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« Letzter Beitrag von PY158 am Gestern um 10:10:16 »
Liebe Freundinnen und Freunde im Geiste,
ich habe einige Zeit mit mir gerungen, ob ich einen Kommentar zu diesem Thema absondern soll, aber meine Neugierde auf euren Standpunkt in dieser Angelegenheit lässt mir dann doch keine Ruhe. Wie bekannt sein dürfte, baut Rolls-Royce seit inzwischen über 100 Jahren seine großen Limousinen mit dem Namen "Phantom" und zur Feier dieses Jubiläums haben St. James's House und der RREC eine Festschrift von immerhin über 520 Seiten auf die Menschheit losgelassen um diese Autos, die nunmehr seit inzwischen in der 8. Generation von Rolls-Royce gebaut werden, angemessen zu feiern. So weit, so gut, so schön.
Was mir jedoch etwas - wie soll ich es ausdrücken? - Stirnrunzeln in meinem ansonsten natürlich makellosen 63 jährigen Antlitz verursacht, ist die Aufmachung dieses Wälzers und die Gewichtung des namensgebenden Themas. Ihr könnt mich gerne kleinlich nennen, aber ich finde diese Veröffentlichung sollte nicht "100 Years of the Phantom" heißen, besser und zutreffender erschiene mir beispielsweise:
"Katalog der selbstverliebten Immobilienmakler und Kreativen, die gelangweilten Richkids irgendwelchen teuren Plunder verkaufen wollen, mit einer 50 seitigen Beilage von Rolls-Royce angesichts der 100 jährigen Produktionsdauer von Fantömern an verschiedenen Orten"
Das ist zwar ein sehr langer Titel, aber er hätte auf dem groß (-kotzig?-) en Einband sicher Platz gehabt. Wenn ich mich über Timesharing-Immobilien, Einbauküchen, Premium-Spirituosen oder Ferienhäuser informieren möchte, ist diese Festschrift bestimmt total informativ, aber der Titel "100 Years of the Phantom" erscheint mir doch reichlich irreführend, zumal sich die vielleicht 50-60 Seiten redaktioneller Text (von den gesamt 542 Seiten dieses Wälzers) nicht nur mit den verschiedenen Fantömern beschäftigen, sondern auch mit Camargue, Bentley Corniche, Bentayga, Spielzeug-Blowern, Flugtriebwerken (der berühmte Merlin-Motor), die Lufthansa Technik nicht zu vergessen.
Der Rest beschäftigt sich mit Wellness-Ressorts, Kravatten, Maßanzügen und Edelsprit. Bin ich der einzige, der von dieser Art von PR genervt ist? Oder bin ich vielleicht einfach bloß zu spießig, um mich in dieses "Panoptikum der Seltsamkeiten" (Ausdruck eines Forumsmitgliedes für RREC-Mitglieder) einzureihen und diese wirklich dreiste Werbe-Broschüre tatsächlich als "Buch" zu (miss-)interpretieren?