Rolls-Royce & Bentley-Forum
Rolls-Royce+Bentley-Technik => Silver Shadow, Bentley T-Modelle => Thema gestartet von: megab am So.29.Nov 2009/ 20:51:50
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Hallo,
bin neu hier. Mein Name ist Marc und ich komme aus Heide. Leider habe ich ein Problem mit meinem "vorträglichem" Weihnachtsgeschenk, einem SS1 aus 69(SRX6220).
Leider fällt die Bremse nach ca 20 Minuten Fahrtzeit fast komplett aus, vorher bremst er relativ normal.
Da der Vorbesitzer ähnliches berichtet hat, sind wir von zu alter Bremsflüssigkeit ausgegangen und haben diese gewechselt, aber
das Problem besteht trotzdem weiter. Wenn der Wagen dann ca ne Stunde gestanden hat, bremst er wieder normal. Werte sind dann auf dem Prüfstand auch ok.
Hat da vielleicht jemand nen Tip für mich?
Danke schon mal.
Gruss
Marc
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Hallo Marc!
Willkommen im Forum!
Schön mal hier auf ein weiteres Frühchen zu treffen. So frühe und insbesondere linksgelenkte gibt es hier nicht.
Zu deinem Bremsenproblem:
Wenn du sagst die Anlage fällt aus, was passiert da genau?
Gehen die Warnlampen an? Funktionieren die Lampen? (Kontrolle über den Schalter erfolgreich? Gehen die Lampen an wenn du das System drucklos machst?)
Wenn du hier ein wenig quergelesen hast,merkst du schnell, daß die Bremse / Hydraulik nicht trivial ist und die Archillesferse unserer Fahrzeuge ist.
Beschreib doch bitte die auftretenden Symptome näher, vielleicht kann man dir dann hier helfen.
Gruß
Michael
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Hallo nochmal,
werde dann probieren, dass Problem näher zu beschreiben.
Bin losgefahren und konnte da auch relativ normal bremsen. Nach ca 20 Minuten Fahrtzeit wollte ich bremsen und hab erstmal ins leere getreten. Erst nachdem ich voll reingetreten habe, konnte ich eine mininmale Bremsleistung festellen. Denke mal das dies der 3.Bremskreislauf war.
Die beiden roten bremskontrollen sind nicht angegangen. Über den Testschalter haben sie aber geleuchtet, sollten also ok sein.
Gruß
Marc
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Hallo Marc!
Was Du da erzählst, klingt beunruhigend. Ich würde keinen Meter mehr damit im öffentlichen Verkehr fahren!
Bevor wir hier rumspekulieren, sollte man wissen, ob, wann und was da zuletzt an der Hydraulik gemacht worden ist. Ich befürchte, da steht die Überholung der ganzen Hydraulik an, wenn auch erst mal ohne Niveauregulierung.
Keinerlei Druck auf beiden Kreisen - hier auf der Insel kam ein Corniche daher, der wurde auch nur mit dem dritten Kreis und der Handbremse angehalten: Die beiden Schläuche, die vom Bremskraftverteiler wegführen, waren komplett zugequollen. Zum Testen kann man die Schläuche ein wenig lösen (natürlich an dem Ende, das vom Verteiler weg ist) und auf die Bremse treten, um zu sehen, ob Bremsflüssigkeit durchgeht. Bei besagtem Corniche kam rein gar nichts an!
Die Kontrolleuchten waren ebenfalls außer Dienst. Die Druckschalter wurden zerlegt und gereinigt, dann gingen sie wieder.
Ich hätte nicht geglaubt, daß man danach wieder mit dem Auto bremsen kann.
Es kann natürlich sein, daß bei Dir mehr im Argen liegt: daß die Bremspumpen viel zu wenig fördern, weil sie völlig verschlammt sind, daß die Druckspeicher kaum noch oder gar keinen Druck halten, weil kein Stickstoff mehr drin ist und die Membran längst aufgegeben hat, daß die Druckspeicherventile die Bremsflüssigkeit fast oder ganz wieder in den Vorratsbehälter zurücklaufen lassen, weil sie verdreckt sind und klemmen, daß die übrigen Bremsschläuche auch so gut wie dicht sind, weil sie schon ein Autolebenlang nicht gewechselt wurden.
Aber irgendwo muß man anfangen. Ich würde die besagten beiden Schläuche zuerst prüfen und dann die Druckschalter in Ordnung bringen. Dann hast Du wenigsten schon mal eine Anzeige, wenn der Druck weg ist., das ist wichtig für alle weiteren Arbeiten, wenn man ohne Druckmeßgeräte arbeiten muß - und einfacher ist es auch.
Wenn Du keine Erfahrung mit solchen Arbeiten hast, dann muß das Auto schnellstens in eine Werkstatt zu einem kompetenten Mann, der die Zusammenhänge versteht - oder eben in eine Fachwerkstatt.
Gruß - Udinho
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Hallo Udinho,
hört sich fast logisch an. Für mich als Laien ist es nur komisch, dass es mit der Temperatur zusammen hängen muss, denn wenn ich den Wagen ja wieder etwas stehen lasse, funktioniert es ja wieder. Ist es denn so, dass ein zugequollener Bremsschlauch sich je nach Temperatur weiter öfnnet oder schliesst?
Gruß
Marc
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Marc, die Temperatur als Erklärung ist ja nicht zwingend, es passieren ja noch andere Dinge da um den Motor herum als bloß Erwärmung, und die halte ich für die Schläuche für unbedeutend, zumal die ja unter dem Auto sind, da ist es eh nicht so warm.
Nein, Du muß nach anderen möglichen Zusammenhängen suchen, denke ich. Zum Beispiel sagen wir mal, die Pumpe baut zu langsam Druck auf, weil sie zu wenig fördert oder der Druck gar nicht voll zustande kommt. Dann wird der Akku nach und nach befüllt, für einmal bremsen reicht es, vielleicht auch noch ein bißchen für das zweite Mal, aber dann ist der Druck aus den Akkus abgerufen, und die Pumpe hatte noch nicht genug Zeit, wieder Druck zur Verfügung zu stellen. Der ist ja in diesem Fall eh nur über die Akkus da, weil die Pumpe (in diesem Beispiel) zu langsam, zu wenig oder mit mangelndem Druck fördert.
An sich machen defekte Akkus im Fahrbetrieb nichts aus, die Pumpen schaffen hinreichend Druck, um sicher bremsen zu können - es ist aber halt keinerlei Reserve da, und das ist lebensgefährlich, sobald der Motor ausgeht. Wenn also Deine Pumpen (laufende Beispiel) nur mangelhaft fördern, hast während der Fahrt nach zwei-, dreimal Bremsen keinen Druck mehr, weil die Akkus leer sind und die Pumpe zum Bremsen nicht genug Druck liefert, vielleicht noch ein bißchen, deshalb bremst es ja auch noch etwas, vielleicht ja etwas mehr als nur mit dem dritten Kreis. Dann stellst Du das Auto ab, machst es später wieder an, und solange Du die Bremse nicht trittst, geht der Druck, den die Pumpen liefern, die die Akkus, auch wenn das das unerlaubt lange dauert, weil die Pumpen zu lahm sind. Aber nach und nach wird halt doch noch Druck in den Akkus aufgebaut, der aber schnell verbraucht ist. - Das ist aber nur eine Möglichkeit aus einer Anzahl von denkbaren Szenarien.
Du mußt die Warnleuchten als erstes in Ordnung bringen. Dann kannst Du testen, ob Du den von Dir beschriebenen Effekt auch im Stand erzeugen kannst, indem Du die Pumpen Druck aufbauen läßt und dann bremst und zusiehst, wie schnell die Lampen angehen und/oder verlöschen.
Aber da Du Laie bist, wie Du sagst, wird Dir nichts weiter übrigbleiben als eine kompetente Werkstatt aufzusuchen.
Gruß - Udinho
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Aber da Du Laie bist, wie Du sagst, wird Dir nichts weiter übrigbleiben als eine kompetente Werkstatt aufzusuchen.
Gruß - Udinho
Und das auf dem Hänger und nicht auf eigener Achse!! Ich tippe schon drauf, das hier die gesamte Hydraulik erneuert werden muss bzw. schon vor langer Zeit hätte erneuert werden müssen. Vermutlich funktioniert da keine der wesentlichen Komponenten noch korrekt und wenn die Schläuche älter als 10 Jahre sind, müssen sie eh gewechselt werden ...
An "alter" Bremsflüssigkeit liegt es jedenfalls nicht in dem Sinn, dass man die jetzt wechselt und alles ist gut. Wenn die alt ist, dann zerstört sich eben Schläuche und Dichtungen in den Ventilen, Bremszylindern usw., d.h. die angerichteten Schäden sind da und müssen beseitigt werden.
Wenn der Verkäufer schon auf sowas hingewiesen hat - warum hast Du denn trotzdem gekauft?? Ist Dir klar, wie teuer die Überarbeitung der Hydraulik ist?
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Hallo Marc!
Der Testschalter testet strenggenommen ja nur, ob die Glühlampen in Ordnung sind.
So wie du das beschreibst, scheinen beide Hochdruckkreise drucklos gewesen zu sein. Das hätte eigentlich dazu führen sollen, dass beide Lampen angehen.
Da sie das nicht taten, sind wahrscheinlich die beiden Druckschalter an den Druckspeichern hinüber oder, was auch schon mal vorgekommen sein soll, abgeklemmt worden. (Letzteres soll schon mal bewusst gemacht worden sein, um von defekten Bremssystemen abzulenken).
Wenn du testen willst, ob die noch funktionieren, dann kannst du das testen:
- Motor für rund 5 - 10 laufen lassen, vielleicht mit ein wenig erhöhter Drehzahl => Druckspeicher sollten jetzt voll sein
- Motor aus und Zündung wieder an
- Jetzt so lange treten, bis beide Lampen angehen. Je nach Zustand der Akkus passiert das Aufleuchten früher oder später. Aber irgendwann muss (!) es passieren und wenn dabei mehr als 100 Pedaltritte notwendig sind. Gehen die Lampen nicht an, sind die Schalter festgegammelt, die Zuleitungen defekt oder eben abgeklemmt.
Hat der Vorbesitzer dich von alleine auf das Problem mit der Bremse angesprochen? Oder hast du das angesprochen?
Wie DRB schon sagte, ist ein defektes Bremssystem eine kostenintensive Sache. Nebem dem Material gehen da in einer Werkstatt Stunden drauf, das einem anders werden kann.
Als Info: Als bei meinem Wagen die alle Bremsschläuche gewechselt wurden, lagen die Angebote dafür für Material und Lohn bei 1000 Euro.... und das waren Angebote, die sich preislich nur in eine Richtung entwickeln, da immer was unvorhergesehens dazu kommt.
Seit wann besitzt du denn den Wagen?
P.S.: habe den Beitrag heute morgen begonnen zu schreiben und hatte jetzt keine Lust mehr, ihn zwecks Vermeidung von Wiederholungen zu Udinhos Beiträgen komplett zu überarbeiten....
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Hallo Marc,
soweit Du es nicht bereits im Forum gelesen hast, wäre die dringende Empfehlung einen mit der Technik vertrauten Spezialisten aufzusuchen - also nicht 'eine' Werkstatt, sondern jemanden der (nachweislich) fachkundig ist.
Kenn mich zwar nicht in Deiner Region aus, aber für den Fall, dass niemanden in der näheren Umgebung kennst, würde ich HH in Betracht ziehen.
Bei Interesse einfach PN.
Viel Glück!!
LG
Martin
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Als Info: Als bei meinem Wagen die alle Bremsschläuche gewechselt wurden, lagen die Angebote dafür für Material und Lohn bei 1000 Euro.... und das waren Angebote, die sich preislich nur in eine Richtung entwickeln, da immer was unvorhergesehens dazu kommt.
Und das waren wohl nur die Schläuche. Wenn da wirklich uralte Bremsflüssigkeit am Werk war, dann sind i.d.R. die Bremskolben aller Radbremszylinger hin, ebenso der Hauptbremszylinder, das Druckminderungsventil usw. usf. . Wenn das alles gemacht werden muss, dann liegt man sehr weit über den genannten 1.000 Euronen ....
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Ach so - in dem Zusamenhang: Geht denn die Höhenkontrolle noch? Der Schnell-Test dazu ist: Motor an, Gang in P, Kofferraum öffnen und mit vollem Gewicht auf die Kante setzen, am besten Beine vom Boden hoch. Der Wagen sollte dann unter dem Gewicht absinken und die Hydraulik mit sehr kurzer Verzögerung das Auto wieder kraftvoll anheben. Das merkt man deutlich, wenn man hochgehoben wird. Tut sich nichts, dann ist auch dieser Teil der Hydraulik hinüber. Bei alter Flüssigkeit, die womöglich jahrelang im Auto war, wäre das letztlich auch zu erwarten.
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Wenn das alles gemacht werden muss, dann liegt man sehr weit über den genannten 1.000 Euronen ....
Wie wahr.... :(
Die Schläuche alleine waren am Anfang der abgeschätzte Umfang der Arbeiten.
Aber wie an anderer Stelle beschrieben, waren es bei meinem Wagen nach her neben den Schläuchen auch alle Bremskolben die getauscht werden mussten. Dazu sass der ganze Kram derartig fest, dass sehr viele Stunden in der Werkstatt und bei mir selber draufgingen.
Ich bin ganz ehrlich: hätte ich das vorher so abgeschätzt, wie es sich nachher ergeben hat, hätte ich nicht gekauft. Auf der anderen Seite weiss ich jetzt, was wie gemacht wurde und bin beruhigter.
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Tut sich nichts, dann ist auch dieser Teil der Hydraulik hinüber.
Bei der Niveauregulierung besteht nur der grosse Vorteil, dass man die nicht umbedingt sofort machen muss. Sie ist, solange sie dicht ist und damit das Bremssystem nicht gefährdet, nicht sicherheitsrelevant. Mit der Überholung des Systems kann man also auch warten und erst, wenn man in den Rest des Wagens Vertrauen gefunden hat, investieren.
Allerdings sollte man auch in einem defekten Niveausystem die Hochdruckschläuche austauschen, denn ein geplatzter Schlauch in dem Teil der Anlage läßt automatisch auch den "hinteren" Bremskreis ausfallen.
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Dass der Fehler nur bei warmem Fahrzeug auftritt, ist ungewöhnlich – es wäre aber möglich, dass die Bremsflüssigkeit so alt ist und so viel Wasser enthält, dass sie bereits nach ein paar Bremsungen in den Sätteln siedet und man deshalb ins Leere tritt. Ich hatte dieses unschöne Erlebnis vor vielen Jahren mal in den Alpen mit einem Wohnmobil, das gerade eine große Inspektion bei einem Mercedes-Vertragshändler hinter sich hatte... Da hatte ich allerdings schon eine ganze Menge Bremsungen bei Bergabfahrt (Automatikgetriebe) hinter mir – rund um Heide ist es ja wirklich nicht bergig.
Udinhos erste Theorie finde ich nicht ganz schlüssig, denn zugequollene Bremsschläuche sind, wenn sie noch etwas Flüssigkeit durchlassen, eigentlich immer mit festgehenden Sätteln verbunden – werden die Sättel/Felgen heiß?
Die zweite Möglichkeit – dass die Pumpen nicht genug fördern usw. – ist bei uns noch nicht temperatur- oder fahrstreckenabhängig vorgekommen. Auf jeden Fall: Nicht mehr fahren (außer auf den Anhänger), Bremsdruck messen, Druckspeicherkugeln prüfen usw.
Sie können mich auch gern anrufen, wenn Sie einzelne Schritte hinter sich haben, um zu einer näheren Diagnose zu kommen.
Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
04762-2930
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Hallo Claus,
die Bremsflüssigkeit hatten wir ja schon mit dem Bremslichschalter und dem Ölfilter bei dir bestellt. Die ist dann auch gewechselt worden und die Bremse funktionierte auch.
Ich kann allerdings nicht einschätzen, ob im vollen Umfang, da es sich ja nicht um einen Neuwagen handelt. Der Weg des Bremspedals war allerdings etwas länger.
Ich kann zum Vorbesitzer(ein Bekannter) nur sagen, dass er im Sommer den gleichen Fall hatte. Ich habe dann nur nach der Bremsflüssigkeit geschaut und festgestellt, dass diese a. zu wenig und b. sehr alt aussah.
Da das Fahrzeug auch ganz leicht mit Bremsflüssigkeit getropft hat, sind wir von der veralteten Flüssigkeit ausgegangen. Das Leck war wohl nur eine lose Schelle bzw. Verbindung. Jedenfalls tropft er nicht mehr. Nach dem Wechsel waren es ja auch schon mal Welten zum Zustand davor.
Was ich allerdings noch in Erinnerung habe, ist das von dir eine Menge von 5 Litern für einen Wechsel angegeben wurde(die wir auch bekommen haben), wir allerdings nicht ganz 3 Liter nur benötigt haben.
Kann es damit was zu tun haben?
Gruß aus Heide
Marc
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Wenn das ganze System (also einschließlich der Niveauregulierung) neu befüllt und entlüftet wird, brauchen wir etwa fünf Liter, bei späteren Fahrzeugen ohne Hauptbremszylinder etwas weniger.
Grüße aus dem Norden (na ja, von Heide aus sind wir im Süden)
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
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Also habt ihr die Bremsflüssigkeit schon gewechselt.
Habt ihr denn beim Wechsel alle Entlüftungsstellen entlüftet und solange Flüssigkeit austreten lassen, bis klare neue Flüssigkeit kam?
Wenn ihr nur 3 Flaschen verbraucht habt, vermute ich eher, dass euch eine Entlüftungsstelle (vielleicht an der Niveauregulierung) durchgegangen ist und ihr noch teilweise alte Flüssigkeit im System habt.
Aber ob diese Restmenge an eventuell wasserverseuchter Flüssigkeit dazu führt, dass der Effekt mit siedener Flüssigkeit auftritt, kann ich mir nicht wirklich vorstellen.
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Hallo,
kurze Rückmeldung. Bremsen waren durch die lange Standzeit fest. Problem wird bzw. wurde durch meinen Schrauber inzwischen behoben.
Großer dank gilt Herrn Erbrecht, der meinem Schrauber jederzeit telefonisch mit Rat zur Seite stand ;) Danke auch nochmal von meiner Seite.
Gruß
Marc