Rolls-Royce & Bentley-Forum

Rolls-Royce+Bentley-Technik => Allgemeine technische Themen => Thema gestartet von: Der Hesse am Sa.10.Sep 2016/ 19:30:15

Titel: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Sa.10.Sep 2016/ 19:30:15
Hallo zusammen,
ich bin neu im Forum. Bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einem S3 Chinese Eyes und habe jetzt in Belgien ein Fahrzeug in der Entscheidungsphase. Der erste Eindruck vom Fahrzeug (und vom Händler) war positiv. Motor und Getriebe überholt, Rechnungen für Wartung und Reparatur ab '77 vorhanden. Danach auch Motor überholt. Einige wenige Lackblasen, die werden vom Händler noch beseitigt. Kein Rost, auch nicht im Bereich der Batterie, Türschweller oder Unterkanten Türen. Motor läuft ruhig ohne Vibration und zieht mächtig durch. Getriebe schaltet sanft und ruckfrei. Kickdown funktioniert ebenfalls. Unter uns gesagt... geiles Teil! Einzig... Der Unterboden war nach der ausführlichen Probefahrt ziemlich feucht. Ölspuren am Ölfilter, am Getriebe und am Differenzialgetriebe, nicht sehr viel aber es war nass. Was mich nachdenklich macht ist, dass auch an der Kreuzverstrebung des Chassis Öl war und zwar nicht zu wenig. Meines Erachtens war es aber kein Motoröl, ich tippe auf Getriebeöl. Allerdings war das Öl klar, d.h. ungefärbt. Ich hatte mal einen Jaguar 5.3 12 Zylinder, der spuckte auch Hydrauliköl aus dem Getrieb, das war aber rot. Hat jemand eine Idee? Ich würde das Auto schon gerne kaufen, aber aber... Da ich kein Schrauber bin und weder die Zeit noch den Platz habe, bin ich, offen gesagt, etwas unsicher. Bin für jeden Tipp dankbar, auch wenn jemand einen Sachverständigen in Belgien kennt.
Gruß
Der Hesse
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Gert am So.11.Sep 2016/ 10:56:12
Und wenn du die Mängelfreiheit und Deren für dich kostenlosen Beseitigung im Kaufvertrag bestätigen läßt?
Du kaufst schließlich beim Händler. Und ein Rechtanwalt sollte es für dich ausformulieren können.

Welche Farbe hat das Getriebeöl denn am Peilstab?
Schmeckt die Flüssigkeit süß? >> Frostschutz.
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Ex-DRB15051 am So.11.Sep 2016/ 11:44:18
Und ein Rechtanwalt sollte es für dich ausformulieren können.

Der Verkäufer sitzt in Belgien, da wird zwar ein ähnliches Recht herrschen, aber im Zweifel muss man es dort einklagen. Das wird teurer, als eine Reparatur.

Ich würde den Händler auffordern, diese Mängel zu beseitigen. Wenn nicht, dann nicht - es gibt immer ein besseres Auto, man muss halt nur schauen und evtl. etwas Geduld haben.
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am So.11.Sep 2016/ 12:13:43
Ölspuren am Ölfilter, am Getriebe und am Differenzialgetriebe, nicht sehr viel aber es war nass. Was mich nachdenklich macht ist, dass auch an der Kreuzverstrebung des Chassis Öl war und zwar nicht zu wenig. Meines Erachtens war es aber kein Motoröl, ich tippe auf Getriebeöl. Allerdings war das Öl klar, d.h. ungefärbt.

Hallo,

Ölspuren am Ölfilter sind meines Erachtens unbedenklich, denn da muss nur der Ölfilterbehälter neu abgedichtet werden. Ölspuren an Getriebe und Differential sind schon besorgniserregender, denn das kann schnell teuer werden.

Bei der Flüssigkeit an der Kreuzverstrebung tippe ich auf Bremsflüssigkeit, die ist relativ klar und ölig. Bremsflüssigkeit an dieser Stelle deutet auf defekte Hauptbremszylinder hin. Insbesondere ein undichter oberer Hauptbremszylinder verteilt gerne seine Bremsflüssigkeit über die mittlere Rahmenkonstruktion. Auch hier sind nicht geringe Ausgaben für Ersatzteile und Lohn zu erwarten, wenn man die Arbeiten nicht selbst erledigen kann.

In der Gesamtheit würde ich vom Fahrzeug Abstand nehmen.

Gruß

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Brit Driver am So.11.Sep 2016/ 19:11:41
Hallo,

ich würde das nicht so tragisch sehen. ETWAS ölen tun alle: Wie sagte mein TÜV-Onkel. als er meinen T-Series von unten sah: Oh, englischer Unterbodenschutz  ;)
Ganz dicht zu kriegen kann teuer werden, wenn man mit leichtem Ölverlust leben kann sind oft nur Kleinigkeiten zu machen. Bei mir musste z.B. nur ein O-Ring am Getriebe-Peilstab gewechelt werden. Grundsätzlich sind die S3 technisch robust und (halbwegs) einfach zu warten.
Blech- und Lackarbeiten, gerade bei einem Continental, sind viel, viel aufwändiger und teurer. Wenn der Preis stimmt, wird sich eine Ölundichtigkeit oder auch ein defekter Bremszylinder für (im Verhältnis zum Kaufpreis) kleines Geld richten lassen. Und wer mit einem Jaguar 12-Zylinder gelitten hat, wird hier keine Sorgen haben, vernüftige Werkstatt/Schrauber voraus gesetzt.

Viel Spaß und eine gute Wahl wünscht
Brit Driver

Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 09:24:23
Ich denke auch, dass Arbeiten am Getriebe oder an der Bremsanlage erstens im Verhältnis zum Preis des Fahrzeuges eher vernachlässigbar sind und zweitens der Blechzustand sehr viel wichtiger ist - die hinteren Radläufe und Kotflügel sind neuralgische Punkte, und beim Cabrio der Verdeckkasten, der mit beiden zusammenhängt.

Das Getriebe reagiert recht empfindlich auf zu wenig Öl - es sollte schon vor einer längeren Fahrt geklärt werden, woher die Flüssigkeit kommt (es gibt das Getriebeöl ATF A auch in klar). Die äußere Abdichtung ist nicht sehr aufwändig (mit Ausnahme des vorderen Dichtringes, der aber nicht so häufig leckt) - aber selbst eine nötige Getriebeüberholung (http://shop.heavensgategarage.de/1956-1965/Getriebe/Ueberholsaetze-Austauschgetriebe/Getriebe-Austausch.html) ist kein Grund, das Auto nicht zu kaufen.

Die Hauptbremszylinder lecken häufig, besonders nach längeren Standzeiten, und sind meistens nicht erfolgreich zu überholen - es gibt aber inzwischen verhältnismäßig günstige Nachbauten der kleinen (http://shop.heavensgategarage.de/1956-1965/Bremsen-Hydraulik/Hauptbremszylinder/Hauptbremszylinder-3-4-Zoll.html) und großen (http://shop.heavensgategarage.de/1956-1965/Bremsen-Hydraulik/Hauptbremszylinder/Hauptbremszylinder-1-Zoll.html) HBZ.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mo.12.Sep 2016/ 09:35:21
Hm,

ich muss zugeben, dass mich die beiden letzten Beiträge überrascht haben.

Kann man jemandem wirklich ein Fahrzeug empfehlen, dass an Getriebe, Differential und vermutlich Bremsanlage Probleme hat? :-\ Ich laufe immer gleich davon, wenn ich an einem angebotenem Fahrzeug offensichtliche Defekte ausmache, deren Instandsetzungskosten hoch oder zumindest unklar sind. Bin ich vielleicht zu pingelig?  :-[

Skeptisch

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mo.12.Sep 2016/ 09:53:35
Hallo Hesse,
S3 Chinese Eyes ist doch wundervoll.
Sehr gut, wenn sich hier wieder jemand in die Reihe der Erhaltenden würdig einfügt.
Als Anerkennung wirst Du dann ein sehr aussergewöhnliches Schmuckstück pflegen
und bewegen dürfen.
Den laufenden fin. Aufwand, im Rahmen der von Dir geschilderten Bedingungen, solltest
Du im Vergleich zum XJ 5,3 mit Faktor 10 kalkulieren.
Ansonsten lohnt jede Investition in so ein Fahrzeug, wenn man es auf Niveau hält.
Das man an einen Oldtimer, mängelfrei (techn., optisch, und historisch), gelangt ist
wohl ohnehin utopisch.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 09:57:50
Kann man jemandem wirklich ein Fahrzeug empfehlen, dass an Getriebe, Differential und vermutlich Bremsanlage Probleme hat?

Das muss man im Einzelfall abwägen - bei einem gewöhnlichen Cloud/S sind 10.000€ Reparaturkosten (die fallen fast immer an, selbst bei insgesamt gepflegten Fahrzeugen) schon ein erheblicher Betrag im Verhältnis zum Marktwert/Kaufpreis, aber bei den erheblich teureren Sondermodellen spielt das keine so große Rolle. Ich würde aber auch bei einem Standardmodell immer ein Fahrzeug vorziehen, das ein paar Mechanik- und/oder Hydraulikprobleme hat gegenüber einem, das Rost oder eine verbrauchte Innenausstattung hat - die Mechanik ist sowohl vom Umfang als auch von den Kosten letztlich überschaubarer als Blecharbeiten.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Ostfale am Mo.12.Sep 2016/ 10:24:58
10.000€ pro Jahr ? Bei einem gepflegten Fahrzeug ? Mit Arbeitstunden und nur an Teilen ?
Das ist doch wahnsinn. Was soll denn da alles kaputt gehen..
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 10:48:56
Nein - nicht pro Jahr! Das ist nach meiner Erfahrung das, was einmalig anfällt, wenn wir ein Fahrzeug nach dem Erwerb gründlich durchsehen und in einen Zustand bringen, wie er technisch einmal gedacht war. Die wenigsten Fahrzeuge werden durch Werkstätten oder Eigner gepflegt/gewartet, die dafür genug Ahnung haben - und gerade viele langjährige Eigentümer achten mehr auf das Äußere und merken den langsamen Verschleiß nicht.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mo.12.Sep 2016/ 11:10:50
Nein - nicht pro Jahr! Das ist nach meiner Erfahrung das, was einmalig anfällt, wenn wir ein Fahrzeug nach dem Erwerb gründlich durchsehen und in einen Zustand bringen, wie er technisch einmal gedacht war.

Ach so!

Ich war jetzt auch erst einmal verdutzt und habe im Kopf nachgerechnet, wie wenig mich im Vergleich dazu meine dicke Kuh kostet, obwohl ich wirklich gerne und regelmäßig neue Ersatzteile einbaue. :)

Trotzdem unterstreichen die von Claus genannten Kosten für die übliche "Erstinspektion" mein Argument, das man extrem pingelig an die Fahrzeugauswahl herangehen sollte. Bei mir fielen in den ersten 1,5 bis 2 Jahren nach dem Kauf überhaupt keine Reparaturkosten an, obwohl ich auch rein intuitiv 10.000,- € für baldige Unpässlichkeiten eingeplant hatte. Ich hatte halt vor Übergabe auf der Beseitigung aller entdeckten Mängel bestanden.

Mittlerweile habe ich diese Summe aber locker hinter mir gelassen, obwohl ich alle Arbeiten selbst erledige. :'(

Realistisch

Michael

p.s.: Übrigens denke ich, dass man gerade beim Erwerb von Cloud-Sonderkarossen, die ja noch mal einen Batzen teurer sind als wirklich gute Standard-Body-Clouds, durchaus auf der Beseitigung aller Mängel vor Übergabe bestehen sollte.
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mo.12.Sep 2016/ 13:05:21
Hallo zusammen,
da habe ich ja etwas ausgelöst mit meiner Frage... Vielen Dank erst einmal für Eure fachkundigen Ratschläge und Tipps. Noch eine Frage zu dem Thema "Hydraulikölverlust am Bremszylinder". Müsste man das nicht irgendwie beim bremsen spüren? Habe den Wagen rund 30km Probe gefahren, Stadt, Landstraße und Autobahn. M.E. haben die Bremsen gut zugelangt, mehrfaches Pumpen war nicht nötig, kein Fading und die Kraft beim Bremsen war o.k.. Ich glaube aber, dass ich weg. des Ölverlustes, egal wo der nun auch herkommt, so mit dem Wagen nicht durch den TÜV kommen werde. Also stünde nach dem Kauf sowieso erst einmal eine Durchsicht an. Danke auch für den Tipp bezgl. des Rostbefalls aus dem Norden. Es gibt einige Rostblasen an den Türen im Bereich der Zierleisten an den Fenstern und eine Abplatzung am Radkasten am oberen Rand. Dann noch eine etwas größere Blase (Fläche so wie ca. zwei 5-Mark-Stücke, kennt noch jemand??). Das scheint mir die komplizierteste Stelle zu sein. Ich werde jetzt mal, dank Eurer Tipps, mit dem Händler sprechen. Mal sehen, wie weit ich ihn kriege. Noch eine Frage. Kennt jemand die Fa. Fusco in Hofheim bei Frankfurt? Habt Ihr Erfahrung mit der Werkstatt? Der hohe Norden ist halt von Frankfurt ein wenig weit weg. Ich werde weiter berichten.
Gruß aus Hessen
Der Hesse Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mo.12.Sep 2016/ 13:37:15
Hallo Hesse,

hier oben, noch weiter im Norden, fliegen Mitmenschen ihre Pferde um die halbe
Welt um beim richtigen Tierarzt vorstellig zu werden.
Diese Vierbeiner liegen in etwa so in der Preisklasse eines S3 Chinese Eyes.
Ich meine an weite Wege sollte man vorab schon mal denken, wenn man nicht
gern selber schraubt.
Wir sprechen hier von einem S3 Chinese Eyes, wohlgemerkt.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 13:55:44
Die Türen sind aus Alu - sie rosten also nicht, können aber unter Alu-Lochfraß leiden. Das kann man wohl nur spachteln, soweit ich weiß.

Solange noch Bremsflüssigkeit in den Behältern ist, wird die Bremsleistung nicht merklich nachlassen, wenn es nur etwas leckt. Es sind ja auch drei Bremssysteme (zwei hydraulische, ein mechanisches).

Den Rostbefall sollte man bei diesem Modell und in dieser Preisklasse sehr genau untersuchen - Schweißarbeiten können ausufern und teuer werden, eine Lackierung sowieso. Wo sind denn die Fünf-Mark-Stück-großen Stellen?

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mo.12.Sep 2016/ 13:57:00
Noch eine Frage zu dem Thema "Hydraulikölverlust am Bremszylinder". Müsste man das nicht irgendwie beim bremsen spüren? Habe den Wagen rund 30km Probe gefahren, Stadt, Landstraße und Autobahn. M.E. haben die Bremsen gut zugelangt, mehrfaches Pumpen war nicht nötig, kein Fading und die Kraft beim Bremsen war o.k..

Hallo Wolfgang,

Flüssigkeitsverlust an den Hauptbremszylindern merkt man nicht zwangsläufig. Ich habe vor einigen Jahren im Rahmen einer Komplettrevision der Bremsen die HBZ erst überholt und dann durch Neuteile ersetzt. Zweimal sind dabei Undichtigkeiten aufgetreten. Jedes mal habe ich bei Probefahrten nichts bemerkt, hatte aber ordentlich Bremsflüssigkeit außen an den HBZ und am Rahmenkreuz. Der Verlust war nach Abkühlung auch in den Bremsflüssigkeitsbehältern zu erkennen. Direkt nach einer Probefahrt sieht man dort also nicht unbedingt etwas.

Ich glaube aber, dass ich weg. des Ölverlustes, egal wo der nun auch herkommt, so mit dem Wagen nicht durch den TÜV kommen werde. Also stünde nach dem Kauf sowieso erst einmal eine Durchsicht an. Danke auch für den Tipp bezgl. des Rostbefalls aus dem Norden. Es gibt einige Rostblasen an den Türen im Bereich der Zierleisten an den Fenstern und eine Abplatzung am Radkasten am oberen Rand. Dann noch eine etwas größere Blase (Fläche so wie ca. zwei 5-Mark-Stücke, kennt noch jemand??). Das scheint mir die komplizierteste Stelle zu sein. Ich werde jetzt mal, dank Eurer Tipps, mit dem Händler sprechen. Mal sehen, wie weit ich ihn kriege.

Gerne wiederhole ich mich nochmal: Die Beschreibung der Probleme des Fahrzeugs würde mich abschrecken.

Noch eine Frage. Kennt jemand die Fa. Fusco in Hofheim bei Frankfurt? Habt Ihr Erfahrung mit der Werkstatt?

Außer mit einer unbefriedigenden Vergaser- und Zündeinstellung seitens der Firma IOZ habe ich zwar gar keine Erfahrungen mit Werkstätten, aber ich weiß, dass Harald schon einmal bei Fusco war. Hier ist der Link zu seinem Profil:

http://www.bentley-forum.de/board/index.php?action=profile;u=960 (http://www.bentley-forum.de/board/index.php?action=profile;u=960)

Vielleicht schreibst Du ihm eine Mail, falls er sich nicht hier im Thread meldet.

Gruß

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mo.12.Sep 2016/ 14:01:16
Die Türen sind aus Alu - sie rosten also nicht, können aber unter Alu-Lochfraß leiden.

Hallo Claus,

sind die Türen beim Chinese Eyes auch aus Alu? Ich selber habe mich mit diesem Modell nie beschäftigt.

Was ist denn Alu-Lochfraß? Ist das auch Korrosion und wie, wenn überhaupt, kann man dem vorbeugen?

Neugierig

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mo.12.Sep 2016/ 15:37:32
Hallo Claus,
also die Blase ist am linken Rücklicht oberhalb der obersten Leuchte. Das ist eine dumme Stelle, denke ich, weil die  nach innen gerundete Wölbung und die scharfe Kante der angedeuteten "Heckflosse" zusammenkommen.
Gruß
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 16:32:51
...sind die Türen beim Chinese Eyes auch aus Alu? ... Was ist denn Alu-Lochfraß? Ist das auch Korrosion und wie, wenn überhaupt, kann man dem vorbeugen?

Ja, Türen und Hauben sind bei dem Modell auch aus Alu. Dieser Lochfraß ist eine Art von Korrosion und tritt oft an den Oberkanten und rund um die Schlösser bei den Shadow-Türen auf, bei der Cloud-Familie eher seltener - es hängt wohl vom verwendeten Aluminium ab, vielleicht auch von der Grundierung. Ob es eine Möglichkeit gibt, dem vorzubeugen, weiß ich leider nicht.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 16:35:18
...also die Blase ist am linken Rücklicht oberhalb der obersten Leuchte. Das ist eine dumme Stelle, denke ich, weil die  nach innen gerundete Wölbung und die scharfe Kante der angedeuteten "Heckflosse" zusammenkommen.

Ja, das ist wirklich eine Stelle, die nicht so einfach zu reparieren ist... Neben einem guten Schweißer braucht es dann auch noch einen guten Lackierer, um eine Ganzlackierung zu vermeiden.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: pfl am Mo.12.Sep 2016/ 16:35:38
@ Michael:
Alu kann wie Stahl korridieren (gibt dann weißes Pulver)
Reparatur nur durch Problemzone wegschneiden und neu einschweißen
Spachteln geht als temporäre Lösung, drunter wird es weiter korridieren.

Wenn der Prozess einmal eingesetzt hat:
Wegscheifen evtl. falls noch nicht zu stark

Vorbeugen:
Putzen, Lackieren, Polieren also wie bei Stahl auch

@ Wolfgang:
Ein Chinese Eyes ist immer etwas problmatisch zu reparieren, speziell bei der Karosse.
Im Gegensatz zum Michael halte ich die technischen Probleme für eher unwichtig, solange der Preis für das Auto stimmt.

Peter
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mo.12.Sep 2016/ 16:54:02
Hallo Wolfgang,

Du bekommst große Anteilnahme;
wenn Du Fotos einstellen könntest wäre nicht
nur meine Neugier gestillt, sondern man könnte so in etwa über eine
Größenordnung reden, die auf Dich zukommt.
So wie es jetzt anklingen mag, scheinst Du geradewegs in einen Reißwolf zu springen.
Muss aber nicht so sein.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.12.Sep 2016/ 17:03:57
Spachteln geht als temporäre Lösung, drunter wird es weiter korridieren.

Wenn der Prozess einmal eingesetzt hat:
Wegschleifen evtl. falls noch nicht zu stark.

Natürlich meinte ich Spachteln nach dem Wegschleifen der Korrosion an den angegriffenen Stellen... Das scheint jedenfalls zu helfen.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de

Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Di.13.Sep 2016/ 08:46:00
Hallo Michael,

Du fragtest nach Alu Lochfraß.
Hier handelt es sich um einen Gitterdefekt in der Alu "kristallstruktur".
Dem kann man überhaupt nicht vorbeugen.
Der Austausch der Fehl- oder Leerstelle wird immer stattfinden, ein Wandern derselben
eingeschlossen.
Beschleunigen kann man dies durch zur Verfügung stellen von Kochsalz,
i.e. Meeresluft, oder Winterstreudienst, weiterhin mit elektrochemisch ungünstigen
kontakttragenden Übergängen wie man sie z.B. beim Landrover Defender
prima studieren kann. Ich hatte dies auch schon an einigen Getriebeglocken im
Fuhrpark. Hier war der Haltepunkt der Getriebeverflanschung nur noch ein loses sandartiges
Gemisch.
Das Getriebe hing nur noch vage am Platz und wäre bei größerer Belastung
auf die Reise gegangen.
Das Problem ist, dass es mit einem kleinen Loch anfängt, das sich wie
Karies, mit wachsender Geschwindigkeit durch das Material arbeitet.
Man kann dem Ganzen herstellerseitig mit entsprechenden sauberen i.e.teuren Legierugen
begegnen, aber eine vollständige Sicherheit gibt es nicht.
Hier hilft nur erkennen, rausschneiden oder bohren, anschließend versiegeln
So z.B. mit dem Plasmaschweißgerät, oder aber Auftrags-Löten unter Schutzgas,
nach Ultraschallbehandlung.
>Etwas völlig verschiedenes ist Aluminiumoxid.
Das ist der nette weiße Staub, wie man ihn z.B. am Übergang Gummidichtlippe, Fenster,  Tür
finden kann. Hier handelt es sich um eine passivierende Schutzschicht,  im Mikrometerbereich.
Cave:
Nicht immer muss es in dem genannten Bereich Aluminiumoxid sein.
Es ist auch hier, wie an allen anderen Alustellen, möglich das es sich um Lochfraß
handelt.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Di.13.Sep 2016/ 10:01:21
Hallo,

vielen Dank für Eure Erläuterungen zum Thema Alulochfrass. Da ich prophylaktisch dagegen wohl nichts machen kann, hoffe ich einfach mal, dass meine dicke Kuh davon verschont bleibt. Die Türen und Hauben habe ich bisher bei der Hohlraumversiegelung ausgespart - dabei werde ich es wohl bleiben lassen.

Optimistisch

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Chucky am Di.13.Sep 2016/ 10:13:21
Du fragtest nach Alu Lochfraß.
Hier handelt es sich um einen Gitterdefekt in der Alu "kristallstruktur".
Dem kann man überhaupt nicht vorbeugen.

 :o

Einölen !
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Di.13.Sep 2016/ 10:29:16
Einölen!

Guter Tip - aber: Wie kriege ich das Öl unter den Lack? Und: Hält der Lack, wenn ich das Alublech vor dem Lackieren einöle?  >:D

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Di.13.Sep 2016/ 10:37:33
Hallo Chucky,

einölen, wie man zunächst annehmen möchte, würde nichts bringen,
Alu Lochfraß kann man damit nicht unterbinden,
im Gegenteil, es wäre dem ganzen eher dienlich.
Wenn überhaupt gelingt evtl. ein passivieren mit einer reaktiven Sauerstoff-
spezies. In Natura ist das aber wie Lottospielen.
Was im Labor möglich ist, würde ich an einer Karosse nicht aussitzen wollen.
Hier hilft das bereits erwähnte, auch wenn der Weg des vermeindlich kleineren
Widerstandes lockt.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mi.14.Sep 2016/ 17:40:36
Hallo zusammen,
ich bin immer noch überwältigt über die Anteilnahme zum geplanten Kauf  meines Traumwagen. Stefan, leider gelingt es mir nicht, Bilder anzuhängen. EDV (=Ende der Vernunft) ist allerdings auch nicht meine Leidenschaft. Vielleicht gibt es ja auch hierzu einen Tipp  :). Habe inzwischen den Verkäufer dazu gebracht, die Ölleckagen zu untersuchen und zu beseitigen. Allerdings sagt er auch, dass jedes englische Auto etwas tropft. Immerhin sagt er das und beschönigt die Sache nicht. Die Rostblasen werden Gegenstand meiner nächsten Diskussion mit ihm sein. Ich hoffe nicht, das nach dem anschleifen nur noch Staub und ein Loch in der Karosserie übrig bleibt. Mal sehen... Irgendwie habe ich aber das Gefühl, das ich der Sache vielleicht näher komme. Für den Fall des Erwerbs würde ich gerne mit Dir, Claus aus dem Norden, mal einen Termin zur Durchsicht  machen.
Ich werde weiter berichten, vielleicht auch mal mit einigen Bildern :(
Grüße aus dem derzeit extrem sonnigen Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mi.14.Sep 2016/ 17:45:00
Ich nochmal...
irgendwie habe ich das mit den Bildern doch geschafft... Ich werde noch ein, zwei anhängen.
Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mi.14.Sep 2016/ 18:11:00
Hallo Wolfgang,

hast Du vielleicht auch eigene Fotos gemacht? Die wären vermutlich zielführender als die Verkaufsfotos, die alle sehr schmeichelhaft ausfallen.

Neugierig

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mi.14.Sep 2016/ 18:20:53
Hallo Michael,
ich habe noch einige Bilder aus der Werkstatt, die kommen gleich. Leider war mein Telefon am Ende, so dass es für Bilder des Untergrunds nicht mehr gereicht hat. Die ersten Bilder geben aber schon den besichtigten Zustand wieder. In der Tat sind die von mir beschriebenen Rostblasen in einer Größe, die ich kaum richtig fotografieren konnte. Für mich sind die Ölthemen eigentlich die schwerwiegenden Probleme.
Nun die nächsten Bilder...
Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mi.14.Sep 2016/ 18:27:06
...Allerdings sagt er auch, dass jedes englische Auto etwas tropft.

Gewöhnliche englische Autos vielleicht - aber ein Rolls-Royce oder Bentley tropft nicht, wenn alles in Ordnung ist. Alle V8, die älter als 20 Jahre und nicht überholt worden sind, tropfen zwar aus den Kontrollbohrungen im Motorblock - aber nach einer Motorrevision ist auch das vorbei.

Bei den Shadows tropft oft das Getriebe am Wandler - aber das ist ja auch nur ein zugekauftes US-Teil...

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Mi.14.Sep 2016/ 18:48:53
Wie ich schon sagte, die Ölgeschichte macht mir mehr Kopfzerbrechen. Der Verkäufer soll erstmal eine Prüfung durchführen, wo das Öl herkommt. Der Motor ist vor 4.000 Meilen überholt worden. Bilder und Rechnungen liegen vor. Weitere Bilder kommen morgen. Muss mich jetzt leider ausklinken, ich muss noch ein bisschen arbeiten.
Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mi.14.Sep 2016/ 19:02:03
Hallo Wolfgang,

wie sieht es denn mit dem Flying Spur vom gleichen Anbieter aus? Ich finde den ja hundertmal schicker und vielleicht ist er auch gesund. ;)

Pragmatisch

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Zippy am Mi.14.Sep 2016/ 19:21:01
Hallo Wolfgang,

wie sieht es denn mit dem Flying Spur vom gleichen Anbieter aus? Ich finde den ja hundertmal schicker und vielleicht ist er auch gesund. ;)

Pragmatisch

Michael

Hi Michael,

meinst du den 2015er ?!!

Also ich weis nicht was es bringen soll, den Verkäufer die Abdichtung der undichten Stellen erledigen zu lassen.

Was soll denn da rauskommen ? Wahrscheinlich nur kurzfristig gedachter Pfusch. Ich mutmasse, dass die Werkstatt des Verkäufers gar nicht über die notwendige Erfahrung und Kompetenz verfügt.

Sind die "Schlitzaugen" wirklich so im Wert gestiegen oder habe ich die Preise nicht mehr richtig in Erinnerung ?

Wenn es denn unbedingt so ein Auto sein muss, würde der hier mich mehr ansprechen. Hier ist bestimmt noch Luft nach unten und wenn dann das gute Stück dann ein paar Wochen bei Herrn Erbrecht verbringt, noch einiges an Luft nach oben und gut is !

http://www.ebay.co.uk/itm/Bentley-Continental-S3-PETROL-AUTOMATIC-1963-C-/311665683350

Grüsse !

Thomas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mi.14.Sep 2016/ 20:03:29
Hi Michael,

meinst du den 2015er ?!!

Natürlich nicht, Thomas,

wo denkst Du hin?  :o

Ich meine den hier:

http://www.british-sportscars.com/bentley-continental-flying-spur-james-young/ (http://www.british-sportscars.com/bentley-continental-flying-spur-james-young/)

Diese Karosserieform ist für mich wirklich eine Augenweide!  :-*

Sind die "Schlitzaugen" wirklich so im Wert gestiegen oder habe ich die Preise nicht mehr richtig in Erinnerung ?

Ich habe überhaupt keine Ahnung, was so ein Chinese wert ist, da ich mich mit dieser Karosserieform nie anfreunden konnte.

Wenn es denn unbedingt so ein Auto sein muss, würde der hier mich mehr ansprechen. Hier ist bestimmt noch Luft nach unten und wenn dann das gute Stück dann ein paar Wochen bei Herrn Erbrecht verbringt, noch einiges an Luft nach oben und gut is !

http://www.ebay.co.uk/itm/Bentley-Continental-S3-PETROL-AUTOMATIC-1963-C-/311665683350

Ich vermute, Wolfgang kennt den S3 von Trojancars schon und mag den nicht haben. So viele Chinesen gibt es ja nicht am Markt.

Gruß

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Do.15.Sep 2016/ 09:38:45
Hallo zusammen,
den Chinesen von Trojancars kenne ich in der Tat, ist in keinem guten Zustand. Derzeit werden in Europa nur vier Fahrzeuge angeboten. Ich habe jetzt einige weitere Fotos heruntergerechnet. Die folgen gleich. Michael, den Flying Spur habe ich mir auch flüchtig angesehen. Auf den ersten Blick fand ich den jetzt nicht so toll, aber der erste Blick trügt ja manchmal auch. Ich finde halt die Form von dem Chinesen ziemlich schick. Kann mich an einen Londonaufenthalt Ende der 60er Jahre erinnern und das war für mich, aus einer NRW-Kleinstadt kommend, umwerfend. Erinnere mich an einen Gang über die Abbey Road und da standen die Continetal und die Chinesen in der Nähe der Abbey Road - Studios herum... Also vielleicht sehe ich das auch aus einem gewissen romantischem Augenwinkel. Aber für mich ist der Chinese Swinging Sixties pur. Claus, ich habe bisher so rund 15 Bentleys angesehen (MK VI / SI bis III) und offen gesagt, alle haben an den gleichen Stellen getropft, mal mehr mal weniger, aber trocken war keiner. So jetzt zu den Bildern.
Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Do.15.Sep 2016/ 10:55:16
Michael, den Flying Spur habe ich mir auch flüchtig angesehen. Auf den ersten Blick fand ich den jetzt nicht so toll, aber der erste Blick trügt ja manchmal auch.

Hallo Wolfgang,

Deine Leidenschaft für den Chinese Eyes sei Dir unbenommen. Ich finde halt den Flying Spur zum Niederknien. Wenn das für Dich aber nicht der Richtige ist, dann solltest Du Dich auch nicht davon abbringen lassen.

Claus, ich habe bisher so rund 15 Bentleys angesehen (MK VI / SI bis III) und offen gesagt, alle haben an den gleichen Stellen getropft, mal mehr mal weniger, aber trocken war keiner. So jetzt zu den Bildern.

Vielleicht tropfen ja alle Bentleys. >:D Auf meiner Suche nach dem richtigen Cloud habe ich hingegen einige trockene Fahrzeuge gesehen und mein eigener tropft auch nach 7 Jahren in meinem Besitz noch nicht, außer gelegentlich an der Zentralschmierung.  :-\

Skeptisch

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Do.15.Sep 2016/ 10:58:19
Hallo,
so zur Kaffepause.
Für mich war und ist der Flying Spur James Young ein enormer Emotionsmagnet.
Einfach satte Präsens .
Jedoch liegt einem Chinese Eye ein erhabenes, deutlich distinguiertes Erscheinen inne.

Stefan

Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Do.15.Sep 2016/ 11:07:56
Für mich ist es eher umgekehrt: Der Chinese Eyes ist Mode pur und ein Kind seiner Zeit, der Flying Spur dezent sportlich, irgendwie zeitlos.

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Do.15.Sep 2016/ 11:16:21
Ja,
so ein Chinese Eye hat einen Hauch von Snobismus, aber eben im Konjunktiv.
Es bleibt offen, ob er  einem Modemacher zur Selbstdarstellung dient
(dann  wirkt er aufgeblasen), oder
ob er das gar nicht nötig hat.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Do.15.Sep 2016/ 11:29:11
Für mich ist es eher umgekehrt: Der Chinese Eyes ist Mode pur und ein Kind seiner Zeit, der Flying Spur dezent sportlich, irgendwie zeitlos.

Genau so sehe ich das auch, Claus.

Zustimmend

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Zippy am Do.15.Sep 2016/ 18:05:41
Der Flying Spur ist wohl allen Zweifel erhaben. Dennoch war der "Schlitzauge" mehr auf der Höhe der Zeit als ein Standard Cloud/S, dieser war schon bei seiner Premiere ziemlich Old School, was ihn heute natürlich nicht minder begehrenswert macht, aber in Amiland waren diese Karosserieformen schon Mitte der 50er Geschichte.

Grüsse !

Thomas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am Do.15.Sep 2016/ 18:41:33
Obwohl ich den Flying Spur auch wunderschön finde muss ich auch zugeben, dass der "Chinese" meine erste Wahl wäre. Mir gefallen die schräggestellten Scheinwerfer einfach. :) Der in der Bucht angebotene Wagen erscheint mir verdächtig billig, da ich aus purem Interesse Chinese-Eye-Angebote seit längerer Zeit verfolge und zu diesem Preis bislang kaum einer dabei war.
Leisten könnte ich mir selbst natürlich weder den einen noch den anderen Wagen. Ich bleibe bei Abby.  ;)

Andreas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Do.15.Sep 2016/ 19:31:03
Der in der Bucht angebotene Wagen erscheint mir verdächtig billig, da ich aus purem Interesse Chinese-Eye-Angebote seit längerer Zeit verfolge und zu diesem Preis bislang kaum einer dabei war.

Hallo Andreas,

leider weiß ich immer noch nicht, was man im Schnitt für einen Chinese-Eyes hinlegen muss. Kannst Du dazu etwas beisteuern?

Neugierig

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Fr.16.Sep 2016/ 16:50:08
Hallo Michael,
derzeit sind nur wenige Chinesen aus der S III - Serie auf dem Markt. Der unterste Preis-Ausreißer ist der Chinese aus der Bucht. Der kostet unter 100 T€. Zwei andere, ebenfalls bei britischen Händlern, liegen so zwischen 160 T€ und 170T€.  In Anbetracht des britischen Lokalpatriotismus glaube ich allerdings, dass dort die Preise trotz des derzeitigen Umtauschkurses, etwas zu hoch sein dürften. In dieser Karosserievariante sind wohl 70 Exemplare bei Mulliner Park-Ward gebaut worden. Die offenen Ausführungen liegen heute so zwischen 400T€ und 500 T€. Andreas, wir scheinen die einzigen zu sein, die dem Design dieses Bentleys etwas abgewinnen können. Aber, ich sag's mal so, einen wirklich verunglückten Bentley gibt es ja eigentlich auch nicht. Mir fallen nur zwei Typen ein, die m.E. fragwürdig sind. Es hat mal einen MK VI von Facel- Métalon (1951) gegeben. Der sah aus wie ein Facel-Vega und vom deutschen Karosseriebauer Wendler hat es mal einen S II als Kombi gegeben (1960) in silbermetallic und orangefarbenem (!) Interieur (auf Kundenwunsch), na ja.... Ich werde am Wochenende mal schauen, wie ich mit meinem Traum weiter komme.
Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Fr.16.Sep 2016/ 17:28:10
Aber, ich sag's mal so, einen wirklich verunglückten Bentley gibt es ja eigentlich auch nicht.

Na ja,

es soll Leute geben, die halten Bentleys grundsätzlich für verunglückte RR.  >:D

Schmunzelnd

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: pfl am Fr.16.Sep 2016/ 18:33:21
Lieber Michael,

leider ist es mal so, dass Rolls-Roce das Massenprodukt war und Bentley schon immer einer elitären Gruppe zuzurechnen ist  >:D (*wegduck*)

Liebe Grüße
Peter
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am So.18.Sep 2016/ 13:08:41
Hallo zusammen!

Michael, ob ich da wirklich profund etwas beitragen kann weiß ich gar nicht mal, ich verfolge wie gesagt seit Jahren lediglich die Preise der angebotenen Exemplare im Internet oder (viel seltener) in der Printpresse. Da verhält es sich weitgehend so, wie von Wolfgang schon ausführlich angemerkt: die geschlossenen Coupeversionen sind "günstiger" als die offenen Cabrioletversionen, schlagen aber normalerweise immer mit recht deutlich über 100.000 € zu Buche (um 150.000 € werden eigentlich immer aufgerufen), während die offenen Fahrzeuge meist auf über 250.000 bis über 300.000 klettern. Aktuell werden bei mobile.de zwei Fahrzeuge angeboten (das sind allerdings Rolls-Royce-Varianten), die für 350.000 bzw.  357.000 € online stehen. Ich denke, dass die Bentley-Versionen sich da keine großen "Ausrutscher" nach unten erlauben.

. Andreas, wir scheinen die einzigen zu sein, die dem Design dieses Bentleys etwas abgewinnen können.

Ich finde gerade die "eigenartige" Anordnung der Scheinwerfer sehr gelungen und auch die etwas spitznamenhafte Bezeichnung "Chinese Eye" sehr passend - aber auch der Rest der Karosserie mit den fast schon filigranen Rückleuchten und dem wunderschönen Armaturenbrett ist für mich immer schon ein Hingucker gewesen. Hätte ich die Möglichkeiten, mir ein solches Automobil kaufen zu können, dann hätte ich es schon getan. Daher habe ich vor Jahren doch einmal neidisch auf H.P.Baxxter geschaut ("Scooter"), der einen solchen Wagen sein Eigen nennt, obwohl ich so gar kein Technohörer bin ....

Viele Grüße an alle Bentley- und Rolls-Royce-Piloten  ;)

Andreas


Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am So.18.Sep 2016/ 17:01:55
Was mir jetzt nachträglich noch eingefallen ist: vielleicht hat sich ja noch jemand von Euch außer mir in die Niederungen der Comic-Welt begeben und die ein oder andere Ausgabe der "Gespenstergeschichten" als Jugendlicher oder als Kind gelesen.
Wie dem auch sei, in einer dieser Geschichten, in der es um die Erlebnisse einer zauberkundigen Grafenfamilie (!) geht, wird auch das Fahrzeug dieser Familie gezeigt, in welchem sie von ihrem buckligen Chauffeur (!) pilotiert werden. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen "Chinese Eye" - wie Ihr seht, bin ich also bereits sehr früh auf diese besondere Karosserieform geprägt worden.... ;D


Andreas

P.S. Das entsprechende Heft müsste es bei meinen Eltern noch geben, wenn ich da dran komme, dann stelle ich das passende Comicbild natürlich hier ein.....
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Wraith39 am So.18.Sep 2016/ 17:52:50
...ich bin auch ganz beeindruckt von dieser Karosserieform. Mein Erstkontakt damit war Ende der 80er, als ich in London während meines Studienjahres ein solches Modell (ich glaube, es war ein Coupé) am Cavendish Square vorbeifahren sah.
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am So.18.Sep 2016/ 18:08:35
Schnelle Antwort von meinen Eltern aus meiner alten Heimat.... :)

Zwar mit zeichnerischen Freiheiten, aber doch deutlich zu erkennen, oder?

Viele Grüße

Andreas

Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Wraith39 am So.18.Sep 2016/ 22:48:01
Tatsächlich! Ein tolles Bild. ich hätte nicht gedacht, dass ein Comiczeichner sich ausgerechnet dieses Modell vornimmt.
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: cferbrecht am Mo.19.Sep 2016/ 08:50:55
Ich habe so um 1982 herum habe mal drei Tage in einem Hotel in London gehockt und mit mir gerungen, ob ich ein S3 Chinese Eyes Coupè kaufen sollte. Es war dunkelrot, hatte rostige Radläufe und sollte umgerechnet etwa 35.000 DM kosten. Ich habe mich dann dagegen entschieden - zum einen, weil ich mit den nötigen Investitionen mein (von der Bank geborgtes) Kapital völlig aufgebraucht hätte, zum anderen, weil das für mich kein richtiger Bentley (Rolls-Royce) war: mir fehlte das Gefühl, hoch oben und auf einem Sofa zu sitzen, und ich dachte, dass das nicht nur mir, sondern auch dem Rest der Welt wichtig wäre bei diesen Autos. Da meine Mittel begrenzt waren und es für mich noch sooo viele tolle Autos auf der Welt gab, habe ich meistens einen Verkauf nach einem etwa einem Jahr mit eingeplant - und bei diesem Auto gedacht: 'Den wirst Du nie wieder los!'.

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen SCIII in dieser Karosserie-Ausführung (dunkelrot, Leder schwarz, LHD, deutsche Auslieferung, technisch excellent, kein Rost, aber Lack schlecht) gehabt und mit großer Mühe für wenig Geld verkauft.

In jüngster Zeit haben offenbar ein paar Menschen das Besondere dieser Autos erkannt...

Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Mo.19.Sep 2016/ 10:41:11
Tatsächlich! Ein tolles Bild.

In der Tat sehr akkurat gezeichnet! Das Auto gefällt mir im Comic genau so wenig wie in Natura.  >:D

Schmunzelnd

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mo.19.Sep 2016/ 11:49:12
Hallo Herr Erbrecht,

mit einer verpassten Gelegenheit, 
lebt es sich doch besser,
als mit einem begangenen Fehler,
zumal bei so einer Vorlaufzeit.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am Mo.19.Sep 2016/ 19:13:57
Ich glaube, die "Chinese Eye" -Modelle sind Fahrzeuge der Gattung "ganz oder gar nicht". Entweder die spezielle Formgebung der Karosserie gefällt einem sofort - oder eben nicht. Mein Vater hat das Bild für mich in meinem ehemaligen Jugendsammelsurium gestern noch gesucht und auch fotografiert, um mir die Fahrt in meine alte Heimat zu ersparen. Nachdem er von mir ein Beispielbild des realen Fahrzeugs bekommen hat, war seine Reaktion: "Dein Shadow gefällt mir viel besser, um ganz ehrlich zu sein".
Bei dieser Meinung blieb er auch dann, als ich ihm erklärt habe, dass ich dieses Modell sehr gelungen finde und es sich da auch um eigentlich nicht wirklich vergleichbare Fahrzeuge handelt...
Von daher gibt es also schon hier im engsten Familienkreis differente Meinungen.  :)

Viele Grüße

Andreas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Brit Driver am Mo.19.Sep 2016/ 20:32:21
Vor ein paar Jahren habe ich mal einen SCIII in dieser Karosserie-Ausführung (dunkelrot, Leder schwarz, LHD, deutsche Auslieferung, technisch excellent, kein Rost, aber Lack schlecht) gehabt und mit großer Mühe für wenig Geld verkauft.

In jüngster Zeit haben offenbar ein paar Menschen das Besondere dieser Autos erkannt...

Oder es gibt einige Verkäufer die dies hoffen...
Welches von beiden zutrifft ist bei so seltenen Autos leider immer schwer zu sagen. ???

Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Brit Driver am Mo.19.Sep 2016/ 20:39:28
Tatsächlich! Ein tolles Bild. ich hätte nicht gedacht, dass ein Comiczeichner sich ausgerechnet dieses Modell vornimmt.

Nicht nur einer (oder es war der gleiche),
wer hat das richtige Alter um die Comics der Zack Parade zu kennen?  :D
Da gab es eine zeitlang die Gentlemen GmbH http://www.comicworld.at/gentlemen_gmbh/index.htm die fuhren auch einen RR Chinese Eye Coupe mit mehr Gadgets als jedes Bond-Auto.

@Blessington: Meine alten Comics lagen auch lange im Elternhaus, jetzt wieder bei mir  ;D

Mit kindlichen Grüßen
Brit Driver
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Di.20.Sep 2016/ 08:45:58
Guten Morgen die Herren,

es gibt da auch eine kleine Fraktion, die obwohl sie, ausser vielleicht bei "Vater u. Sohn"-
Zeichnungen, aus der elterlichen Bibliothek, mit bildlichen Darstellungen einer Kurzgeschichte
nebst dazugehörigem geschriebenen Wort eher keinen gezielten Kontakt hatte und trotzdem
einem   Chinese eye   das Besondere nicht absprechen möchte.
Nur so für die Statistik.

Mit bestem Gruß
Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Di.20.Sep 2016/ 09:28:26
Hm,

Du hast also keine Comics gelesen und findest dieses Auto trotzdem schön?

Neugierig

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Di.20.Sep 2016/ 09:54:13
Hallo Michael,

schön nicht unbedingt, eher apart.

Ab und an hat RR, so auch etwa beim Camargue
durchaus niveuavolle Stilblüten in die Welt gelassen.
Wobei ein Camargue z.Zt. vergleichsweise weit unter Wert
zu haben ist.
So man die Verarbeitungsqualität der frühen Jahre ( die wilden
70er ) nicht in den Focus zieht.

Stefan
 
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Di.20.Sep 2016/ 11:12:00
Hallo Michael,

schön nicht unbedingt, eher apart.

Prima, Stefan,

dann konnte ich Dir diesmal wenigstens halbwegs folgen. Gelegentlich habe ich ja meine Probleme damit. ;)

Schmunzelnd

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Di.20.Sep 2016/ 11:27:53
Hallo Michael,

erleichtert.

Stefan
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Di.20.Sep 2016/ 18:08:01
Hallo zusammen,
ich habe ja  mit meiner Vorliebe zu dem Chinesen ganz schön etwas in Schwung gebracht. Also ich glaube, Andreas hat schon damit recht, wenn er sagt, entweder man mag's oder nicht. Aber das ist in gewissem Sinn auch das Spannende. Und die Diskussion hier im Forum bringt das gut zum Vorschein. Das finde ich echt Klasse. Claus hatte wohl vor einigen Jahren das Problem, einen Chinesen wieder zu verkaufen. Aber ehrlich, ich beobachte jetzt den Markt seit ca. 2 Jahren und mich beschleicht das Gefühl, dass das ein generelles Problem der Marke Bentley ist. Ich glaube, die meisten Menschen misstrauen der englischen Technik und wollen sich mit einem so wundervollen Auto (egal welche Karosserieform  ;) ) in der Öffentlichkeit nicht sehen lassen. Vielleicht fürchten sie Sozialneid? Also, ich komme jedenfalls mit meinem Chinesen weiter :-). In  nächster Zeit bin ich noch einmal vor Ort mit einem sachkundigen Unterstützer den ich über einen Oldtimerbekannten kennengelernt habe. Und dann fällt der Hammer oder er fällt nicht! Der Verkäufer hat bereits zugesagt, einige für eine H-Zulassung erforderliche Dinge zu machen (Austausch Tachoscheibe, Umbau Scheinwerfer für Rechtsverkehr usw.). Ich denke mal, ich bin auf einem guten Weg.
Ich werde weiter berichten.
Gruß aus Hessen
Wolfgang
P.S. Ich freue mich über die Diskussion und die vielen Tipps, die mir schon zuteil wurden
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am Di.20.Sep 2016/ 19:46:32
Aber ehrlich, ich beobachte jetzt den Markt seit ca. 2 Jahren und mich beschleicht das Gefühl, dass das ein generelles Problem der Marke Bentley ist. Ich glaube, die meisten Menschen misstrauen der englischen Technik und wollen sich mit einem so wundervollen Auto (egal welche Karosserieform  ;) ) in der Öffentlichkeit nicht sehen lassen. Vielleicht fürchten sie Sozialneid?

Hallo,

mit beidem hast Du recht. Zum einen denken viele Oldtimerfreunde, dass RR genau so marode Autos sind wie Jaguar und Co. Damit liegen sie zwar falsch, aber der Ruf der Autos von der Insel ist nun mal nicht der beste.

Zum anderen polarisiert die Extrem-Luxus-Marke RR und viele fürchten sicher, was die lieben Nachbarn sagen könnten, wenn man plötzlich so einen Schlitten auf der Einfahrt stehen hat. Da muss man dann eben durch oder man kauft vorsichtshalber lieber eine geschmacklose Kiste aus Zuffenhausen - damit ist man garantiert weniger argwöhnischen Blicken ausgesetzt.

Zustimmend

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mi.21.Sep 2016/ 09:41:43
Moin Wolfgang,

ich bin schon etwas in Vorfreude.


Moin Michael,

glücklicherweise ist das Angebot an vertretbaren Limousinen auf exakt
zwei Marken eines Herstellers, der in dieser Form Geschichte ist, 
eingeengt.

Stefan


Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am Mi.21.Sep 2016/ 19:40:58
Zum anderen polarisiert die Extrem-Luxus-Marke RR und viele fürchten sicher, was die lieben Nachbarn sagen könnten, wenn man plötzlich so einen Schlitten auf der Einfahrt stehen hat. Da muss man dann eben durch oder man kauft vorsichtshalber lieber eine geschmacklose Kiste aus Zuffenhausen - damit ist man garantiert weniger argwöhnischen Blicken ausgesetzt.

Und darüber hinaus habe ich es beispielsweise während meiner Suche nach einem geeigneten Fahrzeug auch erlebt, dass mir ein bekannter, fröhlicher Händler ganz offen am Telefon erklärt hat, was wohl meine Arbeitskollegen denken würden, wenn ich mir jetzt einen Rolls-Royce zulegen würde. Ich solle mir besser einen Jaguar kaufen, das wäre doch auch ein schöner Wagen, mit dem man am Wochenende ausfahren könne....
Ich habe damals zwar nach dem Telefonat geschmunzelt (und mein Geld in der Folge dann halt schlicht jemand anderem gegeben), habe mich aber doch ab und an gefragt, ob einem eine solche "Kaufberatung" (es war ja wohl eher eine "Nichtkaufberatung"  :)) auch bei anderen Marken passieren würde.....
Ein Produkt aus Zuffenhausen wäre als Oldtimer ebensowenig mein Ding wie ein Produkt aus Untertürkheim/ Sindelfingen. Da hätte es nur ein 600 (in der Ausführung als SWB) sein dürfen - und den kann ich mir nicht leisten.  ;)

Um mit Michael zu sprechen:

Belustigt

Andreas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am Sa.01.Okt 2016/ 21:17:33
Hallo zusammen und guten Abend aus Hessen,

ich wollte gerade mal etwas zu meinem "Chinesen-Projekt" erzählen... War am vergangenen Donnerstag erneut beim Verkäufer. Im Schlepptau hatte ich zwei Oldtimer-Spezies, ein professioneller Restaurator für Oldtimer (seit 20 Jahren, gute Werkstatt) und ein Mechaniker der bei Bentley gelernt hat und auch schon Bentleys komplett wieder aufgebaut hat. Sind übrigens mit einer 63 Jahre alten Beechcraft dahin geflogen bei heftigem Wetter über der Eifel. Das alleine war schon ein Erlebnis! Nun zum S III... Bremszylinder undicht (hatte schon jemand im Forum vermutet, Dank dafür), Abgastemperatur wurde an den Auspuffkrümmern gemessen, nahezu bei allen Zylindern ungefähr gleich, lediglich zwei Zylinder hatten geringere Temperaturen was wohl auf eine geringere Verbrennungstemperatur schließen lässt. Vielleicht falsche Ventileinstellung wurde vermutet.

Der Motor ist überholt, aber wohl nicht von einem Bentleyspezialisten, denn meinem Mechaniker ist eine unsachgemäß abgeschnittene Dichtung aufgefallen, die wohl nicht abgeschnitten werden darf, weil sie sich unter Hitzeeinwirkung zusammenzieht und dann passt. Ansonsten ist die Technik wohl o.k.. Innenraum auch.

 Aber... Die Messung der Lackstärke offenbarte dann das eigentliche Problem. Das Fahrzeug ist an den verschiedensten Stellen, insbesondere im Bereich der Radkästen geschweißt worden und zwar wohl nicht auf  Stoß sondern überlappend. Das hat man dann schön überspachtelt. In diesen Bereichen wurde die Lackstärke oder was auch immer darunter steckt mit bis zu 2mm gemessen. An vielen Stellen geht das auch schon wieder hoch weil sich vermutlich Schmutz in den Schweißnähten abgelagert hat. Das hatte ich auch schon bei meinem ersten Besuch gesehen. Hinzu kommen auch aufkommende Roststellen im Bereich der B-Säulen.

Nach einigen Überlegungen muß ich wohl damit rechnen, dass die Karosserie komplett entlackt werden muß um zu sehen, wie das Blech aussieht. Nachlackieren halte ich nicht viel von, weil das Problem darunter munter weiterschmottert. Es droht m.E. eine Neulackierung. Also Karosserie demontieren, dabei können dann auch gleich die Dichtungen der Scheiben erneuert werden. Dann kann man sehen, wie das Blech aussieht, ggfls. ausbessern, auffüllen, erneuern usw.. Kosten dafür wurden auf um und bei 20.000 Euro geschätzt. Frage dazu: ist das realistisch?

Die Diskussion mit dem Händler wurde dann etwas hektisch und ich habe das erst einmal abgebrochen. Werde also nun in die Preisverhandlung einsteigen. Mal sehen, wie geschmeidig er sich zeigt :-) . Ich finde das Auto immer noch Klasse und würde bei einer entsprechenden Preisgestaltung immer noch ja sagen. Das Risiko, was ich nur schwer einzuschätzen vermag, ist das Blechthema, also der Zustand unter Lack und Spachtel. Hat jemand Erfahrung mit solchen Problemen? Wie immer bin ich gespannt auf Eure Meinungen und Tipps.

Gruß aus Hessen
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Blessington am So.02.Okt 2016/ 10:11:35
Hallo Wolfgang!

Ich kann dazu aus persönlichem Erleben leider nicht viel beitragen, nur das Folgende: als ich meinen Silver Shadow kaufte war ein Freund mit von der Partie, der beruflich als Lackierermeister und Geschäftsführer eines entsprechenden Betriebes arbeitet. Das war mir wichtig, da der Shadow als vollkommen neu lackiert angeboten wurde (inklusive eines zwei Leitz-Ordner umfassenden Bildberichts der Restauration). Der Wagen war bis auf das blanke Blech entlackt und dann der Lackauftrag komplett neu aufgebaut worden. Hier hatte der Anbieter nicht zuviel versprochen, die Arbeiten waren nah an perfekt ausgeführt worden, der Lackdickenmesser hatte einen sehr gleichmäßigen Lackauftrag rückgemeldet. Spachtelstellen haben wir auch nach einer über zweistündigen Suche in allen Ecken keine gefunden. :)
Mein Freund meinte, dass er selbst für eine handwerklich perfekte Arbeit wie die gezeigte nicht unter 20.000 Euro berechnen würde, wahrscheinlich sogar etwas mehr. Da könnte ich mir gut vorstellen, dass der "Chinese" in ähnlichen Verhältnissen angesiedelt ist. Nachlackieren erscheint mir jetzt in Kenntnis Deiner Beschreibung auch als nicht besonders hilfreich.

Ich hoffe, dass ich wenigstens eine kleine Rückmeldung geben konnte, drücke Dir weiterhin die Daumen und finde es toll, dass Du hier den Fortgang der Geschichte postest!

Viele interessierte Grüße aus der Südpfalz

Andreas
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am So.02.Okt 2016/ 11:48:48
Oh je, Wolfgang,

so ein schlechtes Auto für so viel Geld? Echt jetzt?  :o

Such Dir entweder ein richtig gutes Auto für einen angemessenen Preis oder ein deutlich günstigeres, in das Du dann nochmal ordentlich investieren kannst, um einen ansprechenden Zustand herzustellen.

Ich denke, eine ernsthafte Diskussion um das oben genannte Fahrzeug hat sich mit Deinem letzten Beitrag erledigt - das scheint doch ganz offensichtlich ein Blender zu sein.

Kopfschüttelnd

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Der Hesse am So.02.Okt 2016/ 15:55:14
Hallo Andreas, hallo Michael,
erst einmal Danke für eure Antworten. Augenscheinlich liege ich mit meiner Schätzung für eine Neulackierung nicht so ganz daneben. Das Problem bleibt ist, dass ich erst nach dem Freilegen des Bleches sehe, was darunter los ist. Also ist das nicht ganz ohne Risiko.
Wenn ich den Bremszylinder, das Verbrennungthema (vielleicht auch nur verrußte Zündkerzen durch kurze Probefahrten), möglicherweise neue Bremsbeläge, das leicht tropfende Getriebe (war auch jetzt beim zweiten Besuch festzustellen) plus noch die ein oder andere "Kleinigkeit" zusammen rechne, wird das auf vielleicht 30T€ hinaus laufen und das sehe ich dann so wie Michael.
Der Preis ist für den Wagen deutlich zu hoch. Wenn ich dann mal den voraussichtlichen Gesamtpreis betrachte und sehe, was sehr gute SII oder SIII oder ein top Silver Shadow oder eine Corniche kosten, stellt sich schon die Frage, ob die Differenz durch das Design gerechtfertigt ist.
Es bleibt für mich also spannend und natürlich berichte ich weiter.
Gruß aus Hessen und Euch einen schönen Feiertag morgen.
Wolfgang
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: Sara Benedict am So.02.Okt 2016/ 16:19:02
Wenn ich dann mal den voraussichtlichen Gesamtpreis betrachte und sehe, was sehr gute SII oder SIII oder ein top Silver Shadow oder eine Corniche kosten, stellt sich schon die Frage, ob die Differenz durch das Design gerechtfertigt ist.

Hallo Wolfgang,

ich denke, so rein rational sollte man das Thema nicht betrachten. Wenn Du einen Cloud mit Sonderaufbau schöner findest als einen Cloud mit Standard Body, dann solltest Du, sofern Du über das entsprechende Kleingeld verfügst, nicht die deutlichen Mehrausgaben für den Sonderaufbau scheuen. Die extrem geringen Stückzahlen der Sonderaufbauten treiben natürlich den Preis schmerzhaft nach oben.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner weitern Suche und freue mich auf künftige Berichte.

Gespannt

Michael
Titel: Re: Ölverlust / nasser Unterboden
Beitrag von: wellenkieker am Mo.03.Okt 2016/ 21:06:02
Hallo Wolfgang,

für mich klingt das, ohne selber infiziert zu sein, nach einem aufgeplüschten Modell.

Ein Fahrzeug in dieser Kategorie nicht erstklassig wiederherzustellen, seitens des Bleches,
seitens des Motors, des Lackes, der Innenausstattung, der Fahrwerkstechnik sollte hinreichend
Anlass sein, wenn nicht von einer Grundüberholung, so doch von erheblich höheren Kosten, als
lediglich für eine Lackierung anfallend auszugehen.
Sauber ausgeführte Blecharbeiten und abschließendes  Lackieren wird sicherlich nicht allein zu einem
dem Fahrzeug angemessenen Zustand führen.
Somit werden die laufenden Kosten, nach Erwerb, bis zur ersten ordentlichen Ausfahrt deutlich
höher liegen.
Der gesamt zeitliche Aufwand, der die Fertigstellung terminiert, zumal ohne auf eine Werkstatt Zugriff, noch sich im näheren Umfeld auf ein Netzwerk aus bekannten Oldtimerfreunden (seien es Werkstätten) stützen zu können wird beträchtlich sein.
Ohne die Möglichkeit, selbst qaulitativ hochwertig Hand anzulegen, und sei es nur in Segmenten,
sind 20 k Euro nichts, allenfalls ein Vorgeschmack.
Folgt dem  Einstandspreis genug Spielraum, warum nicht?

Stefan