Rolls-Royce & Bentley-Forum
Rolls-Royce+Bentley-Technik => Allgemeine technische Themen => Thema gestartet von: shadow68 am Mi.29.Aug 2007/ 17:06:17
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Hallo Forum,
mein '68 Silver Shadow hat leider ein Problem: Er springt nicht immer an! Vielleicht hatte ja jemand von Euch schon einmal ein aehnliches Problem?!
Folgendes ist mir jetzt 2 mal passiert: Beim ersten Anlassen wollte er noch nicht richtig durchstarten, beim zweiten macht es nur "klick" im Armaturenbrett, kein Anlasser drehte, und nach ein paar Minuten warten klappte es dann doch. Doch das letzte Mal wollte er beim ersten Mal zwar auch noch nicht, aber dann machte es nur noch "klick", auch nach einer halben Stunde! Deswegen muss er jetzt leider draussen stehen! Ist das nur ein Kontaktproblem zwischen Relais und Anlasser? Oder ein Wackler im Sicherungskasten? Oder ein Sensor schaltet auf Unterbrechung?
Die Batterie wird von mir immer abgeklemmt und sollte eigentlich das Problem nicht sein, oder? Sonst wuerde der Anlasser ja wenigstens ein bisschen mitdrehen.
Ich bin fuer saemtliche Hinweise sehr dankbar, die mir helfen, das Problem dauerhaft zu beheben!
Danke und viele Urlaubsgruesse
Markus mit shadow68
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Hallo,
hatte auch mal so ein Problem. Da war es glaube ich der Magnetschalter.
Was macht er denn wenn er Fremdgestartet, also Überbrückt wird?
Grüsse
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Hallo Markus,
das gleiche ist bei mir auch vor ca. zwei Wochen aufgetreten. Zum Glück war bei mir NUR eine Klemme an der Batterie etwas locker, dadurch hat der Anlasser nicht genügend Power bekommen und es machte vorne nur KLICK.
Gruß Ralf
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Wenn es irgendwo im Motorraum noch klickt, ist es vermutlich der kleine separate Magnetschalter, der rechts hinten im Motorraum sitzt. Wenn es noch der alte Schalter mit dem Druckknopf ist, kann man den im Motorraum von Hand betätigen. ABER VORSICHT: Wenn der Gangwählhebel nicht auf "P" oder "N" steht, kann das Auto über diesen Knopf trotzdem gestartet werden und fährt dann einfach los – also unbedingt darauf achten, das der Wählhebel auf "P" steht!!!
An diesem Schalter kann man auch messen, ob er in der betätigten Stellung die 12 V durchlässt: an beiden dicken Anschlüssen müssen 12 V liegen, wenn der Schalter betätigt ist, ob von Hand oder über den Schlüssel. Ist das nicht der Fall, den Schalter austauschen; ansonsten liegt es am Anlasser selbst.
Wenn der Schalter von Hand funktioniert, jedoch in der Start-Position nicht klickt, liegt es am Kontakt im Zündschloss oder an den Anlassverhinderungsschaltern an der Lenksäule oder im Getriebeschaltmotor.
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
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Also wenn man bloß man noch so ein Klick hört, kann das aber auch eine ganz schlappe Batterie sein. Der Anlasser zieht dann gerade noch rein, aber von Drehen keine Spur mehr. An der Innenbeleuchtung merkt man nichts, die leuchtet noch normal. Aber das Fahrlicht wird in diesem Falle nur noch müde leuchten, und damit würde sich die schlappe Batterie dann doch verraten.
Gleichwohl ist am wahrscheinlichsten, was Herr Erbrecht beschrieben hat. Als das bei mir so anfing, habe ich den schon seit längerem bereitgelegten japanischen Anlasser eingebaut, der viel kleiner, viel leichter und viel leiser und auch noch stärker ist. Dieses schwere alte originale Monstrum liegt parat für den Notfall, das der Japaner nicht mehr mag - ich glaube, deren Ruf ist nicht der famoseste, oder? -, um eine Notzeit zu überbrücken. Falls ich für den alten Anlasser billig einen Magnetschalter bekomme, tausche ich den noch aus, um wirklich einen brauchbaren Notersatz zu haben.
Ich meine, mich zu erinnern, daß man bei diesen japanischen Anlassers den Magnetschalter nicht einzeln ersetzen kann. Ist das richtig?
Gruß - Udinho
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Trick, um das auch zu prüfen: Ein Regenschirm, mit welchem man von oben (neben Getriebölmessstab) von oben auf den Anlasser klopft, während eine zweite Person versucht, zu starten. Wenn der Anlasser dann dreht, liegt dort der Wackler. Es empfielt sich allgemein, einen Schirm für diesen Fall bereit zu halten. So kommt man wenigstens vom Fleck und kann die Reperatur einleiten, wenn Zeit dafür ist. Der Anlasser ist gern einmal zickig - auch der moderne Japanische...
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@ All,
hatte dieses Problem anfangs auch öfters. Nun habe ich einen kleinen Japanischen Anlasser drin.
Das Problem ist jetzt so gut wie weg. Manchmal ist es wieder schwierig den Wagen zu starten. Es macht nur klack.
Mein Trick hierfür um die Lady gleich wieder zu starten ist relativ einfach.
Ich betätige den Zündschlüssel in schneller Reihenfolge ein -aus -ein -aus usw. Nach 3 bis 4 maliger Betätigung springt
meine Corniche anstandslos wieder an.
Gruss
PS: Warum das so ist ? Evtl. gibt es Erklärungen.
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Corniche, kann Dir nur beipflichten. Viele Werkstätten haben über die Jahre keine Antwort gefunden. Mein japanischer Anlasser war 3 (!) mal draussen, ebenso das die Switch-Box. Wann hast Du das Problem? Ich nur, wenn ich schon etwas gefahren, bin, der Motor bereits warm ist und ich zB. noch tanke, bevor ich dann eine längere Tour unternehmen will. ..
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Ich verweise nochmal auf den zusätzlichen Magnetschalter, der zwischen Switchbox/Starverhinderungsschaltern und dem Anlasser sitzt – der ist in den diversen Beiträgen nicht erwähnt worden, geht aber auch kaputt. Sehr häufig ist es ganz einfach eine schlechte elektrische Verbindung am Anlasser; dies betrifft manchmal die dicken Leitungen, meistens aber den kleinen Steckkontakt, der ausgeglüht ist und deshalb nicht mehr genug Federkraft hat, und die bei Wärme ohnehin noch nachlässt.
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
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Hallo an alle,
erst einmal vielen Dank für Eure zahlreichen Beiträge. Bin heute erst aus dem Urlaub zurück gekommen und war natürlich mächtig gespannt, ob ich heute (nach einer Woche auf der Straße stehend, traurig, aber ging nicht anders) meinen Shadow wieder in die Garage fahren kann.
Die Suche nach dem Magnetschalter (danke Herr Erbrecht) war leider vergebens, habe ihn nicht gefunden. War hoffnungsvolls, weil das klicken im Motorraum ja zu hören war. Nochmal zu meinem Rolls: Es ist ein frühes Modell der 1. Serie mit dem Antriebsstrang vom Silver Cloud 3 (wenn ich richtig informiert bin), also 6,2l Hubraum und 4-Gang-Automatic. Kann das daran liegen, das ich den Schalter nicht gefunden habe oder bin ich einfach zu bl*d?
Den Regenschirm hatte ich auch dabei, konnte Ihn aber nicht platzieren! Trotzdem Danke shadow2 (PS: Mein Frau hat viel gelacht!!)
Dann war noch die Idee mit der Batterie. Als ich schon jemanden kommen lassen wollte, habe ich es doch nocheinmal mit fremdstarten versucht, und siehe da: Er lief sofort beim ersten Mal ohne ein Murren an! Aha, doch die Batterie. Danke Udinho, ohne den Tipp, das die Innenleuchten keine Leuchteinbussen haben müssen, hätte ich es vielleicht gar nicht versucht. Aber auch der Fahrlicht war voll da, keine Leuchteinbussen! Komisch, oder?
Deshalb nocheinmal eine Frage an euch: Welche Leistungen haben Eure Batterien? 70Ah? mehr? Wieviel kann mann maximal Eurer Erfahrung nach reinmachen, ohne ein Problem mit der Elektrik/Sicherungen zu bekommen??? Durch die Batteriebreite ist man ja beschränkt.
Danke im voraus für weitere Tipps.
Markus
Er läuft!!!!! Yes!!!
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Servus,
also ich habe eine 12V 74Ah / 420 eingebaut.
Ist eben auf die Pollage zu achten!
Läd denn Deine Lichtmaschine die Batterie noch?
Wenn ich recht informiert bin, müste man mit einem Multimeter bei laufendem Motor
zwischen den + und - Pol der Batterie min. 12,5 bis 14 V messen können.
Grüsse
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Anbei ein Bild des Magnetschalters, vielleicht hilft's.
Wenn die Batterie etwas zu schwach ist, kann es sein, dass die Kontakte des separaten oder des integrierten Magnetschalters gerade eben nicht geschlossen werden; bei Starthilfe reicht es dann. Es kann natürlich an der BAtterie oder der Lichtmaschine oder am Regler usw. liegen – Sie werden es nur feststellen können, wenn Sie sich messtechnisch von der Batterie zum Anlasser vorarbeiten.
Grüße aus dem verregneten Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
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Meine Batterien - im Shadow wie im Bentley - haben 74 Ah. Ich hatte aber auch schon 70 Ah drin.
Die Amperestunde ist ein Maß für die elektrischen Ladung. Anders gesagt: Die elektrische Ladung gibt an, wielange ein bestimmter Entladestrom fließen kann, bis die Ladung abgeflossen ist. Bei einer Ladung von 74 Ah dauert es eben 74 Stunden bei einem Entladestrom von 1 Ampere, bis die Ladung weg ist.
Beim Anlassen kann ein Strom von 200 Ampere fließen. Ich weiß nicht, wieviel es bei unseren Shadows mit den alten Anlassern wirklich sind. Aber allein dieser Entladestrom würde die Zeit, die die Batterie ihre Ladung zur Verfügung stellen kann, auf etwa 15 Minuten reduzieren. Da die Batterie aber erstens nie voll geladen sein wird und zweitens je nach Alter und Ladezustand und Temperatur eh nicht die optimale Leistung bringt, ist es in der Praxis weit weniger Zeit, für die die Ladung zur Verfügung steht.
Zu Deiner Frage nach den Sicherungen und so: Das spielt keine Rolle, wie sich aus dem vorher Gesagten ergibt. Die Angabe der Ah sagt nur, wieviel Ladung (Kapazität) zum Abfließen im besten Falle verfügbar ist. Du kannst auch eine Batterie von 100 Ah einbauen. Aber erstens wird es keine geben, die in die Lücke im Shadow paßt (beim Spirit noch weniger), und zweitens nutzt das nichts: Der Anlasser könnte theoretisch länger drehen, aber das würde er gar nicht aushalten, weil er für eine so lange Leistungsabgabe gar nicht konstruiert ist.
M.a.W.: Ich halte 74 Ah für ausreichend - es sei denn, Du fährst viel mit Kühlschrank und anderen Stromfressern, die u.U. auch bei abgestelltem Motor laufen sollen. Dann wäre eine zweite Batterie in einer Ecke des Kofferraums in einer hübschen Kiste aber die bessere Lösung.
Gruß - Udinho
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Danke für deine Ausführungen Udinho!
In meinem Fall habe ich aber das Problem, das der Anlasser erst gar nicht dreht wenn nicht genug Ladung vorhanden ist. Ein Fan vom "orgeln" bin ich eh nicht. Und im überbrückten Zustand ist er so schön angesprungen wie noch nie!
Dann werde ich mir wohl eine neue Batterie mit 74Ah anschaffen und dann weitersehen.
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Na, wenn sich gar nichts mehr tut, dann ist die Batterie verbraucht, ihr innerer Widerstand ist so groß geworden, daß beim Abfließen der Ladung zu viel elektrische Arbeit erforderlich ist, anders gesagt: ein hoher Spannungsabfall auftritt. Das heißt, daß Du sogar bei passabel geladener Batterie - z.B. 12,3 V oder so zwischen den Polen direkt gemessen - den Anlasser mit der Batterie kaum noch gedreht bekommst: Die Spannung bricht bei Leistungsanforderung zusammen.
Andererseits: Bist Du sicher, daß Deine Batterie überhaupt geladen wird? Hast Du mal bei laufendem Motor die Spannung zwischen den Polen gemessen? Die sollte so bei 14,4 V liegen, jedenfalls nicht nennenswert unter 14 V. Hast Du das geprüft? Und ohne Motor darf die Spannung auch nicht zu dicht bei 12 V liegen, 12 V heißt, daß die Batterie fast leer ist.
Gruß - Udinho
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Hallo Shadow68,
nur zur Verdeutlichung : Eine volle Batteriezelle hat in diesem Fall 2,12 Volt also für die gesamte 12 Volt Batterie = 12,72 Volt. Die Ladespannung muß darüber liegen damit die Batterie geladen werden kann.
Nun kommt es darauf an, wie schon beschrieben, ob die Batterie durch die Lima überhaupt geladen wird. Dazu den Motor starten, ein Voltmeter an Plus und Minuspol anklemmen. Je nach Leerlaufdrehzahl und Limatyp zeigt das Voltmeter nun eine Spannung an die bis 12,7 Volt gehen kann wen die Lima nicht lädt. Wenn Du nun die Drehzahl erhöhst sollte auch die Spannung ansteigen. Tut sie es nicht, liegt da was im Argen.
Tut sie es doch kann dann wie schon beschrieben die Batterie defekt sein und keine Ladung mehr aufnehmen oder bei sich behalten. Sofern Du einen Säureheber hast und die Batterie zu öffnen ist, kannst Du die Säuredichte messen. Bei 1,28 kg/l ist sie voll, bei 1,21 ist sie leer. Entscheidend ist aber im Moment dann nicht so sehr die Dichte sondern der Unterschied der einzelnen Zellen. Sticht eine durch einen besonders niedrigen Wert raus, ist diese Zelle defekt.
Und noch ein Faktor der oft vergessen wird : Der Stand der Säure. Ist der zu niedrig, kann die Batterie auch nicht genügend Ladung aufnehmen. Fast immer ist eine min-max Markierung an der Batterie. Sollte schon dann an der Max-Markierung liegen. Wenn nicht, dann mit destiliertem Wasser auffüllen. Nur destiliertes Wasser. Kein Leitungswasser oder Säure.
Eine zu große Batterie macht auch keinen Sinn. Die Batterie ist ja im wesentlichen nur zum Starten da und als Notpuffer falls die Lima mal ausfällt. Die Hauptaufgabe der Lima ist es die elektrischen Verbraucher zu versorgen. Was übrig bleibt, wandert in die Batterie. Die Lima hat ja aber nur eine bestimmte Maximalleistung. Diese muß nun ausreichen um alles zu versorgen und die Batterie aufladen zu können. Hat die Batterie eine zu große Kapazität ( das sind diese Ah's ) dann kann unter Umständen die Leistung der Lima nicht ausreichen um die Batterie vollständig zu laden. Deshalb muß die Größe der Batterie an die Elektrik angepasst sein.
Grüße
Tom