Dieser KFz-Meister wäre der erste, der mir erklären will, die Handbremse und die Bremshydraulik würden zusammenhängen. Da würde ich mir schnell eine andere Werkstatt suchen.
Die Handbremse wird nur über Seilzug betätigt. Eigentlich stellt sich das System selbst nach, aber bei den meisten funktioniert das nicht (mehr). Es war hier im Forum fast eine Einsicht wie vom Heiligen Geist, als Winfried auf diese Automatik aufmerksam machte - kaum jemand wußte darum.
Du kannst beruhigt die Handbremse, wenn sie den gängig ist, an den Rädern einzeln so einstellen, daß beide Seiten gut ziehen. Das reicht für den TÜV allemal. Wenn der Mechanismus am Rad aber verdreckt, verrostet und schwergängig ist, hat das keinen Sinn. Dann muß der gängig gemacht werden mit Lösungsmittel und tausend Mal hin und her bewegen. Danach bremst die Handbremse auch wieder ordentlich (im Rahmen ihrer vom Austin Minor abgeleiteten Möglichkeiten). Die Nachstellautomatik studierst Du dann nach dem TÜV.
Daß die Bremsen über die Hydraulik nur links zu schwach sind, ist Zufall, eine systembegründete Erklärung fällt mir jedenfalls nicht ein. Das hätte auch vorne links und hinten rechts sein können. Daß die Bremswirkung an einzelen Sätteln schwächer ist, kann an den zugehörigen zuquellenden Bremsleitungen liegen. Aber da der TÜV-Onkel das den Leitungen vielleicht angesehen hätte, liegt es wohl doch eher an defekten Bremskolben der entsprechenden Sättel. Das kommt in der Regel daher, daß die Bremsflüssigkeit zu selten gewechselt wird, denn sie ist hygroskopisch, und die Feuchtigkeit läßt die Kolben irgendwann zu rosten anfangen. Die Kolben sind zwar eigentlich mit Chrom beschichtet, aber schlecht sitzende oder defekte Staubkappen lassen Schmutz an die Kolben gelangen, der dann im Laufe der Zeit den Chrom durch Reibung zerstört, dann kann Feuchtigkeit die Kolben rosten lassen. Ausnahme: Es sind schon Edelstahlkolben drin, aber das glaube ich nicht, denn dann hätte ich keine brauchbare Erklärung mehr für ein derart einseitiges Ziehen der Bremsen - außer, daß der Zylinder, in dem der Kolben läuft, ausgeleiert ist und der Kolben sich verkantet.
Wenn Du das nicht selbst regeln kannst, wird es wohl teuer. Denn keine Werkstatt wird hier halbe Sachen machen. Wird eine Seite repariert, bremst das Auto dort gut, dafür ist es dann vielleicht auf der gegenüberliegenden Seite schwächer. Mit anderen Worten: Eine Werkstatt wird nur alles überholen, und das ist teuer. Du brauchst nur zu überschlagen, was Kolben und Zubehör (Dichtringe, Staubkappen, Klemmen) kosten, das geht gegen 500 Euro. Der Arbeitslohn liegt bestimmt auf demselben Niveau. Wenn die Schläuche dazukommen incl. Arbeit, sind das weitere wohl 300 Euro. Im Ergebnis - einschließlich Handbremse - landest Du sicher bei 1.500 Euro. Das ist eher noch schöngerechnet, befürchte ich, und es betrifft nur und ausschließlich die Bremssättel und Bremsschläuche der ganzen Anlage.
Nur am Rande bemerkt: Da läuft in einem anderen Thema gerade die Frage nach den Kosten und Folgekosten für "Viel Auto für wenig Geld". Da kann man nur immer wieder vor warnen.
Gruß - Udinho