Rolls-Royce & Bentley-Forum
Rolls-Royce+Bentley-Technik => Silver Cloud, Bentley S-Modelle => Thema gestartet von: hjzeig am Sa.30.Apr 2005/ 08:52:26
-
Hallo zusammen!
ich habe jetzt drei unterschiedliche Aussagen bekommen, welche Treibstoffart ich in meinem Bentley S2 (BJ1960) fahren sollte. Deshalb hier die Frage an die Spezialisten:
Was tankt man am besten: Benzin, Super, Super Plus?
Vielen Dank für eine Antwort!
-
Der S2 hat noch eine Verdichtung von 8:1 und kommt mit Super aus.
Grüße aus dem Norden
Claus F. Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.rolls-royce-teile.de
-
blöde frage meinerseits, gilt das auch für mein Bentley S1?
(frage nur, wegen der andere motorisierung!)
-
Den S1 gab es mit Verdichtung 6,6:1 und mit 8,0:1; die erste Version sollte mit Normalbenzin laufen, die andere müssen Sie mit Super fahren (beides ohne Bleizusatz).
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
-
also mein ist Bj 1957, d.h. mit normal dürfte ich ok sein oder?
danke für ihre hilfe!
regards aus bayern!
Francis
-
In meinem Handbuch zum S2 steht, dass der S2 werksseitig auf 95 Oktan eingestellt sei. Falls man den Wagen in Ländern betreibt, in denen diese Qualität an Sprit nicht verfügbar sei (schliesslich hat man in Cowes ja auch an die Colonies of the Empires denken müssen) gibt es eine Rändelschraube am Zündverteiler (linke Haube aufmachen) an der man den Zündverteiler adjustieren kann um auch kompatibel mit geringeren Oktanwerten zu sein.
-
Und wie sieht das beim Shadow II (UK) aus ?
Super oder Super plus oder sogar Shell 100 ?
Irgnd jemand sagte mal im Winter würde Super ausreichen, bei höheren
Aussentemperaturen Super plus.
Kann das sein ?
Gruß Ulrich
-
Ab Cloud III waren die meisten Motoren höher verdichtet und brauchen entweder 97 (Super Plus) oder 100 Oktan (also V-Power); Aufschluß gibt eine kleine Plakette hinter der Tankklappe.
Durch Verstellung der Zündung in Richtung "Später" (retard) kann man den Motor auf mindere Kraftstoffqualitäten einstellen; 2 Grad Verstellung = 1 Oktan. Die Verstellung bringt etwas Leistungsverlust mit sich.
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
-
doch noch mal eine erweiterte Frage,
Herr Erbrecht, Sie meinten man solle in jedem Fall auf den Bleizusatz verzichten? Gilt das für den S1 und den S2 ? Was bewirkt denn dieser Bleizusatz genau ? schadet er oder ist es nur "nicht nötig"?
merci für Ihre kompetente Meinung hierzu!
martin
-
Der Bleizusatz soll die Ventilsitze schmieren, um Abnutzung zu verhindern. Alle Nachkriegs-RR/B haben aber Aluköpfe mit Ventilsitzringen aus hartem Stahl, die diese Schmierung nicht benötigen. Wichtig ist der Bleizusatz bei Grauguß-Köpfen an Motoren mit relativ hoher Verdichtung (z.B. englische Sportwagen der 60er/70er), wo die Ventilsitze einfach in den Guß geschnitten wurden.
Die letzten RR/B mit Grauguß-Köpfen gab es vor dem 2.Weltkrieg; zu der Zeit gab es aber keinen Bleizusatz, weil es wegen der niedrigen Verdichtung auch keine Probleme mit den Ventilsitzen gab.
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
-
Ohne die Kompetenz und Begründung von Herrn Erbrecht anzweifeln zu wollen:
Bei verschiedenen Fachseminaren im Club wurde uns immer eingetrichtert "Ja kein Super oder Super Plus, viel zu aggressiv mit all den Zusätzen von heute, das ätzt die bereits angelagerten Bleirückstande (diese sorgen ja für einen angepassten Sitz der Ventile) bei den Ventilsitzen weg" .
Deshalb habe ich meinen SCIII / S3 immer mit Normalbenzin plus Bleizusatz bei jeder 2. Füllung betankt. Bisher läuft er noch ohne zu klappern.
Ich bitte um Kommentare und Kritik.
Mit freundlichen Grüssen,
Daniel
-
Was haben denn die Leute in den 70ern getankt?
-
Ich habe alle meine RR/B (auch im Alltagsbetrieb) immer ohne Zusätze getankt. Den S1 mit Normalbenzein, alle 8-Zylinder mit Super Plus. Nie gab es Probleme.
-
was würde denn passieren ?
wenn ich zb. beim shadow II statt 100 Oktan
einfach nur Super tanken und lasse die zündung wie sie ist ?
-
Es würde sogenanntes Frühzündungsklingeln auftreten, was zu Schäden an den Kolben führen könnte. Soweit ich weiß, sind die RR-Motoren in dieser Hinsicht weniger anfällig als andere, da sie nicht sehr hoch verdichten und ihre Leistung ohne grosse Anstrengung gewinnen. Eine Ausnahme sind die Turbo-Varianten, die deshalb einen Klopfsensor haben, welcher die Zündung verstellt.
Ich habe jedenfalls bisher keinen Motor repariert, der an Frühzündungsklingeln gestorben ist. Aber vielleicht gibt es im Forum ja andere Erfahrungen...
Grüße aus dem Norden
Claus F.Erbrecht
Heaven's Gate Garage
www.bentleyteile.de
-
Guten Abend,
der Bleizusatz von dem weiter oben gesprochen wird, welcher ist das oder gíbt es verschiedene? Und wenn man denn unbedingt einen benutzen will, welcher sollte es dann sein?
Grüße
Joachim
-
Ich habe die erfahrung gemacht,dass mein SCII 1962 klingelt bei Hochgeschwindikeit bzw Beschleunigung mit Super aber ohne Bleizusatz ,daher fahre ich immer mit Bleizusatz und habe kein Klingeln mehr.
Mit freundlichem gruss R.Tiedemann münchen
zusätze von shell oder anderen,merke ich keinen unterschied.
-
Hallo,
wie kann ein Bleiersatzstoff das Klingeln reduzieren ? Bei mnachen ist das möglich wenn sie gleichzeitig die Oktanzahl erhöhen aber Bleiersatz zugeben heißt nicht gleichzeitig auch, daß man damit an Oktanzahl gewinnt. Das hängt vom Produkt ab.
Castrol TBE z.B. hat keinerlei oktansteigernde Zusätze dabei.
Grüße
Tom
-
Die Aussage von Erbrecht ist nicht nur die eines Fachmannes, sondern eine logische, die sich aus der Bauart des Motors ableitet. Die Motoren brauchen nunmal keinen Bleizusatz. Aber bitte, tun Sie sich keinen Zwang an. Wenn es Sie beruhigt, können Sie natürlich auch Mineralwasser in Ihr Wischwasser geben. Vielleicht werden die verdendeten Fliegen auf der Windschutzscheibe dadurch wieder lebendig? ;)
Statt den teuren, wie sinnlosen Bleizusatz zu schütten, würde ich durchgängig 98 Oktan empfehlen, statt die paar Cent zum Super zu sparen. Dann ist man immer auf der sicheren Seite. (Für 6 Zylinder-Autos kann ich nicht sprechen, das hat aber Erbrecht schon)
Zudem hat es sich sogar in Oldtimerzeitungen rumgesprochen, dass 98 und 100 oktanige Kraftstoffe heutzutage ungefährlich für die Schätzchen sind. Davon, dass alte Zausel auf RREC-Seminaren gebetsmühlenartig etwas Andres erzählen, wird deren Aussage auch nicht wahrer.
Tom gebe ich völlig recht. Wer meint, dem Motor Gutes tun zu müssen, da kein ausreichend guter Kraftstoff erhältlich scheint, sollte sich nach Oktan-Additiven umschauen, statt auf positive Wirkung aus der Bleiersatz-Büchse zu hoffen. Die Nordamerikaner mit europäischen Sportwagen machen das. Aber fragen Sie nicht, was in diesesn Additiven drin ist. Davon ist nämlich hier wenig bekannt. Warum auch? Wir haben 98 und 100 Oktan. Und das sollte doch reichen. Wir haben stabile Motoren, die kaum Drehzahlen erleben. Also machen wir uns nicht verrückt.
Viel wichtiger ist, dem Wagen wirkliche jedes Jahr mindestens im Frühjahr neues Öl, neuen Filter, neue Zündkerzen, evtl. neuen Verteilerfinger + Kappe zukommen zu lassen. Es reicht 15W40. Aber Hände weg von Vollsynth. Ölen. Nixx gut! Gute Fahrt! 8)