Autor Thema: Turbo R US-Import  (Gelesen 577 mal)

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Offline DocBottster

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Turbo R US-Import
« am: Di.05.Sep 2017/ 17:08:38 »
Hallo Leute,

zur Erweiterung meiner kleinen Sammlung (bislang Lotus Europa SE + Jaguar XJS Coupe) würde ich mir gerne einen Bentey Turbo R zulegen; bevorzugt ein frühes Modell ohne elektonische Dämpfer und mit einem H-Kennzeichen in Aussicht.

In diesem Zusammenhang ist mir ein US-Import BJ 89 angeboten worden, welcher aber bereits seit 13 Jahren auf deutschen Straßen rollt.

Gibt es bei US-Importen (außer der albernen Gurtführung) irgendetwas zu beachten oder ist etwas besonders?

Vielen Dank vorab und Gruß!

Roland

Offline Alexander

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #1 am: Di.05.Sep 2017/ 18:28:34 »
Dass das Fahrzeug schon 13 Jahre in Deutschland fährt, lässt hoffen, dass es in den USA nicht allzu oft repariert wurde. Über dort ausgeführte Arbeiten habe ich wenig gutes gehört.
Auf alle Fälle solltest Du die Heizung testen (auch bei EU-Modellen) und sonst eben das "Übliche".
Wirf unbedingt einen Blick auf das Datum der Erstzulassung, die kann deutlich hinter dem Baujahr liegen. Das kann das ersehnte H-Kennzeichen ganz schön nach hinten verschieben und folglich richtig KFZ-Steuer kosten.

Grüße und viel Spaß beim Suchen, Du hast Dir ein tolles Modell ausgesucht!

Alex
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Offline Jay BlueSky

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #2 am: Di.05.Sep 2017/ 18:38:17 »
vor allem it die Zahl  möglicher Vorbesitzer mit viel Vorsicht zu geniessen ..... jeder Eigner bekommt da einen neuen Title und wenn es durch mehrere Staaten ging ist da zu der Zeit fast nichts richtig nachzuvollziehen .... aber 13 Jahre hier .....
SRX21961

Offline Gert

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #3 am: Di.05.Sep 2017/ 19:01:18 »
Im "H" Gutachten ist neben der Erstzulassung auch das Baujahr/ Herstellungsdatum.
Frag mal nach was fürs "H" zählt.
LRE23184 16 Jahre rumgestanden und ich muß es ausbaden

Offline Alexander

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #4 am: Di.05.Sep 2017/ 20:04:32 »
Für das H-Gutachten muss das Fahrzeug grundsätzlich "vor 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sein". Näher definiert ist das nirgends, ich habe leider auch keine Urteile diesbezüglich gefunden. Mancher Gutachter ist vielleicht so kulant und definiert das als erstmalige Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr, was vor der EZ liegen kann. Das musst Du aber erstmal nachweisen. Und manche Zulassungsstelle kassiert das Ganze dann wieder und besteht auf die EZ. Bis Du Dein Recht dann ggfs. erstritten hättest, ist auch die EZ 30 Jahre her. Also: Erstmal die genauen Umstände klären und die Details mit dem Gutachter und der Zulassungsstelle abstimmen.
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Offline DocBottster

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #5 am: Mi.06.Sep 2017/ 14:06:49 »
Vielen Dank schon einmal für Eure Einschätzung!

Wegen der Anzahl der Vorbesitzer und der allgemeinen Historie bin ich bei einem US-Import sogar entspannter als bei einem deutschen Wagen. Ich lasse mir einfach vorab die VIN geben und ziehe mir ein CARFAX. Darin sehe ich ja dann auch, wann der Wagen das erste Mal zugelassen wurde (wg. H-Kennzeichen).

Gruß

Offline Jay BlueSky

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #6 am: Do.07.Sep 2017/ 07:51:33 »
Wenn er denn bei CarFax gelistet ist. Das gibt ja nicht schon immer und gerade am Anfang, bei Einführung wurde da eine Menge Unsinn gemacht
SRX21961

Offline DocBottster

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #7 am: Fr.22.Sep 2017/ 16:54:37 »
So, nun wird es langsam ernst:

Da ich Anfang Oktober ohnehin beruflich in München bin, schaue ich mir auf dem Rückweg nach Hamburg den Wagen in Ingolstadt mal genauer an und kaufe ihn ggf.

Kennt von Euch vielleicht jemand einen Bentley-Spezialisten in der Nähe von Ingolstadt, den ich zur Prüfung des Wagens mitnehmen oder bei dem ich anlässlich der Probefahrt vorbeischauen könnte?

Vielen Dank vorab und beste Grüße!

Roland


Offline DocBottster

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #8 am: Do.28.Sep 2017/ 15:34:32 »
Das wird wohl leider nichts mit dem Wagen. Seit Wochen rückt der Verkäufer mit der VIN nicht raus und nun hat er mir über sein Sekretariat den Besichtigungstermin absagen lassen, da der Wagen "überraschend" nicht fahrbereit sei...

Ich möchte nun etwas breiter suchen und wäre Euch für ein paar Tipps bzw. Einschätzungen recht dankbar:

Ursprünglich wollte ich einen Wagen bis spätestens BJ89 kaufen, da weniger Elektronik eben meist auch weniger mangelanfällig ist und das H-Kennzeichen winkt.

Jetzt habe ich aber einen recht schönen Turbo R BJ 95 mit EURO II gefunden (das Modell mit 360 PS und dem Ganghebel in der Mittelkonsole). Ist wohl lückenlos scheckheftgepflegt und in einem perfekten Zustand.

Könnt Ihr mir vielleicht sagen, ob ein derart spätes Modell generell fehleranfälliger und wartungsintensiver ist? Ich habe mal ein bißchen mit der Suche-Funktion gearbeitet, aber keine klaren Pros/Cons bzgl. der verschiedenen Entwicklungsstufen des Turbo R gefunden (außer Zytec=Mist). Interessant wäre auch eine Differenzierung zwischen den Modellen vor und nach ARC (also so ca. 89). Über die alten Vergaser müssen wir nicht sprechen, die kommen für mich ohnehin nicht in Frage...

Vielen Dank noch einmal!

Offline Minster

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #9 am: Do.28.Sep 2017/ 19:31:18 »
Hallo Roland,
vor einigen Monaten habe ich in Ingolstadt einen Turbo R besichtigt, er war schwarz / schwarz und stand bei einem freien Händler in einer relativ neu gebauten Halle an einer Hauptstrasse.
Handelt es sich dabei um den von Dir in Betracht gezogenen Wagen?
Wenn ja, kann ich sagen dass der Zustand sowohl von außen als auch von innen nur durchschnittlich war. Das Verkaufspersonal völlig uninteressiert, obwohl ich längere Zeit um den Wagen " herumgeschlichen" bin und mit meinem Daimler Super V8 vorgefahren bin, war es nach einer gequälten Begrüßung auch schon getan.

Gefühl: negativ.
Was Erfahrungen mit einem 360 PS Turbo R angeht, könntest Du Dich mal an Tuxema wenden, er hat vor nunmehr ca. 3 Jahren meinen 94er Turbo R gekauft und hat sicher schon Erfahrungswerte gesammelt.

Gruß Andreas
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Offline Udinho

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #10 am: Do.28.Sep 2017/ 20:10:48 »
"Zytec=Mist" halte ich - auch wenn ich immer gegen Zytek geredet habe - für Unsinn, der von mir so auch nie geäußert wurde.

Zytek EMS 3 ist komplexer als Bosch Motronic 3.3, aber sie ist OBDII-fähig. Bei Zytek-Fahrzeugen kann man über OBDII die Fehlercodes von Motor und Getriebe auslesen, bei Bosch geht das nur über die Displayanzeige, was vergleichsweise unkomfortabel ist. Zytek ist in gewisser Weise aber auch einfacher als Bosch, weil die Steuerung des Motors über den Druck statt über den Luftstrom erfolgt. Zytek verarbeitet mehr Input als das Boschsystem und kann z.B. schon die Antriebskraft in Anbhängigkeit von der Drehzahl der Hinterräder steuern ... um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Zytek ist nicht Mist. So ein Urteil ist doch albern. Das große Problem bei Zytek ist und bleibt, daß man nur sehr mühsam passende Steuergeräte für sein Fahrzeug bekommt und eine Reparatur teuer und zeitraubend ist. Glücklich ist, wer ein durchschittliches, nicht allzu spätes Fahrzeug für den britischen Markt hat, da gibt es gelegentlich ein Steuergerät (ich habe immer ein Ersatzsteuergerät im Auto). Aber man muß auch die Geschichte sehen: Bosch war 1994 unfähig, ein OBII-fähiges System zu liefern, was sollte also ein Hersteller tun, der seine Fahrzeuge zum großen Teil in die USA exportiert? Es ging nicht ohne Zytek. So einfach war das. Beim TurboS und ContiS haben sie dann halt probiert, ob und wie's geht mit Zytek - es ging und wurde ab MJ96 eingesetzt.

In den wesentlichen Komponenten sind die Systeme von Bosch und Zytek gleich, nur der eine oder andere Sensor (Hall-Sensor an der Nockenwelle, Ansauglufttemperatursensor, Kraftstofftemperatursensor) ist anders oder neu, kein EngineRunTimer mehr ...

Noch mal, Zytek ist nicht Mist. Seid nicht albern und so pauschal. Zytek funktioniert problemlos - genauso wie die oft zu Unrecht beschimpfte Lucas Opus aus dem Shadow. Nur das Problem der mangelnden Unterstützung von Seiten Zyteks bleibt bestehen. Immer noch scheint John Bowling der einzige Mensch, der die Dinger überholen kann und wirklich versteht.

Gruß - Udo
SSI SRH17687
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Offline Gert

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #11 am: Fr.29.Sep 2017/ 18:57:27 »
Lucas Opus???
Sowas hat mein Schatten auch  und ich nen Schutzbrief und war noch nie auf demn gleben Wagen ;)
LRE23184 16 Jahre rumgestanden und ich muß es ausbaden

Offline DocBottster

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #12 am: Sa.07.Okt 2017/ 00:22:44 »
Hallo Andreas,

nein es war kein schwarz/schwarzer in Ingolstadt. Der ist innen dunkelbraun.

Ich habe mir nun zwei Stück in München und Ingolstadt angeschaut. Beide waren nichts für mich.

München: schwarz/schwarz in einem schönen technischen Zustand ohne den geringsten Rost. Fuhr sich auch prima. Allerdings ohne jegliche Wartungshistorie und der Lack/Karosserie war absolut fertig. Um den optisch wieder im die Reihe zu bekommen müsste man schon 8k reinpumpen.

Ingolstadt: schwarz/braun in einem schrottreifen Zustand. Völlig fertige Innenausstattung, teilweise war das völlig verhärtete Leder nur provisorisch mit einem Tacker auf dem gelben Schaumstoff befestigt. Rost an allen Ecken. Hydraulik und Dämpfer hinüber, der Wagen hing hinten und links fast am Boden. Rechte Zylinderbank voll Wasser. US-Import ohne jegliche Historie und angeblich 130.000 km (der hatte aber sicherlich mehr als 300k runter). Dachhimmel wurde nurnoch von einem miesen Decken-DVD- Monitor gehalten. Den Wagen hatte der Verkäufer übrigens mit "top-Zustand" beworben ihn mit EUR 30.000 annonciert; immerhin wurde vorab starke Verhandlungsbereitschaft in Aussicht gestellt. Das ganze war eine Frechheit.

Ich muss das erstmal verkraften, bevor ich weitere Autos besichtige. Die Karre aus Ingolstadt wird mich bestimmt in meinen Träumen heimsuchen... :-)

Gruß


Offline wellenkieker

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Re: Turbo R US-Import
« Antwort #13 am: Sa.07.Okt 2017/ 08:54:58 »
Moin Roland,

ich hab mal mitgelesen und mir in Folge die Bilder vom Münchner Angebot angesehen.
Du warst da und bist ihn gefahren.

Du sagst er habe einen schönen technischen Zustand ohne den geringsten Rost und fährt so
wie es sein soll, womöglich ist die Innenausstattung auch in Ordnung und komplett funktional.
(Bilder unten,  Motorraum fehlen, Aussenaufnahmen ganz zufällig nebelig)
Lediglich der Lack ist wohl so weit.
Würde sich das womöglich gute Bild bei Sicht von unten ( Fahrzeug auf der Bühne) bestätigen,
dann hielte ich den Wagen für den ausgelobten Preis abzüglich 20 % mit
HU neu, mit von Dir vor Ort ( München) selbst besuchtem TÜV - Süd nicht für uninteressant.
Nur so recht vorstellen kann ich es mir nicht... .
Das Anhängen an Wartungsbelegen wird für mein Dafürhalten immer etwas hoch angesetzt.
Selten wird es wohl so sein, daß ein Wagen (3 Jahre und älter) der in der Werkstatt war, komplett durchrepariert wieder rauskommt.
Das wäre für jeden der den Wagen zu Wartung abgeben muss schlicht zu teuer, nachdem er seine
ersten 3 o. 4 Jahre hinter sich hat.
(Für einen Erstkäufer mit dem nötigen finanziellen Möglichkeiten ist der Wagen nach 2 - 3 Jahren
ein älteres Gebrauchtfahrzeug, mit dem er in seiner Social Layer nicht mehr punkten kann,
also weg damit.)

Da bleibt schlicht das Meiste unberührt.
Daher halte ich das sich vor Ort ergebende Bild aus Fahren, Funktionen prüfen,
wissender Blick von unten, für viel gewichtiger.
Da nützt das schönste Papier nichts, wenn die Hälfte offen und somit unerwähnt bleibt.
Beides ist kein Beleg für Problemfreiheit, Papier ist geduldig... .


Stefan