Overdrive.

Als letztes bleibt noch die Änderung der Endübersetzung zu einer 2,28 Übersetzung vom Bentley Turbo. Die ist 1,67 mal länger als die 3,08 vom Shadow. Damit käme man auf 2000 U/min bei 110 und 2400 U/min bei 130. Allerdings fährt man sozusagen immer im zweiten Gang an. Wie stark wirkt sich das aus?
Diese Änderung ist wohl am wenigsten Umbau.

Hat jemand schon mal etwas von den drei Sachen versucht? Mir geht es vor allem darum das Fahrzeug auf der Autobahn zu beruhigen und den Motor niedriger drehen zu lassen, wenn man mit Tempomat 110 dahingleitet. Der Motor hat so einen angenehmen Drehmomentverlauf, sodass ein niedriges Drehzahlniveau, so denke ich, viel besser zu im passen würde.

Vielen Dank schon mal für eure Anregungen,
Michael
SRH 34097

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #1 am: Mi.01.Apr 2020/ 14:05:57 »
keine Ahnung ob das alles so passt! Das einfachste eine längere Übersetzung zu bekommen, ist ein entsprechendes Differential mit längerer Übersetzung. Da sind dann die Unabwägbarkeiten weg und der Aufwand ist nicht so hoch.
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Offline Udinho

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #2 am: Mi.01.Apr 2020/ 15:48:56 »
Als wir vor bald 30 Jahre unseren TurboRL kauften, der keine 10.000 km gelaufen und Werksgarantie hatte, haben wir als erstes das Differential rausgenommen und die lange Übersetzung eingebaut, normalerweise ist 1:2,69 drin.

Der Unterschied ist beträchtlich. Jeder, der damit fährt, sagt sofort, die Spritzigkeit sei weg. Das interessiert uns aber nicht sonderlich, er beschleunigt wie eine Dampflokomotive, braucht ganz am Anfang etwas mehr Zeit und liegt gelegentlich nicht so günstig mit dem Gangwechsel, der paßt nicht mehr so gut zum jeweiligen Drehzahlniveau. Da die erste Fahrstufe aber jetzt bis weit über 100 km/h reicht, stellen wir den Wählhebel gelegentlich zum Überholen von Hand in die erste Stufe, beschleunigen, tun ihn aber sofort wieder in die zweite Stufe, so daß das Getriebe selbst bei Gasrücknahme oder weil's halt dran ist, wieder automatisch in die zweite Stufe schaltet. An einer Autobahnauffahrt aus einer Tankstelle hier bei uns muß man das wegen der fehlenden Anlaufspur gelegentlich auch so machen. Aber das alles kommt selten vor und ist letztlich eigentlich überflüssig. Da geht er dann aber ab wie eine Rakete. Das war übrigens beim vorherigen TurboRL, den wir hatten, der aber keinen Kat hatte, auch so, deshalb kannten wir das Verhalten und brauchten aus Gewohnheit schon nichts anderes (dieser ohne Kat hatte einen Unfall mit Totalschaden).

Wenn ich mir vorstelle, daß Du beim Shadow die Übersetzung ebenfalls auf dieses Niveau bringst, dann rührt der sich nicht mehr vernünftig von der Stelle. Die Leistung reicht dafür nicht aus.

Nach einem Overdrive habe ich mich bei Overdrive-Spezialisten in England erkundigt. Die sagen, der Shadow wäre ideal dafür, aber es sei noch niemandem eine Idee gekommen, wie und wo man so was da einbauen soll. Es müßte etwa unter dem Fahrsitz Platz geschaffen werden, der aber nicht vorhanden ist. Deshalb bietet es niemand an. Ich hätte es sonst schon vor 3o Jahren gemacht (wir haben unser Shadow seit 32 Jahren).

Gruß - Udo
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Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #3 am: Do.02.Apr 2020/ 10:56:58 »
Danke für die Infos. Ich meine größte Hoffnung war, dass man das mit dem längeren Differential nicht so sehr merkt. Ich hatte gehofft, dass die Drehmomentvervielfachung des Wandlers wieder ausreicht.

Wenn man den Shadow auf so ein SZ Differential Umbaut, was müsste man da alles tauschen? Hat das Diff die gleichen Schraubenlöcher um noch an den "alten" Querträger zu passen? Kann ich die Antriebswellen vom Shadow ins Diff stecken, oder wechselt man da auf das Lobro System der SZ-Autos? Welche Antriebswellen bräuchte man da? Da gab es glaube ich verschiedene Längen, oder?

Was anderes wäre noch ein Hang-On Overdrive vom Typ Laycock. Das Laycock Typ P bzw. die amerikanische Version das GearVendors würden da sehr nahe hinkommen. Die Amis verkaufen ein Kit, mit dem man deren Getriebe mit einer Gesamtlänge von 14,25 inch an das TH400 hängen kann. der Standardausgang mit 9 Inch würde dann auch wegfallen. Also wäre die Komplette Einheit etwa 5 inch oder 12cm länger, das könnte knapp werden aber vielleicht passen.
Alternativ eben ein "altes" nicht so stabiles Laycock Typ P, das nochmal bisschen kürzer ist und wegen der anderen Wellenaufnahme nochmal näher ans TH400 passt und selber auch nicht ganz so lang ist. Insgesamt müsste man damit dann auf maximal 5cm mehr kommen, was dann reichen müsste. Leider findet sich nicht so wirklich was, wie stark so ein Typ P Getriebe ist. Selbst der Shadow macht ja echt ein ganz beträchtliches Drehmoment, was eventuell zu viel wäre.

Weiß jemand, ob die 4-Gang SZ-Fahrzeuge einen größeren Getriebetunnel haben, damit da die 4 Gang Getriebe rein passen? Beim Getriebeausbau kam mir das da schon alles relativ eng vor.

Am Ende bleibt dann wirklich nur das lange Diff und dann mit genügend Ladedruck wieder für Spritzigkeit zu sorgen... (kleiner Scherz)

Grüße,
Michael
SRH 34097

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #4 am: Do.02.Apr 2020/ 11:06:33 »
Die ganzen Getriebeänderungen sind von ihrer Machbarkeit höchst unabwägbar. Da müsstest Du schon jemand haben, der das erfolgreich durchgeführt hat und der Die mit Zeit und Rat hilft.

Ein längeres Differential merkt man immer, klar. Udo hat es ja beschrieben.

Ich bin mit der Werks Übersetzung meiner 73er Corniche sehr zufrieden und sehe da persönlich keinen Handlungsbedarf. Man hat sich im Werk sicher überlegt was der beste Kompromiss hinsichtlich der Fahreigenschaften ist.
Ich bin schon mal den umgekehrten Weg bei einem W107 500 SL aus 1989 gegangen und hab ihm das kürzere Differential des 80er 500SL verpasst, was den Wagen deutlich lebhafter machte. Das lange Differential ab 86er Modelle war dem Energiesparkonzept geschuldet, so dass die frühen 500 deutlich besser gingen, auch in der Höchstgeschwindigkeit.
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Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #5 am: Do.02.Apr 2020/ 11:47:30 »
Stimmt natürlich, allerdings scheint so etwas tatsächlich noch nicht gemacht worden zu sein. Ich denke auch, dass es mir am Ende die ganzen Unwägbarkeiten nicht Wert sein werden.

Du hast in der Corniche auch eine 3.08 Endübersetzung, oder?

Ich fahr meinen Shadow sehr gerne, auch gerne weit. Von München in die Alpen, Italien, Frankreich. Irgendwie hatte ich immer am meisten Sorge um den Motor und die hohe Drehzahl. Die Shadow Reihe ist etwa doppelt so alt wie ich, da frag ich mich ob man früher nicht so schnell gefahren ist, also deutlich unter 100 auf der Autobahn, oder der Anspruch eventuell ein anderer war. Diese Overdrive Getriebe gab es ja früher auch. Rolls-Royce hätte so etwas sicher auch noch ans Getriebe hängen können, warum haben sie das also nicht gemacht? Sorge vor steigender Komplexität kann es beim Shadow sicher nicht gewesen sein. Ein niedriges Drehzahlniveau hätte aber sicher das Geräuschlevel und den Fahrkomfort gesteigert, sowie nebenbei auch noch stark den Verschleiß verringert und den Spritverbrauch verbessert - gerade bei einer Reiselimousine.

Letztlich möchte ich mir mit keinem Umbau den wunderbaren Charakter meines Autos kaputt machen und die wunderbaren Stunden genießen, die mir das Fahrzeug auf der Straße und in der Werkstatt so bereitet.

Grüße,
Michael
SRH 34097

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #6 am: Do.02.Apr 2020/ 12:20:13 »
Nun, die Shadow sind schon schnell gefahren worden, von Neuwagenkäufern schon bis zum Maximum.
Ich fahre auch weite Strecken mit der Corniche, lange Autobahnfahrten schon auch mal mit 160km/h von den rund 187 km/h mit denen er angegeben ist.
Die Drehzahl verkraften die Motoren einwandfrei, jeder Motor muss auch mal ausdrehen. Ich halte es für eher schädlich (Lagerbeanspruchung) wenn ein Motor mit niedriger Drehzahl als werksseitig vorgesehen, kämpfen muss. Entscheidend ist nicht die Drehzahl von Motoren, sondern die Kolbengeschwindigkeit, die 6,75 ltr. V8 sind ja eher Kurzhuber (Bohrung x Hub 104,14 x 99,06 mm) und vertragend deshalb schon höhere Drehzahlen. Die Kolbengeschwindigkeit bei 4.000 U/min liegt bei knapp über 13 mtr/Sekunde, bei 5.000 rund 16,5 mtr./Sekunde also noch im grünen Bereich. Bei 3.000 sind es unter 10 mtr/Sekunde. Bei früheren Motoren galten 20mtr/Sekunde als der Beginn des kritischen Bereichs. Früher wurde generell mit deutlich höheren Drehzahlen als heute gefahren.
Lass es wie es ist und erfreue Dich an Deinem Auto
« Letzte Änderung: Do.02.Apr 2020/ 12:31:07 von gerd DRB15051 »
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Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #7 am: Sa.11.Apr 2020/ 22:47:15 »
Satz mit X: Das war wohl nix

Das oder etwas ähnliches habe ich mir gedacht, als ich das TH400 zum überholen zerlegt habe und den Grund für einen leicht verzögerten Wechsel vom Rückwärtsgang in Vorwärts gesehen habe. Das erste Bild zeigt den Zylinder des Forward/Rewerse-Servo, also den Hydraulikzylinder der das dicke Bremsband im TH400 spannt. Aus dem Zylinder ist ein Stück ausgebrochen, was in dem Fall mein Getriebegehäuse als Haufen Altmetall deklariert hat. Dabei hatte ich mich gerade dazu entschlossen dieses Getriebe nur zu überholen und keine große Umbauaktion zu starten.

Ja was machste jetzt hab ich mir gedacht, als ich nach passenden TH400 Getrieben mit dem Buick Nailhead Bolt-Pattern gesucht habe. Letztendlich habe ich mich nun entschieden doch die Route mit einem Overdrive 4-Gang Getriebe anzugehen. Bei mir im Kofferraum liegt jetzt ein 4l65e Getriebe mit abnehmbarer Getriebeglocke. Mein TH400  Gehäuse wurde mittels Säbelsäge von seiner Getriebeglocke erleichtert, welche ich nun auf das neue Getriebe zu adaptieren gedenke. Sollte sich keine adäquate Lösung dafür finden lassen kann man tatsächlich einen erwerben und zwar hier: http://centervilleautorepair.com/transadaptors

Dieses Wunderdings sorgt dafür das auch am l410 nach der originalen Adapterplatte verwendete Buick Nailhead Design an ein 4l60e zu schrauben.

Ich halte euch auf dem laufenden!

Michael
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Offline MarkusN

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #8 am: So.12.Apr 2020/ 16:11:40 »
Hallo Michael
Wünsche Dir viel glück zu deinem Projekt,finde ich sehr interessant.Ein problem wird der verzug beim um-
schweissen der Kupplungsglocke sein,das andere die elektronische Steuerung.
Bin selber  in der jetzigen ruhigen Zeit an einem schon lange geplanten einbau des Overdrives an meinem
20HP,werde darüber berichten.
Gruss Markus
SRX 11321 Silver-Shadow Bj.1971
GAJ 8  20HP Open Tourer  Bj.1927

Offline Ostfale

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #9 am: Mo.13.Apr 2020/ 13:44:58 »
Bin auch gespannt :)

Aber hält so ein 4L65E das aus? Nach dem TH400 hatten die Autos doch ein 4L80E
PCX 46761 (93 Turbo R)

Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #10 am: Di.14.Apr 2020/ 10:17:41 »
Ja bin auch gespannt, wie dass mit der Kupplungsglocke passen kann. Im Moment vermisst sie ein Freund von mir, sodass man nach dem schweißen hoffentlich die neuen Funktionsflächen passend überfräsen kann.
Sollte das alles nicht funktionieren, werde ich eben diese fertige Kupplungsglocke aus Amerika bestellen.

Als Getriebecontroller verwende ich eine Microsquirt. Die baut auf der Megasquirt-Reihe auf und kann diese Ami-Getriebe gut ansteuern. Wenn man weniger Programmierarbeit haben möchte gibt es auch die EZ-TCU oder US-Shift-Quick-4. Die haben für diverse Motormodelle bereits Schaltmuster die man einfach hochladen kann und dann eventuell nur geringfügig anpassen muss.

Die 4l60e können ja so was um die 488 Nm am Motor, die 4l65e schon 515 Nm. Plus etwas Sicherheit, weil das Getriebe aus dem Land der Beschleunigungsrennen kommt. "Aufbauen" kann man so ein Getriebe bis weit über 700 Nm. Zum Beispiel auf Basis eines 4l60 das Supermatic 4l75e direkt von Chevy Performance mit 881 Nm. Inklusive Drag Race Garantie  :P

Niemand weiß ja so genau wie viel Leistung und Drehmoment so ein 8:1 Shadow Motor hat. Wenn er tatsächlich das hat, wird er abgehen wie eine Rakete. 515 Nm dem "bekannten" Momentmaximum bei 2500 U/min sind das immerhin dort schon 180 PS. Wäre auf alle Fälle man spannend zu sehen. Mit Wandler-Lock-Up könnte man das ja dann echt mal messen.

Ich denke das 4l80e hat man verwendet, weil damals noch keine 4l65e oder größer existiert haben und man für die aufgeladenen Autos eh den Platz im Tunnel für ein 4l80e gebraucht hat. Das wird vermutlich nicht in den Shadow passen.

Grüße,
Michael
SRH 34097

Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #11 am: Di.05.Mai 2020/ 14:43:51 »
So, ich kann nun ein kleines Update geben.
Die Glocke ist überfräst (erstes Foto) und passt auch mit der Hand ans neue Getriebe gehalten (zweites und drittes Foto). Mittlerweile ist auch eine Grundplatte angeschweißt (viertes Foto). Weiter wird es gehen mit dem Fräsen der neuen Mittenzentrierung und des Flanschmusters fürs Getriebe.

Jetzt habe ich wieder eine Frage, da ich mich nicht mehr erinnern kann: Ist es möglich die Kardanwelle ein und auszubauen, ohne die Flanschverbindung am Getriebe zu lösen? Also nur durch lösen des Flansches hinten und des vorderen Querträgers direkt hinter dem Getriebe?

Leider passt das alte Schiebegelenk nicht auf das neue Getriebe und für das gibt es den Anschraubflansch nicht, sodass man dort ein starres Kreuzgelenk nutzen muss.

Viele Grüße,
Michael
SRH 34097

Offline wellenkieker

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #12 am: Mi.06.Mai 2020/ 08:59:09 »
Hallo Michael,

Respekt!

Vorne am Getriebeausgang ist der Flansch (wie Du weißt) nur aufgeschoben.
Ich habe hinten das Diffi gelöst, aber nicht getrennt.
Also die Stütze nach vorne und die beiden Halteschrauben des Querträgers zum Kofferraum
gelockert, dann konnte ich die Welle, nach Verschieben des Diffi,  nach hinten gut rausziehen.
-> soweit habe ich Deine Ausführung verstanden.

Nicht verstanden habe ich die Aussage, daß das alte Schiebegelenk nicht auf das neue Getriebe passt
und für dieses ein entsprechender Anschraubflansch nicht zu haben ist, daher muss ein starres Kreuzgelenk
rein.
Kreuzgelenk starr? Kein Schiebegelenk?   -> kann Dir nicht folgen

Stefan


« Letzte Änderung: Mi.06.Mai 2020/ 09:22:39 von wellenkieker »

Offline damichi

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #13 am: Mi.06.Mai 2020/ 11:02:57 »
Hallo Stefan,

tut mir Leid, dass das etwas unverständlich geschrieben war. Was ich meinte war, dass es beim Shadow, wie sonst eigentlich bei den Amis nicht üblich, ja einen schraubbaren Flansch gibt, der das Schiebestück (das was im Getriebe steckt) mit dem Kreuzgelenk verbindet.

Normalerweise bei den Amis ist das ein "Slip Yoke" also ein Teil mit der Zahnwelle des Getriebes und dem Kreuzgelenk in einem. Das bedeutet aber, dass man um die Welle zu demontieren, die Kardanwelle so weit nach hinten ziehen können muss, damit das Schiebestück von der Ausgangswelle gezogen wird.

Das alte Schiebestück passt leider nicht auf das neue Getriebe. GM hat in den Getrieben TH400 und 4L80 und  6l80 eine "32-Spline" Ausgangswelle verwendet. Die hat also 32 Zähne auf der Zahnwelle. TH350, 700r4 und die 4l60e Familie haben "27 Spline" also eine leicht dünnere Ausgangswelle. Die ist zwar Dank induktiver Härtung stabil aber trotzdem zu klein für das alte Schiebestück.

Ein neues, nicht teilbares 27-Spline Schiebestück mit Kreuzgelenk kann aber nur verwendet werden wenn man die Propshaft  sozusagen "ohne trennen des vorderen Flansches" demontieren kann. Bei den Amis gibt es diese Querträger um die Welle herum nicht, sodass die die Welle einfach nach unten aushängen können. Bei uns ist aber das "Loch" im Rear-Crossmember im Weg. Bekommt man die Welle trotzdem ausgebaut? Was meint ihr?

Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass ich einen Shadow II mit Baujahr 1978 habe, nicht dass die Crewe Jungs den Aufbau der Kardanwelle irgendwann mal geändert haben.

Viele Grüße,
Michael
SRH 34097

Offline wellenkieker

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Re: Längere Übersetzung Shadow
« Antwort #14 am: Mi.06.Mai 2020/ 11:47:21 »
Hallo Michael,

jetzt ist mir alles klar.

->Das Loch im rear crossmember ist der limitierende Faktor.

Klappt, wenn der entsprechende slip joke nicht mehr radius hat als das Loch im crossmember,
zur Not kann man das Diffi doch auf einen Getrieberheber setzten und die Welle daran vorbei
ziehen.

Ansonsten kann man das Kreuzgelenk erst vor Ort einsetzen, zur Not mit einem
lower and upper ball joint montagewerkzeug als Hilfe, so man es pressen muss.
Hier z.B. eines für die alten Cherokee von Chrysler, ging bei mir ganz gut damit.

Die frühen hatten ein 4 Ganggetriebe und eine andere Welle mit ball and trunion joint, etwa so wie
an den beiden Antriebswellen.

Stefan