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« Letzter Beitrag von PY158 am Mo.08.Jun 2026/ 09:43:53 »
Der Traum von einem PIII kann relativ schnell zu einem Albtraum werden. Es gibt einen Grund dafür, wieso bei vielen PIII der Motor getauscht wurde. Da ist von B80/81 Motoren (wie in Herrn Erbrechts Studentenkutsche) bis zum Austin- oder Perkins-Dieselmotor alles dabei. Als ich beim letzten Garagentreffen in Melle am 24.5.26 den dort ausgestellten und wunderschönen PIII mit der Chassis-Nr. 3DL88 etwas zu lange bewunderte, nahm mich mein Freund Klaus-Josef zur Seite um mir zu erklären, dass der Werbespruch aus den 1960ern "Das lauteste Geräusch in einem Rolls-Royce bei 60 Meilen ist das Ticken der elektrischen Uhr" eigentlich falsch sei, denn der Spruch müsse korrekt lauten: "Das lauteste Geräusch in einem Phantom III bei 60 Meilen ist das Herzrasen Ihres Bankberaters". Alleine schon die Überlegung, dass man Zündkabel besser im Großhandel bestellen sollte, weil in einem einzigen PIII etwa 50m (in Worten: fünfzig Meter!) davon verbaut sind, sollte einem zu denken geben. Jede Motorarbeit, die etwas ausführlicher ist, wird zuverlässig im 5-stelligen Bereich landen. Dann gibt es zwei Sorten Ventiltrieb: den zu Anfang verbauten hydraulischen, superfortschrittlichen, welcher allerdings ein klinisch reines Motoröl verlangt und Ölwechselinterwalle von maximal 345km (okay, das war ein Scherz, alle 1.500-2.500km genügen völlig), weshalb schon die neuen Phantömer in den 1930er Jahren Rolls-Royce ausgiebiges Kopfzerbrechen bereiteten und der Ventiltrieb ab etwa 1937/38 wieder auf solid tap, umgestellt wurde, Details kennen die Experten. Müsste die C-Serie gewesen sein, wie auch immer.
Aber es gibt furchtlose Mechaniker und Doktoren der Technik, die sich immer wieder an diesen Wahnsinn von einem Motor herantrauen, einer davon ist auch in diesem Forum zugegen (rolls1981), aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass es zwar einige (wenige) Youtube-Filmchen über den Phantom III gibt, nebst Geschichten von deren Restaurierung, aber man sich sämtliche Überlegungen zu preiswerten Ersatzteilen ersparen kann. Eine Austausch-Wasserpumpe, mit der die lästigen Temperaturprobleme dieser Baureihe allerdings nicht behoben sind, ist unter Freunden für etwa dreieinhalb große Steine zu haben, während eine elektrische, mit der obendrein auch die Temperaturprobleme viel leichter abgestellt werden können, gerade mal einige Hunderter kostet. Ist dann halt nicht mehr original. Wäre mir persönlich wurscht, ich denke schließlich auch über die Nachrüstung von Servolenkung und Overdrive für meinen kleinen Huibuh nach. Wird aber, wie so vieles, letztlich eine philosophische Frage werden...
Wenn du genügend liquide Mittel hast, die sich allerdings mindestens in einem gut 6-stelligen Bereich bewegen sollten, kannst und wirst du mit einem PIII sicher viel Freude haben, aber es ist halt in keinem Fall, und ich meine in wirklich keinem Fall (!), ein billiges Auto.