Langversion, nur für Leute mit viel Zeit, Geduld und jeder Menge Langeweile
Musste letzten Mittwoch nach Italien, ca. 1,100 km / ein Weg.
Habe seit einiger Zeit Unregelmässigkeiten bei der Motortemperatur festgestellt und war –dank Heiner’s Horrorgeschichte über ‚Hitzenester‘ & geschmolzenem Zylinderkopf, stark sensibilisiert.
Als Vorsorgemaßnahme war ich Dienstag letzter Woche bei Werner M. in Kamen zu einem Kurzbesuch, um Zündung & Vergaser einstellen-, vorsichtshalber einen neuen Visco Lüfter sowie einige neue Bremsschläuche einbauen zu lassen.
Übrigens, Andreas & Peter, auch eine ‚dicke‘ SS II Dichtung zwischen Verg.-Brücke und Spinne.
Rückfahrt von Kamen nach Köln um die Mittagszeit war problemlos, Temperaturanzeige mitten im Weiss, dann innerhalb Kölns –mit eingschalteter A/C – Temperatur zwar etwas höher, aber immer noch OK.
Mittwochmorgen nochmal Wasser geprüft, ein paar Tropfen draufgekippt und dann durch die Stadt um jemanden abzuholen.
Trotz morgendlicher Kühle ( 4:30 h !) Temperatur schon nach ein paar Minuten am Ende des weissen Bereichs.
Mit mulmigem Gefühl aber unerschütterlichem Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des ‚B‘ auf die Autobahn und vorsichtigst mit rd. 110 km/h bis Karlsruhe, Temperatur fast immer am Ende des weissen Bereichs, zwischendurch aber auch immer mal wieder normal.
Meine Diagnose war klar : Thermostat ! Obwohl erst rd. 6 Monate alt, aber…..könnte ja sein.
Michael war mal unvorsichtig genug, mir seine Telefon Nummer zu geben, also dort angerufen um Swen’s Adresse zu bekommen, da wir gerade an Karlsruhe vorbei fuhren. Nach ein paar Minuten hatte ich Swen an der Strippe, der sich sofort bereit erklärte in seiner Werkstatt zu helfen.
Temperatur war tatsächlich 103 Grad, gemessen mit Laser Thermometer, also hat Swen – nicht ohne Sorgenfalten- das Thermostat entfernt.
Resultat : traumhafte Wasser Temp. Karlsruhe bis Basel, eigentlich fast zu niedrig, aber besser als zu heiss !
Durch die Schweiz entweder mit zu niedriger Temp. ( bergab ) oder mit zu hoher Temp. ( bergauf ).
Bis Italien hatte sich die Anzeige endgültig und permanent auf’s Ende-vom-Weiss eingeschossen.
Es waren zwar rd. 35 Grad Aussentemp., aber topfebene Autobahn mit max. 120 km/h.
Ergo : ANGST-SCHWEISSPERLEN, GEBREMST NUR VON SORGENFALTEN
Hinter Mailand, kurz vor Abfahrt Parma zum Chisa Pass, das erste Mal :
Ausrollen mit stehendem Motor…… , Wasser Temp : besorgniserregend
Nach 5 Min lief er dann wieder für ein paar Kilometer, blieb wieder stehen, lief wieder……
Völlig klar : BENZINFILTER zu. Die bekommt man ja schliesslich überall…..
Die Möglichkeit einer defekten Benzinpumpe habe ich vorsichtshalber mal hinten angestellt, da die ja schon etwas schwerer zu bekommen ist.
Bei der ersten Raststätte, Nähe Parma, am Fusse vom Pass, schallendes Gelächter als ich nach einem Spezialisten für „Lolls Loy“ gefragt habe ( die Italiener tuen sich wenigstens so schwer mit dem englischen R, wie Chinesen )…….
Für den nächsten Zwangs-Stop wegen mangelnder Benzinzufuhr kam eine Haltebucht mit einer hübschen SOS Notrufsäule gerade recht.
( Dass man, wenn man die grüne Werkzeug-Symboltaste Taste drückt, nach einigen Minuten aufgefordert wird, die rote, medizinische Notfalltaste zu drücken, um dann von der gleichen Person mitgeteilt zu bekommen, man müsse die angegebene, kostenlose 800er numero verdi anrufen, die aber selbstverständlich von einem deutschen Mobil Telefon nicht angerufen werden kann….möchte ich hier nur am Rande erwähnen ).
Also, die Nummer vom ADAC in Mailand anrufen, die natürlich nicht mehr gültig war.
Ein Gewinner der deutschen Schnellsprech-Meisterschaft hat zwar die neue Nummer auf den AB gefeuert, aber nach 2 gescheiterten Versuchen diese mitzuschreiben, hab ich‘s dann direkt in München versucht, mit Erfolg !
Fährt man von Mitten-im-Nix nochmals eine gefühlte Tagesreise weiter bergauf, kommt man irgendwann nach Berceto.
Bis dahin haben wir es, mit unzähligen Unterbrechungen geschafft, wo wir auf den vom ADAC arrangierten Abschleppwagen warten sollten, der auch nach 40 Minuten auftauchte, allerdings bereits mit einem Ford Fiesta im Huckepack. Eine Werkstatt war nur 2-3 km von der Ausfahrt, also sind wir VOR IHM HERGEFAHREN, zwar mit 2-3 mal benzinlosem Ausrollen, aber wir haben’s geschafft, OHNE JEMALS EIN RAD AUF EINEN ABSCHLEPPER GESETZT ZU HABEN.
Meine Diagnose war glasklar :
1. Benzinpumpe defekt
2. Druckausgleichsventil im Überlaufbehälter defekt oder Kühler undicht, daher nicht genug Druckaufbau
Da ein Kühler nicht in einen DHL Umschlag passt ( und ausserdem viel teurer ist ) hab ich mich für das Ventil als Ursache entschieden.
Spätestens dann dürfte Michael den Umstand verflucht- und zu tiefst bereut haben, telefonisch erreichbar zu sein, denn er war es, den ich genervt habe mir die Spezifikationen der Original-Pumpe zu besorgen, um ggf. ein kompatibles Teil Vorort zu beschaffen.
Aldo, Werkstattbesitzer und mein neuer Freund, tippte mal auf so ca. 3 bar Leistung, approssimo, versteht sich.
Michael & Peter haben es dann geschafft, die enigmatischen Angaben aus dem Werkstatthandbuch in Massangaben umzuwandeln, die auch Continental-Europäer nachvollziehen können :
Ca. 0.26 ( NULL KOMMA ZWEI, nicht drei ! ) bar Druck / rd. 100 l/h.
Na gut, dann eben weniger, und er, Aldo, wird versuchen sowas zu beschaffen.
Das Auto seiner Frau wurde requiriert und mir als Leihwagen gegeben….also, dann : a domani.
220 km und rd. 2 ½ Stunden später war ich endlich in Iano/Montaione.
Rein prophylaktisch hatte ich Donnerstag Morgen bei einem gewissen Teilehändler „B..“, in einem Land, das eigentlich mehr für Käse bekannt ist, nach der Verfügbarkeit von Pumpe & Ventil nachgefragt und wurde positiv überrascht.
Dem Himmel sei Dank für eine im Auto gefundene alte Rechnung mit der Telefon Nummer !
Als endlich mein Freund Aldo anrief um mir freudig mitzuteilen, dass er leider keine Pumpe hat finden können, als ich ihm dann sagte, ich würde die Teile bestellen und sie sollten am nächsten Tag geliefert werden: wieder schallendes Gelächter…….na klar, aus Hollandia ??? in weniger als 24 Stunden ???? PRUUUUUUST Pakete aus dem Nachbarort brauchen in Italien schon eine Woche !
Am Freitag Morgen waren die Teile da. Aldo verblüfft bis sprachlos, aber gegen 16:00 konnte ich mein Auto abholen. Gesamtkosten Arbeitslohn € 80.00. Leihwagen @ € 52/Tag übernimmt der ADAC.
Resultat : Benzinzufuhr-Problem gelöst, Wassertemp. Bergab : sehr niedrig, „ebenerdig“ : perfekt.
Rückfahrt Sonntag Morgen : Temperatur auf ebener Autobahn : niedrig bis perfekt, Chisa Pass rauf : erst ok, naja, dann immer länger Ende-vom-Weiss, Pass runter : Anfang vom Weiss.
A B E R dann Parma – Mailand, ebene Autobahn, knapp 38 Grad Aussentemp, max 110 km/h : wieder ganz am Ende vom Weiss, undzwar PERMANENT !
So ging‘s auch durch die Schweiz, Temperatur wie ein Jojo, hoch und runter, aber immer mehr und länger auf der hohen Seite……BEÄNGSTIGEND.
Erst als es stetig bergab ging, erst als die Aussentemperatur wieder bei rd. 20 Grad war, blieb die Anzeige unten…..
Jo, so haben wir es dann auch bis nach Köln geschafft.
Jetzt geht’s an die Fehlersuche
Klaus