Autor Thema: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2  (Gelesen 5936 mal)

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Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« am: Sa.26.Feb 2011/ 11:31:55 »
Wo ich nun meinen Vergaser sowieso ausbauen musste habe ich mir ihn mal genauer angesehen. Wie viele Wissen ist mein Wagen selbst für Rolls-Royce Verhältnisse sehr durstig. 27-35 l genehmigt sich der Rolli ganz und gerne, aber so ganz mag das mir bei den Spritpreisen nicht schmecken. Sicher dürfte es auch an meinem Verhalten im Straßenverkehr liegen, daher dürfte es sicher nicht verwunderlich sein, dass ich mich nun in die Reise in den Vergaser begeben habe.

Naja, positiv sehe ich im Moment zwar, dass wo bei einem Augenschlag der Preis für Krafstoff sich um mehre Cent erhöht der Wagen eine Zwangspause in der Garage macht.


Vor allem gesagt sollte werden, dass ich noch nie einen Doppel HD8 zerlegt  habe und daher es sichere zu der einen oder anderen Blöden Frage kommen dürfte.

Es gibt recht selten die moderne Einspritzvariante von den letzten Shadows aus den USA zu erwerben und heute überschwemmen sehr viele billige SZ bzw. Silver Spurs den Markt. So wäre doch meine blauäugige Vermutung, man könnte aus einem Spurs alle nötigen Teile entnehmen und einen Shadow mit Einspritzer bauen.

Quelle: photobucket.com

Quelle: ebizautos.com

Ist diese Überlegung theoretisch richtig?

Würde sich dieser Umbau ernsthaft amortisieren? Oder ist der Verbrauch von einem Einspritzer nicht so viel geringer und der Aufwand für Umbau zu groß?

Einen von vorne hübschen Grün Blauen Spur der "Teil zerlegt" ist könnte ich schon für 3400 Pfund haben (40t M gelaufen) mit leicht verformten Heck ;)




« Letzte Änderung: Sa.26.Feb 2011/ 11:45:58 von PMX-251K »

Offline cferbrecht

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #1 am: Sa.26.Feb 2011/ 12:29:04 »
Um auf so einen Verbrauch zu kommen, muss man das Gaspedal digital nutzen (0 oder 1, ganz oder gar nicht). Bei der Fahrweise bringt die Einspritzung dann aber auch nicht viel Ersparnis....

Machbar ist der Umbau sicher; das größte Problem wird die Steuerung sein (Kabelbaum-Anpassung).

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #2 am: Sa.26.Feb 2011/ 15:02:12 »
Ich habe meinen Shadow auf der Autobahn bei Tempo 120 mit 15,4 Liter gefahren. In der Stadt max. 25. Durschnitt waren unter 20. Wenn Du sonst nichts zu tun hast, kannst Du dieser Idee natürlich nachgehen.

Im Normalfall jedoch machen sich jedoch Ruheständler an solch reichlich unnötige Aufgaben. Mir wäre die Zeit dafür als junger Mensch zu schade.

Offline RR-SS

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #3 am: Sa.26.Feb 2011/ 15:37:51 »
Ich habe meinen Shadow auf der Autobahn bei Tempo 120 mit 15,4 Liter gefahren. In der Stadt max. 25. Durschnitt waren unter 20. Wenn Du sonst nichts zu tun hast, kannst Du dieser Idee natürlich nachgehen.

Im Normalfall jedoch machen sich jedoch Ruheständler an solch reichlich unnötige Aufgaben. Mir wäre die Zeit dafür als junger Mensch zu schade.

Gebe ich dir vollkommen recht nur wenn man die Zeitungen studiert sorgt man sich etwas vor einem Benzinpreis im Sommer. So mag das sicher etwas übertrieben sein bis zu 2,3 Euro aber die Momentane entwicklung sieht eher tendenziell steigend als fallend aus.

Gerade habe sind Semsterferien und da ich nicht verreisen kann, da meine Möglichkeiten ins Unilabor zu gehen sehr kurzfristig sind und sonst Nähmaschinen, Stoffe usw. mehr als einen Rolli Kofferraum voll stapeln würden habe ist etwas mehr zeit als sonst für den Wagen vorhanden.

Das Gaspedal zu digitalisieren ist mir ehrlich gesagt dann auch wieder zu modern, sodass ich wohl den Vergaser best möglich einstellen werde und dann zum Profi rollen muss, damit der Wagen optimal läuft. Was ist den in deinen Augen der beste Wert den man bei einem gut eingestellten 72er Shadow erreichen kann, wenn man an bewussten Verbrauchern nur das Radio laufen hat.

Zudem wäre mir sowieso eigentlich auch ein solcher Klang des Motors zu wieder und müsste deutliche Einsparungen an Treibstoff bedeuten.

http://www.youtube.com/watch?v=b2s6cbC9qSU&feature=related


Offline Udinho

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #4 am: Sa.26.Feb 2011/ 16:01:28 »
Du hast es nur noch nicht gemerkt, auch nach Herrn Erbrechts Bemerkung nicht, Carl, aber Dein Gaspedal ist bereits digitalisiert! So einen Verbrauch, wie Du ihn erwähnst, erhält man eben nur mit einem im Erbrechtschen Sinne digitalisierten Gaspedal.

Wenn Du erst mal gelernt hast, Dein Gaspedal als ein analoges Gerät zu begreifen, dann sinkt der Verbrauch bestimmt gehörig :-)

Aber im Ernst, so ein Verbrauch, wenn er denn wirklich so abenteuerlich ist, deutet auf defekte Membrane der Vergaserdüsen! Das paßt dann auch zu dem von Dir mal beschriebenen schwarzen Qualm aus dem Auspuff.

Gruß - Udo
SSI SRH17687
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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #5 am: Sa.26.Feb 2011/ 17:32:35 »
 :D ;D

Danke Udo, ich hatte eine ganz lange Leitung ;) der Kampf gegen die Mutter oben auf der Pumpe raubt Nerven, Verstand, Nüsse, Drehmomentschlüssel und macht Muskelkater :D

Ja ich werde mal den Vergaser erkunden und von den Entdeckungen berichten :)

Wobei es gar nicht so extrem schlimm ist mit dem Gaspedal... mal abgesehen von wenigen Situationen trete ich das Gaspedal nicht sehr und im kalten Motor Zustand ist der Gasfuß leichter als eine Feder ;) .

Von der 20 km zur Uni fahre ich 15 km durch gängig bis auf zwei Ampeln brav 50 miles laut Tacho was gemäß Navi 74 ist und da gibt es kein starkes beschleunigen oder wilden Überholmanöver...
« Letzte Änderung: Sa.26.Feb 2011/ 17:40:43 von PMX-251K »

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #6 am: Sa.26.Feb 2011/ 21:53:11 »
Bilder von den beiden Membranen? oder wie heißt der Plural?

wenn man sie gegen das licht hält sieht man ganz und garnichts durch also unter Löcher leiden sie nicht und an den seiten tropfte nichts vorbei.
« Letzte Änderung: Sa.26.Feb 2011/ 22:19:41 von PMX-251K »

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Papierdichtungen Dichtungen Vergaser
« Antwort #7 am: So.27.Feb 2011/ 18:19:32 »
Heute habe ich mal einfach die alten original Papierdichtungen des Rolls-Royce Silver Shadows  in Vektordatein umgewandelt, sodass jeder der einen Plotter hat sich die einfach reproduzieren kann.

Anbei die Vorlage und das Angebot, wer in nächster Zeit ein paar Dichtungen braucht, kann bescheid sagen. Ich habe noch einige zu viel, da mir die Software anstelle von 4 Dichtungen für die Hörner 4 mal das ganze Blatt ausgeschnitten hat... Naja ;)....
 
In meinen Augen würde aber anstelle von Dichtungspappier normales  100g/qm Packpapier oder Zeichenpapier reichen, die ausgerufen Preise für "Dichtungspapier sind mir selbst sehr schwer nachzuvollziehen....
 

Offline Reinhard

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #8 am: So.27.Feb 2011/ 21:35:55 »
Hallo Carl,

der Verbrauch Deines Wagens deutet ganz sicher auf einen Defekt hin.
Unser Auto liegt so um 20 Liter.

Spontan habe ich auch an die Membranen gedacht, bei meinem Range-Rover (Bj. 73) war auch der Ölstand der Vergaser im Hinblick auf den Verbrauch wichtig.
Ich denke, das ist beim RR auch so, ich habe mich damit aber noch nicht beschäftigt (never touch a running system, alte Weisheit aus Land-Rover-Tagen :)  ).

Viel Erfolg bei der Fehlersuche,

Reinhard

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #9 am: So.27.Feb 2011/ 21:38:58 »
ja blöd gefragt von welchen Membranen sprecht ihr? Also nicht von den oben agebildeten?

Danke :) für die positiven Worte ich hoffe wir sehen uns am 5. mit deinem Wagen?

Offline Reinhard

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #10 am: So.27.Feb 2011/ 21:58:52 »
Doch, ich meine die abgebilteten Membranen.
In der Mitte der Vergaser ist doch aber ein kleiner Ölpeilstab, oder? Da würde ich mal nachsehen.

Klar, am 5. komme ich mit dem RR, kann aber, wie schon geschrieben, nicht sehr lange bleiben.
Vielleicht finden wir dann ja noch eine mögliche Ursache für den grossen Durst...
Ich bringe dann auch mal ein Einstellwerkzeug vom Range-Rover mit, habe aber keine Ahnung ob das beim RR auch passt.
Vielleicht können wir es ja gebrauchen.

Offline Udinho

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #11 am: Mo.28.Feb 2011/ 00:20:09 »
Carl, es ist schon von den abgebildeten Membranen die Rede. Sind die denn auch schön weich und elastisch? Wenn sie nicht hart und brüchig sind, wird da wohl eher kein Fehler vorliegen.

Der Weakener ist auch so ein Dingen. Der soll ja das Gemisch abmagern, wenn der Motor warm ist, damit fährt das Auto dann mit geringerem Durst. Aber das macht keine 30% oder mehr aus.

Hast Du Dich denn überhaupt mal um eine ordentliche Vergasereinstellung gekümmert? Wenn der Unterdruck in den Schwimmerkammern zu gering ist, dann treibt das den Verbrauch unnötig in die Höhe. Überhaupt muß die Höhe des Benzinstandes in den Schwimmerkammern stimmen, sonst läßt sich das Gemisch nicht ordentlich einstellen. Ein Abweichung von 10% sind bei diesem Auto ja lässig 2 bis 2,5 Liter auf 100 km! Da kommt schnell eine Menge Mehrverbrauch zusammen.

Stimmt denn der Zündzeitpunkt? Vielleicht hast Du zuviel Spätzündung und mußt viel mehr Gasgeben für eine bestimmte Leistung, als eigentlich bei richtiger Einstellung der Zündung notwendig!?

Ferndiagnosen sind nicht wirklich möglich, nur ein paar Hinweise. Es gibt viele Möglichkeiten. Nach Deinen bisherigen Schilderungen und Erlebnissen könnte Dein Rollie in dieser technischen Hinsicht durchaus ein wenig vernachlässigt worden sein.

Übrigens, die Dichtung rechts, die unter die Vergasereinheit gehört, ist unvollständig. Sie muß in der Mitte durchgehend sein. Vom linken zum rechten Loch fehlt die Verbindung. Wie wichtig diese Verbindung ist, kann ich aber nicht beurteilen.

Gruß - Udo
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Offline SRH4422

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #12 am: Mo.28.Feb 2011/ 09:10:21 »
Heute habe ich mal einfach die alten original Papierdichtungen des Rolls-Royce Silver Shadows  in Vektordatein umgewandelt, sodass jeder der einen Plotter hat sich die einfach reproduzieren kann.

Hallo Carl!

Ich habe die neuen Dichtungen vor dem Einbau auch mal auf den Scanner gelegt und die Dicke gemessen.
Die Daten haben ich dir zugeschickt. Während die Dichtung zwischen Tee-Piece und Einlassspinne wirklich recht dünnes Papier ist (0,15mm), sind die neuen Dichtungen für die Hörnchen schon dicker (0,71mm) und fühlen sich leicht gummiert an.
Darüber war ich ein wenig erstaunt, da die alten Dichtungen (bzw. die Reste davon) doch recht dünn waren und die Anforderung an diese Dichtung doch nicht so hoch ist.

Zum Kommentar von Udo: Die neue, gekaufte Dichtung zwischen Tee-Piece und Einlassspinne hat bei mir auch keinen Zwischensteg. Habe mich darüber nicht gewundert, da die letzte Dichtung diesen Steg auch schon nicht mehr hatte. Ich werde also keinen Unterschied merken können....


Dichtung Tee-Piece - Einlassspinne: t = 0,15mm


Dichtung Vergaser - Hörnchen: t = 0,71mm


Auch noch interessant für die Nachbau-Datenbank, da diese Dichtungen in der Geometrie sehr einfach sind und die dafür aufgerufenen Preise sehr sportlich sind.
Dichtung Vergaser Tee-Piece - Vergaser Butterflygehäuse (2 Stück): t = 0,11mm
SRH4422 von 10/1968

Offline Udinho

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #13 am: Mo.28.Feb 2011/ 09:26:01 »
Ist denn das wirklich gut, so hauchdünne Dichtungen zu verwenden?

Bei einem neuen Fahrzeug kann ich mir vorstellen, daß alles so plan und sauber ist, daß auch eine sehr dünne Dichtung ihrem Namen Ehre machen wird. Aber bei einem 30 Jahre alten Auto? Sind die Kontaktflächen wirklich so plan und sauber, wie es deart dünne Dichtungen erfordern? Jedes minimale Bißchen an Unebenheit oder Schmutz führt doch gleich zu Undichtigkeit? Ist da nicht eine stärke Dichtung besser?

Oder sehe ich da was ganz falsch? Ich habe mir wie in alten Zeiten üblich (mache das immer noch so) aus Dichtungspapier verschiedener Stärken die benötigten Dichtungen zurecht geschnitten, was nicht so wunderschön rund wird, aber gleichwohl seine Aufgabe erfüllt. Aber meine Dichtungen sind immer erheblich dicker als die Originale. Ist das falsch oder schädlich? Kann das unerwünschte Folgen haben, vor allem hier beim Vergaser?

Gruß - Udo
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Offline SRH4422

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Re: Geheimnisvolle Reise in die Tiefen des Wagens Teil 2
« Antwort #14 am: Mo.28.Feb 2011/ 09:59:32 »
Die Frage nach der richtigen Dichtungsstärke ist immer so eine Sache. Du brauchst die Dicke um Fehler in der Oberfläche auszugleichen. Zuviel davon hat man aber auch nicht so gerne, da die Dichtungen doch nachgeben und die Vorspannung der Schrauben dann nachlässt. Wo jetzt genau die goldene Mitte ist, weiss ich bei den einzelnen Dichtungen auch nicht.

Beim Vergaser habe ich das jetzt so gehalten, dass ich mir von SU ein Service-Kit bestellt habe. Da ich die Düsenstock Membranen (Jet-Assys) neu brauchte war es so das einfachste und preislich auch vertretbar. Ich hoffe jetzt einfach darauf, dass diese Dichtungen die "richtige" Materialstärke haben.

P.S.:
So sahen die hier angesprochenen Düsenstöcke einschliesslich Membran bei mir aus:


Trotz dieser merklich gealterten Teile lag der Verbrauch bei mir zuvor bei run 20 l/100km. Wer weiss wo er jetzt mit neuen Teilen liegen wird..... hoffentlich nicht bei 30 :)
SRH4422 von 10/1968